Die Geschichte des Hauses Hafenstraße 153

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Es ist das Jahr, in dem Fer­di­nand Braun den Nobel­preis für Phy­sik bekommt. Es ist das Jahr, in dem die Deut­sche Reichs­post den bar­geld­lo­sen Post­scheck­ver­kehr ein­führt. Es ist das Jahr, in dem sich der Möbel­händ­ler Hein­rich Wal­ler an der Hafen­stra­ße 64 ein fünf­ge­schos­si­ges Wohn- und Geschäfts­haus mit einer reich ver­zier­ten Fas­sa­de erbau­en lässt. Es ist das Jahr 1909.

Hafenstraße 153

1879: Wil­helm I. ist König von Preu­ßen und ers­ter Deut­scher Kai­ser. Tho­mas A. Edi­son bringt zum ers­ten Mal eine Glüh­bir­ne dau­er­haft zum Leuch­ten. Im glei­chen Jahr grün­det der 1856 gebo­re­ne Hein­rich Wal­ler sein Möbel- und Deko­ra­ti­ons­ge­schäft. Am 6. Febru­ar 1883 wird Sohn Karl gebo­ren.

1888 wird Wil­helm II. Deut­scher Kai­ser, und Hein­rich Wal­ler  steht 1890 in den Ver­kaufs­räu­men sei­nes “Leher Hau­ses” in der Hafen­stra­ße 64 und ver­kauft Möbel.

1890 Wohnhaus Waller

1905: Fünf Jah­ren zuvor hat der Deut­sche Kai­ser in Bre­mer­ha­ven sei­ne “Hun­nen­re­de” gehal­ten. In die­sem Jahr ist der von einer deut­schen Welt­macht träu­men­de Kai­ser schon wie­der vor Ort und besich­tigt den Lloyd­schnell­damp­fer “Kai­ser Wil­helm II”. In Ber­lin wird der Dom ein­ge­weiht, und die Geest­e­mün­der kön­nen über 320 Tele­fon­an­schlüs­se mit­ein­an­der plau­dern.

Hein­rich Wal­ler lässt im Hin­ter­hof ein Lager­haus bau­en. Als Bäcker­meis­ter Brüg­ge­mannn das Nach­bar­haus Hafen­stra­ße 66 zum Ver­kauf stellt, greift Hein­rich Wal­ler zu und beauf­tragt das Leher Archi­tek­tur­bü­ro Adolf Fischer mit dem Neu­bau eines Wohn- und Geschäfts­hau­ses.

Werbeanzeige Architekt Adolf Fischer

1909: In Wien wird Franz Lehárs Ope­ret­te “Der Graf von Luxem­burg” urauf­ge­führt, in Bre­mer­ha­ven wir der Kai­ser­ha­fen III in Dienst gestellt und am Fische­rei­ha­fen wird die “Ers­te Deut­sche Stock- und Klipp­fisch­wer­ke GmbH” gegrün­det. Ja, im August wer­den die “Bür­ger”, die Lloyd- und die Kai­ser­stra­ße zum ers­ten Mal mit elek­tri­schen Bogen­lam­pen beleuch­tet.

Am 24. Janu­ar 1909 gibt Hein­rich Wal­ler in der Pro­vin­zi­al-Zei­tung sei­ner wer­ten Kund­schaft zur gefäl­li­gen Nach­richt, “dass wäh­rend des Neu­bau­es der Möbel-Ver­kauf zu äußerst bil­li­gen Prei­sen” wei­ter­geht. Der Möbel­ver­kauf fin­det wäh­rend der Bau­zeit im Lager­haus im Hin­ter­hof statt.

1909 Zeitungsanzeige Heinrich Waller

1911: Die Reichs­ver­si­che­rungs­ord­nung wird ver­ab­schie­det. In Dres­den wird die Oper “Der Rosen­ka­va­lier” von Richard Strauss urauf­ge­führt. In Ham­burg wird der alte Elb­tun­nel ein­ge­weiht, in Eng­land läuft die “Tita­nic” vom Sta­pel und in Bre­mer­ha­ven läuft die Bark “Deutsch­land” zur 2. deut­schen Süd­po­lar­ex­pe­di­ti­on aus. Und – alles schon dage­we­sen – die Orts­grup­pe Lehe des Arbei­ter-Absti­nen­ten-Bun­des for­dert, die Prei­se für alko­hol­freie Geträn­ke auf die Höhe der Bier­prei­se zu sen­ken.

Unter­des­sen ver­kau­fen in Lehe Hein­rich Wal­ler und sei­ne Ehe­frau Gesi­ne ihre Möbel nun in dem fer­ti­gen Wohn- und Geschäfts­haus.

