Historisches Museum trauert um Kapitän Gerhard Hein

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Kapi­tän Ger­hard Hein war in mehr­fa­cher Hin­sicht mit Bre­mer­ha­ven eng ver­bun­den. Auf sei­ner letz­ten Rei­se als Kapi­tän über­führ­te er 1990 den letz­ten deut­schen Sei­ten­traw­ler von Ros­tock nach Bre­mer­ha­ven, um ihn als Muse­ums­schiff an das His­to­ri­sche Muse­um Bre­mer­ha­ven zu über­ge­ben. Gleich­zei­tig war dies für Hein eine Rei­se in sei­ne Geburts­stadt, die er durch die deut­sche Tei­lung seit Jahr­zehn­ten nicht mehr gese­hen hat­te. 1925 war er im dama­li­gen Weser­mün­de (heu­te: Bre­mer­ha­ven) gebo­ren wor­den. Am 22. März 2016 ver­starb Ger­hard Hein im Alter von 90 Jah­ren.Kapitän Gerhard HeinBevor Ger­hard Hein nach dem Zwei­ten Welt­krieg ab 1952 das Fisch­kom­bi­nat Ros­tock mit auf­bau­te, arbei­te­te er bei der Bre­mer­ha­ve­ner Schlep­per­ree­de­rei Schuch­mann, mach­te dann sein Steu­er­manns- und Kapi­tän­spa­tent. Zunächst fuhr er auf Log­gern, bis er auf die Sei­ten­traw­ler wech­sel­te und in der Gro­ßen Hoch­see­fi­sche­rei aktiv war. Zehn Jah­re lang war er Kapi­tän auf der “Gera”. Anfang 1990 war er mit der “Gera” noch vor Mau­re­ta­ni­en unter­wegs gewe­sen, wo er die ost­deut­sche Fang­flot­te vor Afri­ka mit Nach­schub ver­sorg­te.

Gerhard Hein - letzter Kapitaen der "Gera"

Auch nach der See­manns­ren­te blieb Ger­hard Hein “sei­ner” “Gera” treu. Fast jedes Jahr stat­te­te er dem Muse­ums­schiff einen Besuch ab. Stets äußer­te er sich zufrie­den über die Instand­hal­tungs­ar­bei­ten des His­to­ri­schen Muse­um Bre­mer­ha­ven. Häu­fig traf sich die kom­plet­te letz­te Besat­zung des ein­zi­gen schwim­men­den Hoch­see­fi­sche­rei­mu­se­ums in Bre­mer­ha­ven. 2015 fehl­te er zum ers­ten Mal durch Krank­heit beim “Gera”-Treffen anläss­lich des 25. Jubi­lä­ums als Muse­ums­schiff.

Bei der fei­er­li­chen Über­ga­be der “Gera” am 15. Juni 1990 an das His­to­ri­sche Muse­um Bre­mer­ha­ven sag­te Ger­hard Hein: “Das gibt schon ein gutes Gefühl, dass sich unse­re Arbeit an Bord zur Wert­erhal­tung gelohnt hat. In Bre­mer­ha­ven kön­nen wir die “Gera” ja jeder­zeit sehen – es bleibt alles an ihr ori­gi­nal – Far­be, Name, Innen­aus­stat­tung. Es soll dabei der Ein­druck ent­ste­hen, als wenn sie gera­de von einer Rei­se kommt.” Die­ses Ver­mächt­nis von Ger­hard Hein hat sich der Bre­mer­ha­ve­ner Freun­des­kreis FMS “Gera” zur Auf­ga­be gemacht.

Gerhard Heins Kapitaenskajuete auf der "Gera"

Auf der “Gera” lebt Kapi­tän Hein wei­ter. Sei­ne Kam­mer ist noch im Ori­gi­nal­zu­stand, wie er sie ver­las­sen hat. Im Schrank hängt sei­ne Uni­form, sein Wein­glas steht auf dem Schreib­tisch. Seit 2015 erzählt ein Spre­cher sogar Heins Hoch­see­fi­sche­rei-Erleb­nis­se: Im Mul­ti­me­dia-Gui­de, den jeder “Gera”-Besucher per eige­nem Smart­pho­ne oder aus­leih­ba­rem Tablet-PC emp­fan­gen kann, berich­tet er von den Gefah­ren der Hoch­see­fi­sche­rei, aber auch von den spa­ßi­gen Anek­do­ten des Bord­le­bens.
Quel­le:
His­to­ri­sche Muse­um Bre­mer­ha­ven: HMB aktu­ell 13/16 – 12.04.2016

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