1911 Postkarte Hafenstrasse

Hein­rich Wal­ler bezeich­net sein Möbel­haus jetzt als “größ­tes Möbel­la­ger am Plat­ze” und hat eine eige­ne Tisch­ler- und Pols­ter­stät­te. Kom­plet­te Woh­nungs­ein­rich­tun­gen kann man bei Wal­ler kau­fen. Gelie­fert wird frei Haus, und man ist modern und nun auch unter der Leher Tele­phon­num­mer 1237 fern­münd­lich erreich­bar.

Zeitungsanzeige Möbelhaus Waller

Es ist wirk­lich ein prunk­vol­les Haus gewor­den, das der Möbel­händ­ler Hein­rich Wal­ler sich hat bau­en las­sen. Im ers­ten Ober­ge­schoss befin­det sich die Bel­eta­ge. Der Zugang zur Woh­nung führ durch ein reprä­sen­ta­ti­ves Trep­pen­haus.

Wohnungseingangstür

Auch die Woh­nun­gen in den höher gele­ge­nen Stock­wer­ken haben eine Aus­stat­tung, die weit über dem Stan­dard lie­gen. Jede Woh­nung hatt ein Bade­zim­mer und ein Spül-WC. Die zur dama­li­gen Zeit übli­chen Gemein­schafts­toi­let­ten gibt es in die­sem Hau­se nicht. So ist es nicht ver­wun­der­lich, dass hier Bank­di­rek­to­ren, Ärz­te und ande­re wohl­ha­ben­de Leu­te woh­nen.

Waller-Haus

Dem Zeit­geist ent­spre­chend, zeigt Hein­rich Wal­ler was er hat. Er lässt die Fas­sa­de sei­nes Pracht­bau­es mit viel Stuck ver­zie­ren. Den konn­te man sich damals aus einen Kata­log bestel­len. Reich ver­zier­te Orna­ment­plat­ten und dick­bäu­chi­ge Balus­tra­den ste­hen zur Ver­fü­gung. Auch Köp­fe Figu­ren wer­den ange­bo­ten. Der Bau­herr wählt aus, und der Archi­tekt setzt alles wie ein Puz­zle zu einem Gesamt­bild zusam­men.

1909 Wallers Büste

Hein­rich Wal­ler bestellt die Orna­men­te bei der Leher Fir­ma Brüg­ge­mann und hat sich als Büs­te über sei­nem Haus­ein­gang ver­ewi­gen las­sen. Links und rechts von ihm schau­en sei­ne Frau Gesi­ne und sei­ne Toch­ter Frie­da eben­falls auf den Ein­gang hin­un­ter.

Was Johann und Her­mann Brüg­ge­mann alles so im Ange­bot haben, prei­sen sie an den Fas­sa­den ihres neu­en Fir­men­ge­bäu­des an – es ist die 1898 erstell­te Rudels­burg. 

1918 Karl Waller verstorben

1918: Im Novem­ber flieht der Deut­sche Kai­ser in die Nie­der­lan­de und dankt ab. Der Ers­te Welt­krieg ist ver­lo­ren und Fried­rich Ebert wird der ers­te Reichs­kanz­ler der Wei­ma­rer Repu­blik. Und auch in Bre­mer­ha­ven ist Schluss mit König und Kai­ser: An der Unter­we­ser bil­det sich ein Arbei­ter- und Sol­da­ten­rat. Durch die “Bür­ger” mar­schie­ren Sol­da­ten und Arbei­ter zum heu­ti­gen Theo­dor-Heuss-Platz und demons­trie­ren für Frie­den und Demo­kra­tie. In Lehe wird der “Kai­ser­park” nun fol­ge­rich­tig umbe­nannt. Er bekommt den unver­däch­ti­gen Namen “Deut­scher Gar­ten”

Hein­rich Wal­lers Sohn Karl wird nicht mehr mit­er­le­ben, wie man ver­sucht, aus dem Kai­ser­reich eine Repu­blik zu gestal­ten, die dann doch nur 14 Jah­re hal­ten wird. Er stirbt am 24. Novem­ber 1918 in einem Laza­rett in Königs­berg. Er hin­ter­lässt sei­ne Wit­we Dora und drei klei­ne Kin­der. 1919 ver­kauft Hein­rich Wal­ler sein Möbel­ge­schäft samt Haus an den Kauf­mann Carl Kam­mer­scheidt, der den Wert des Objek­tes vom Zim­mer­mann und Kreis­schät­zer Wil­helm Speck­mann schät­zen lässt.

1919 Wertschätzung Hafenstraße 64

Wenn­gleich Hein­rich Wal­ler sein Geschäft nach dem Tode sei­nes Soh­nes Karl auf­ge­ge­ben hat, am gesell­schaft­li­chen Leben nimmt er wei­ter­hin teil. Aus­kunft dar­über geben uns die his­to­ri­schen Pro­to­kol­le des Schüt­zen­ver­ein zu Lehe von 1848 e. V. So ist im Pro­to­koll-Buch ver­merkt, dass Hein­rich Wal­ler am 27. März 1897 an der Schüt­zen-Gene­ral-Ver­samm­lung Ver­eins­lo­kal H Breyer’s Hotel “Stadt Lehe” teil­ge­nom­men hat.

Für den 2. Juli 1932 ver­merkt das Pro­to­koll, dass der Vor­sit­zen­de des Schüt­zen­ver­eins der am 5. Juni began­ge­nen “gol­de­nen Hoch­zeit unse­res Ehren­schüt­zen Hein­rich Wal­ler und sei­ner Gat­tin” gedach­te. Auch an der Jah­res­ver­samm­lung vom 7. März 1934 nimmt Hein­rich Wal­ler teil.

1936 Anzeigen

Gele­gent­lich der Bei­rats­sit­zung vom 30. Juli 1936 gibt der Ver­eins­füh­rer des Schüt­zen­ver­eins bekannt, dass Hein­rich Wal­ler im Lau­fe des Tages ver­stor­ben ist, und zwar kurz nach sei­nem 80. Geburts­tag. Aber da gibt es schon ein ande­res Deutsch­land. Kein Kai­ser­reich mehr und auch kei­ne Wei­ma­rer Repu­blik – Deutsch­land ist nun ein Tau­send­jäh­ri­ges Reich. Und da schaut auch der preu­ßi­sche Minis­ter­prä­si­dent Her­mann Göring mal vor­bei und legt den Grund­stein für das Hoch­see­fi­scher-Ehren­mal an der Geest­e­mo­le. Beim Grund­stein ist es dann auch geblie­ben, das Ehren­mal wur­de nie gebaut. Naja, sol­che klei­nen Pat­zer pas­sie­ren auch den heu­ti­gen Poli­ti­kern.

1897 grün­det der aus Cel­le stam­men­der Mey­er Behr in Ham­burg ein Schuh­ge­schäft, die Fir­ma Gebrü­der Behr. Es wer­den meh­re­re Zweig­nie­der­las­sun­gen eröff­net, eine davon in Lehe.

Die Geschäfts­füh­rung für das Schuh- und Beklei­dungs­ge­schäft wird Hein­rich Behn­ke über­tra­gen.  1917 trennt er sich von der Fir­ma Gebrü­der Behr und eröff­net in der dama­li­gen Hafen­stra­ße 112 ein eige­nes Schuh­ge­schäft.

Gebrueder Behr

1920: Die Repu­blik ist in Auf­ruhr, radi­ka­le Rech­te und Lin­ke zet­teln Auf­stän­de an, und Mor­de an poli­ti­schen Geg­nern sind an der Tages­ord­nung. Die NSDAP wird gegrün­det. Im Deut­schen Reich tre­ten 12 Mil­lio­nen Men­schen in einen Gene­ral­streik.  Der ehe­ma­li­ge Bre­mer­ha­ve­ner Stadt­di­rek­tor Erich Koch-Weser wird Vize­kanz­ler, die Arbei­ter­wohl­fahrt wird gegrün­det und an der Kai­ser­schleu­se legt nach dem Krieg das ers­te Pas­sa­gier­schiff an. Es ist der frü­he­re Lloyd­damp­fer “Rhein”, der jetzt “Sus­que­han­na” heißt.

Carl Kam­mer­scheidt trennt sich von sei­nem gera­de ein Jahr zuvor erwor­be­nen Haus Hafen­stra­ße 64. Sein Möbel­ge­schäft aber betreibt er im Hin­ter­hof noch eine Wei­le wei­ter.

1920 Kammerscheidt

Käu­fer des Hau­ses Hafen­stra­ße 64 ist Hein­rich Behn­ke, der hier jetzt sei­ne Schu­he ver­kau­fen will. Kurz vor dem Umzug von der Hafen­stra­ße 112 a in die Hafen­stra­ße 64 for­dert sein Schuh­haus “Roland” die Kund­schaft auf, jetzt “zu außer­ge­wöhn­lich bil­li­gen Prei­sen” zu kau­fen, denn “die Prei­se für Schuh­wa­ren stei­gen ganz gewal­tig”.

Am 30. Novem­ber 1920 ist es soweit: Das Schuh­haus Hein­rich Behn­ke eröff­net und ver­kauft im Allein­ver­trieb die Schuh­mar­ke “Sala­man­der”. Bis zum 3. Dezem­ber erhal­ten alle Kun­den 3 %Rabatt, Kriegs­be­schä­dig­te und Krie­ger­wit­wen erhal­ten dau­er­haft 5 % Rabatt.

1920 Schuhhaus Behnke

Hein­rich Behn­ke schal­tet regel­mä­ßig Inse­ra­te in der Nord­west­deut­schen Zei­tung. So erfährt der Zei­tungs­le­ser am 22. Dezem­ber 1920, dass wie­der eine gro­ße Schuh­wa­ren­sen­dung ein­ge­trof­fen ist, die nun zu äußerst güns­ti­gen Prei­sen ange­bo­ten wer­den kann. Auch ist “eine Besich­ti­gung ohne Kauf­zwang gern gestat­tet”. Man weist dar­auf hin, dass man sich “neben Dro­ge­rie Rog­ge” befin­det.

1920 Hafenstrasse

1924: In die­sem Jahr diri­giert Richard Strauß im Bre­mer­ha­ve­ner Stadt­thea­ter sei­ne Oper “Salo­me” und Max Sieg­hold grün­det eine Werk­statt für Schiffs­re­pa­ra­tu­ren, wor­aus spä­ter die Schiffs­werft und Maschi­nen­fa­brik Max Sieg­hold wird. Und die Städ­te Lehe und Geest­e­mün­de ver­ei­ni­gen sich. 73.000 Ein­woh­ner hat die neue preu­ßi­schen Stadt Weser­mün­de.

1935 Hafenstrasse 153

Nun müs­sen vie­le Stra­ßen umbe­nannt wer­den, um Dop­pel­be­nen­nun­gen zu ver­mei­den. Die Hafen­stra­ße wird ver­län­gert und reicht nun vom Frei­ge­biet bis hin­auf zum Markt. Bei die­ser Gele­gen­heit wer­den auch die Haus­num­mern neu zuge­wie­sen. Aus der Hafen­stra­ße 64 wird die Hafen­stra­ße 153.

1936 Hafenstrasse

1944: Seit 1933 bestimmt der GröFaZ (Größ­te Füh­rer aller Zei­ten) die Geschi­cke des Groß­deut­schen Rei­ches. Anfang des Jah­res 1943 befiehlt er  16jährige Schü­ler an die Flug­ab­wehr­ka­no­nen, um den Weser­mün­der Luft­raum zu schüt­zen.

An der Ost­front beginnt die Früh­jahrs­of­fen­si­ve der Roten Armee, und in Ber­lin wird der Film “Die Feu­er­zan­gen­bow­le” urauf­ge­führt.

1935 Hafenstrasse 153 und 155

Am 15. und am 18. Juni 1944 wird das Gebiet um die Pau­lus­kir­che bom­bar­diert. Eine Bom­be fällt auf das Rame­low-Gebäu­de, das Haus brennt aus. Die Brand­mau­er zum süd­lich angren­zen­den “Rog­ge­haus”, Hafen­stra­ße 155, mit der Dro­ge­rie im Erd­ge­schoss, wird so warm, dass auch die Bewoh­ner des Hau­ses 153 (Schuh­haus Behn­ke) ihren Luft­schutz­kel­ler ver­las­sen. Glück­li­cher­wei­se kann der Brand gelöscht wer­den, und nie­mand ist zu Scha­den gekom­men.

1950 Hafenstraße

1945: Der GröFaZ hat sich erschos­sen, die Wehr­macht hat kapi­tu­liert. Die alli­ier­ten Sie­ger­mäch­te füh­ren nun die Hoheits­ge­walt in ihren Besat­zungs­zo­nen aus. Für Deutsch­land gilt ein abso­lu­tes Schiffs­bau­ver­bot, die noch vor­han­de­ne Han­dels­flot­te wird beschlag­nahmt. Statt Fisch­fang gibt es jetzt etwas für die Ohren: Der ame­ri­ka­ni­sche Sol­da­ten­sen­der “AFN Bre­mer­ha­ven” geht am 28. Juli auf Sen­dung.

Die Ame­ri­ka­ner haben sich das Haus Hafen­stra­ße 153 aus­ge­schaut und beschlag­nah­men es. Alle Bewoh­ner müs­sen das Haus ver­las­sen. Fami­lie Behn­ke zieht ins Lager­haus um. Der Schuh­la­den wird in eine Biblio­thek für die GI’s umfunk­tio­niert.

1954 Belegschaft Schuhhaus Behnke

1949 wer­den zwei deut­sche Staa­ten gegrün­det, und in Ham­burg nimmt der Nord­west­deut­sche Rund­funk den ers­ten Fern­seh­sen­der in Betrieb. Die Ame­ri­ka­ner geben das Haus Hafen­stra­ße 153 an die Fami­lie Behn­ke zurück, die ein Jahr spä­ter die Laden­front umbau­en las­sen. Das Schuh­haus wird auch mit einem moder­nen Pedo­skop aus­ge­stat­tet.

1952 Schuhhaus Behnke

Mitt­ler­wei­le ist Kon­rad Ade­nau­er Bun­des­kanz­ler, in Bre­mer­ha­ven arbei­ten nur noch 7.600 Beschäf­tig­te in der Schiff­bau­in­dus­trie, und das Schuh­haus Behn­ke bekommt eine Sport­ab­tei­lung. Das ist auch nötig, weil Bre­mer­ha­ven 1962 einen Deut­schen Meis­ter im 100-Meter-Schmet­ter­lings­schwim­men bekom­men hat – es ist Wer­ner Frei­tag.

Jetzt gibt es in Bre­mer­ha­ven zwei Sport­ge­schäf­te: Schuh­haus Fuss in Geest­e­mün­de und Schuh­haus Behn­ke in Lehe. Bei Behn­ke kann man Wurf­spee­re, Ten­nis­schlä­ger von Dun­lop und Bäl­le jeder Grö­ße und für jede Sport­art kau­fen. 1962 wird der Schuh­la­den erneut umge­baut. Vor dem Ein­gang ent­steht eine klei­ne Pas­sa­ge mit einer Schuh­vi­tri­ne.

1978: Das Kabi­nett Hel­mut Schmidt regiert, und in der Hafen­stra­ße 153 wird gefei­ert: Die Inha­ber Fritz und Edith Behn­ke gra­tu­lie­ren Frau Anne Haren­berg zu ihrem 25-jäh­ri­gen Betriebs­ju­bi­lä­um. Das Schuh­ge­schäft wird seit 1975 von Kurt Kro­nen­ber­ger geführt. Ab 1989 führt Toch­ter Hei­ke das Geschäft als Schuh­ge­schäft Kro­nen­ber­ger, bis sie es im Jah­re 1993 auf­gibt.

1979 Waller-Haus

1994: Hel­mut Kohl ist schon lan­ge Bun­des­kanz­ler, die Eisen­bahn wird pri­va­ti­siert, Bra­si­li­en wird Fuß­ball­welt­meis­ter, und nach 73 Jah­ren wer­den in der Hafen­stra­ße 153 kei­ne Schu­he mehr ver­kauft. Die Volks­bank Unter­we­ser eG kauft das Haus und zieht nun in das denk­mal­ge­schütz­te Haus ein. Vor­her wird das Gebäu­de saniert und in sei­nen ursprüng­li­chen Zustand zurück ver­setzt. Die 1962 errich­te­te Laden­pas­sa­ge ver­schwin­det. Auch das rie­si­ge Vor­dach mit den über­di­men­sio­na­len Wer­be­an­la­gen wird ent­fernt. Im Inne­ren ent­steht eine groß­zü­gi­ge Schal­ter­hal­le.

2015 Wallerhaus

2014: Deutsch­land wird mal wie­der Fuß­ball­welt­meis­ter, Opel schraubt sein letz­tes Fahr­zeug in Bochum zusam­men, und gut zwan­zig Jah­re nach der letz­ten Umbau­maß­nah­me muss die Fas­sa­de des ehe­ma­li­gen Wal­ler-Hau­ses erneut saniert wer­den. Rund 500.000 Euro nimmt die Volks­bank eG Bre­mer­ha­ven-Cux­land für die Erhal­tungs­maß­nah­men in die Hand.  Der Auf­wand hat sich gelohnt: In enger Zusam­men­ar­beit mit dem Denk­mal­schutz konn­te die Fas­sa­de mit­samt den alten Orna­men­ten in den ursprüng­li­chen Zustand ver­setzt wer­den. Die Woh­nun­gen wur­den mit Gäs­te-WC und zeit­ge­mä­ße Küchen auf den moderns­ten Stand gebracht. Die zwei Woh­nun­gen im vier­ten Ober­ge­schoss wur­den zu einer zusam­men­ge­fasst.

1909 bis 2015 – das sind 106 lan­ge Jah­re. Das Haus hat vie­le Her­ren kom­men und gehen sehen. Ich habe die Geschich­te des Hau­ses mit der deut­schen Geschich­te ein wenig ver­knüpft um auf­zu­zei­gen, was das Haus in der Hafen­stra­ße 153 alles “erlebt” hat.

Mein ganz beson­de­rer Dank gilt Herrn Andre­as Siems, Lei­ter der Abtei­lung Orga­ni­sa­ti­on und Unter­neh­mens­ser­vice von der Volks­bank eG Bre­mer­ha­ven-Cux­land. Herr Siems hat die Sanie­rung des Gebäu­des Hafen­stra­ße 153 beglei­tet. Ohne sein Wis­sen über die Sanie­rungs­ab­läu­fe und ohne sei­ne müh­sam zusam­men­ge­tra­ge­nen Infor­ma­tio­nen und Bil­der über das Haus hät­te ich die­sen Arti­kel für mei­ne inter­es­sier­ten Leser sicher­lich nicht schrei­ben kön­nen. Auch an Herrn  Behn­ke ein ganz gro­ßes Dan­ke­schön dafür, dass er sein Pri­vat­ar­chiv geöff­net und die his­to­ri­schen Bil­der her­vor­ge­holt hat.
Quel­len:
Volks­bank eG Bre­mer­ha­ven-Cux­land
stolpersteine-hamburg.de
Har­ry Gab­cke: „Bre­mer­ha­ven in zwei Jahr­hun­der­ten – 1827–1918
Har­ry Gab­cke: „Bre­mer­ha­ven in zwei Jahr­hun­der­ten – 1919–1947
Har­ry Gab­cke: „Bre­mer­ha­ven in zwei Jahr­hun­der­ten – 1948–1991

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26 Kommentare

  1. Hal­lo Herr Schwiebert,als Neu Bre­mer­ha­ve­ner bin ich begeis­tert von Ihrem Deichspiegel.Da mich beson­ders die Geschich­te mei­ner neu­en Hei­mat interressiert,finde ich hier vie­le Ant­wor­ten auf mei­ne Fragen.Schon 1977 als ich hier mein C Patent gemacht gemacht habe,fand ich die­se Stadt lebens­e­wert. Nach mei­ner See­fahrt­zeit 1988 woll­te ich schon hier bleiben.Aber der Arbeits­markt war damals genau so beschei­den wie heute.Nun als Rent­ner habe ich dem Ruhr­ge­biet Tschüss gesagt und lebe sehr ger­ne hier, in dem neu­en schö­nen Bre­mer­ha­ven.

    • Lie­ber Herr Banach,
      es freut mich sehr, dass Ihnen mein Online-Maga­zin Deich­SPIE­GEL so gut gefällt. Ich wün­sche Ihnen, dass Sie sich in Ihrer neu­en Hei­mat schnell zuhau­se füh­len. Viel­leicht hilft Ihnen der Deich­SPIE­GEL dabei ein wenig. Als, will­kom­men in Bre­mer­ha­ven und eine schö­ne Vor­weih­nachts­zeit. Herz­li­che Grü­ße Her­mann Schwie­bert

  2. Hut ab! Wirk­lich ganz toll recher­chiert und geschrie­ben. Mei­ne Eltern und auch mein Bru­der und ich sind ech­te Bre­mer­ha­ve­ner, wie auch mei­ne Groß­el­tern. In jun­gen Jah­ren war mein Vater Hel­mut Mey­er (22.12.31–23.02.2011) ein ech­ter “Leher Briet”! Er hat uns immer vie­le Geschich­ten aus sei­ner Kind­heit und Jugend erzählt. Trotz der Kriegs­jah­re, hat­ten mei­ne Eltern, die sich schon aus der Sand­kis­te kann­ten, eine bes­se­re Kind­heit-Jugend als die Kin­der heut­zu­ta­ge. Da gab es noch rich­ti­ge Freund­schaf­ten, die man jetzt doch gar nicht mehr kennt. In der Gegend, in der mei­ne Eltern leb­ten, Papa und Mut­ti Gise­la Meyer(geb. Bab­bel), die heu­te in Geest­e­mün­de wohnt und aus einer der kin­der­rei­chen kam, waren wir bekannt wie die “bun­ten Hun­de”, LOL. Auch mein Bru­der und ich sind damals in der See­str. auf­ge­wach­sen. Mein Bru­der wur­de sogar bei Oma Ber­tha Bab­bel in der Küche gebo­ren, ich aber im Joseph Hos­pi­tal. Ich bin zwar nicht mit dem soge­nann­ten “sil­ber­nen Löf­fel im Mund” gebo­ren, aber mei­ne Eltern haben immer sehr hart gear­bei­tet um uns das Bes­te wie es eben ging zu ermög­li­chen. Ich bin mei­nen Eltern von Her­zen dank­bar für die Zeit in ihrer Obhut. Für mich waren und ist mei­ne Mut­ti auch heu­te noch die aller­bes­te Mut­ter der Welt, obwohl ich seit 1993 in die USA gezo­gen bin. Wir, mein Mann Jer­ry LeBlanc, ein Mili­tär­po­li­zist und Kol­le­ge von mir, sowie unser Son­nen­schein, Sohn Jamie (mitt­ler­wei­le 24, damals aber erst 1 1/2 Jah­re alt) zogen nach Vir­gi­nia, aber die Ehe ging nach 10 Jah­ren kaputt. Ich habe von da an nur noch für mei­nen Son­nen­schein gelebt. Nach 2 schwe­ren Unfäl­len inner­halb 5 Wochen (18.03. und 24.04. 2002) bin ich heu­te lei­der seit 2008 100% kör­per­lich voll­kom­men ans Bett gefes­selt und konn­te nicht ein­mal an der Beer­di­gung mei­nes gelieb­ten Vaters teil­neh­men, und auch nicht an dem High School Abschluß mei­nes Soh­nes im Som­mer 2009. Aber mein Sohn flog sofort zu sei­ner gelieb­ten Oma um sei­nen Vater­er­satz und über alles gelieb­ten Opa das letz­te Geleit zu geben. Er selbst hielt dann eine Grab­re­de und salu­tier­te vor dem Bild sei­nes Opas, bevor er sich in Mili­tä­ri­scher und einem Salut von Opa ver­ab­schie­de­te. Er war mei­ner Mut­ter eine tol­le Stüt­ze in der har­ten Zeit und kam dann sehr geknickt zurück nach Vir­gi­nia, obwohl er lie­ber bei sei­ner über alles gelieb­ten Oma geblie­ben wäre. Ich bin im Moment von Heim­weh geplagt, Heim­weh nach Mut­ti, die ich so gern bei mir hät­te, aber das ist lei­der aus gesund­heit­li­chen Grün­den nicht mög­lich. Aber die Geschich­te ging ja eigent­lich um Lehe und nicht um mich. Ich woh­ne zwar in den USA, aber im Her­zen wer­de ich immer ein “Leher Briet” blei­ben. Übri­gens wohnt Mut­ti um die Ecke von Sport- und Schuh­haus Fuss, das vor kur­zem lei­der abge­ris­sen wur­de. Ich wün­sche all mei­nen Bre­mer­ha­ve­nern “Fisch­köp­pen” eine wun­der­schö­ne Win­ter- und Weih­nachts­zeit!

    • P.S. Ich muß noch ein­mal zufü­gen, wie sehr mir Ihr Arti­kel gefal­len hat und vor allem die Arbeit, die Sie sich damit so lie­be­voll gemacht haben ist ers­te Klas­se. Dan­ke Herr Schwie­bert, auch wenn die Vor­ar­beit von Herrn Siems gemacht wur­de. Also, dan­ke ich Ihnen Bei­den. [.….….]
      So, noch­mals vie­len Dank an die Erin­ne­run­gen aus der Hei­mat. Herz­li­che Grü­ße aus Vir­gi­nia, USA Bir­git

      • Vie­len Dank für Ihre net­ten Wor­te, Frau LeBlanc.
        Das Per­sön­li­che habe ich gelöscht, ich wer­de Ihnen in einer Email ant­wor­ten.
        Lie­be Grü­ße, Her­mann Schwie­bert

    • Lie­be Frau LeBlanc,
      Ihre Gedan­ken haben mich sehr berührt. Obgleich ich im Augen­blick sehr ein­ge­spannt bin, will ich doch kurz auf Ihre lie­ben Wor­te ant­wor­ten.
      In mei­nem Deich­SPIE­GEL geht es nicht nur um Bre­mer­ha­ven son­dern auch um die Men­schen, die den Deich­SPIE­GEL lesen. Ich fin­de es schön, dass Sie mich und mei­nen Lesern etwas an Ihrem Leben teil­ha­ben las­sen. Wenn man sein Bett nicht mehr ver­las­sen kann, das ist eine sehr schlim­me Sache. Das kos­tet sehr viel Kraft. Ich wün­sche Ihnen wei­ter­hin viel Kraft und hof­fe, dass Sie Ihre gelieb­te Mut­ti bald mal wie­der­se­hen kön­nen. Übri­gens habe ich über das Schuh­haus Fuss mal einen klei­nen Arti­kel geschrie­ben: http://www.schwiebert.lima-city.de/traditions-schuhhaus-muss-betreutes-wohnen-weichen/
      Ich wün­sche Ihnen eine schö­ne Vor­weih­nachts­zeit und viel Besuch über die Weih­nachts­ta­ge. Ganz lie­be Grü­ße aus Bre­mer­ha­ven, Her­mann Schwie­bert

  3. Einen klei­nen — wirk­lich — klit­ze­klei­nen Feh­ler habe ich ent­deckt 🙂 So ziem­lich am Ende des wun­der­ba­ren Arti­kels — von 1909 bis 2015 sind es nur 106 Jah­re — nicht 116 Jah­re… Aber ansons­ten — TOP — wie immer.

    • Ja, lie­ber Dirk, den Feh­ler habe ich mit Absicht ein­ge­baut um mal zu sehen, ob Du den Arti­kel auch wirk­lich auf­merk­sam liest 😉 Nun sage ich Dan­ke und haben den Feh­ler kor­ri­giert

  4. Ein wirk­lich tol­ler Arti­kel über das Haus. Vie­len Dank für die Mühe 🙂

  5. Das Schuh­aus war für mich als Kind ein­fach nur Sala­man­der, dort wur­den unse­re Schu­he gekauft. An das Pedo­skop erin­ne­re ich mich gut. Es war ein gros­ßes Ver­gnü­gen, die Füße rein­zu­hal­ten. An die Gefah­ren hat kei­ner gedacht.

  6. …eine genau recher­chier­te Geschichte,lebendig ver­packt, locker geschrie­ben und span­nend zu lesen…ganz toll gemacht…ich bin begeis­tert…

  7. Even­tu­ell kann ich in Zukunft Mate­ri­al zum Archi­tek­ten Adolf Fischer nach­rei­chen — mei­nem Urgroß­va­ter.

    • Tol­le Idee, Uwe. Viel­leicht kön­nen wir bei­de dar­aus ja eine klei­ne Bio­gra­phie Dei­nes Groß­va­ters erstel­len.

  8. Ein ganz tol­ler Arti­kel! Mei­ne Hoch­ach­tung vor die­ser akri­bi­schen Recher­che. Bin zwar seit 1983 nicht mehr in Bre­mer­ha­ven, und ich war auch kein “Leher”, aber die Geschich­te die­ser Stadt ist für mich immer­noch fas­zi­nie­rend. Es freut mich, dass es Men­schen gibt, die sich die Mühe und die Arbeit machen, Ver­gan­ge­nes und Inter­es­san­tes über die­se Stadt wie­der ans Licht brin­gen. Vie­len Dank dafür!

    • Dan­ke für die vie­len Zuschrif­ten. Das Lob für die Recher­che gebührt aber aus­drück­lich Herrn Andre­as Siems von der Volks­bank eG Bre­mer­ha­ven-Cux­land. Herr Siems hat den “Lebens­lauf” des Gebäu­des recher­chiert. Ich habe die Früch­te sei­ner Recher­che mit der deut­schen bzw. der Bre­mer­ha­ve­ner Geschich­te ver­knüpft. Recher­chen von Herrn Siems, die Fotos und die His­to­rie erga­ben den Werk­stoff für den Arti­kel.
      Allen Lesern aus nah und fern, die hier oder auf Face­book so viel Lob gespen­det haben, sei herz­lich gedankt.
      Lie­be Grü­ße
      Her­mann Schwie­bert

      • Moin, moin, Herr Schwie­bert,
        alle Ach­tung, Ihre Sei­ten, Kom­men­ta­re und die alten Fotos gefal­len mir sehr gut !
        Mein Name ist Gün­ter Knieß und ich bin 61 Jah­re alt,
        also 1954 im Joseph-Hos­pi­tal gebo­ren, heu­te woh­ne ich in Rech­ten­fleth, an der Weser.
        Mei­ne Eltern hat­ten nach dem Krie­ge in der Hafen­stra­ße, Rick­mers­stra­ße, Bür­ger, Ruten­berg­stra­ße und Hein­rich­stra­ße die Fir­ma Otto Knieß, Alles für‘s, Büro, seit 1890, nach Flucht aus Nei­den­burg, Ost­preu­ßen, erst in Bre­mer­vör­de und dann in Bre­mer­ha­ven neu auf­ge­baut ! Mei­ne Mut­ter ist gebür­ti­ge Bre­mer­ha­ve­ne­rin, wohn­haft erst in der Rick­mers­stra­ße und nach Aus­bom­bung dann Hafen­stra­ße 66. Viel­leicht kön­nen wir ja auch mal gemein­sam einen Foto­be­richt star­ten, hät­te gro­ßes Inter­es­se dar­an, aller­dings sind die vie­len Unter­la­gen nicht sofort griff­be­reit, 8mm-Film­auf­nah­men sind auch noch vor­han­den !
        Übri­gens, bei Ihrem Bericht zu : Möbel­haus Wal­ler, spä­ter Schuh­haus Behn­ke, heu­te Volks­bank, Hafen­stra­ße, fiel mir auf, dass bei den Wal­ler-Zei­tungs­be­rich­ten, u.a.
        ” Hafen­stra­ße 66 ” genannt wird, merk­wür­dig, die Haus­num­mer ist doch schräg gegen­über von ehe­mals Beh­rens, bzw. Seng­star­ken, neben ehe­mals Pho­to Schem­kes, da kom­me ich nicht drauf klar !
        Die gera­den Haus­num­mern lau­fen doch auf der Pau­lus-Kir­chen­sei­te, in Rich­tung Nor­den, so war es doch auch vor dem Krie­ge !
        Der Schlach­ter in der Goe­the­stra­ße, Ecke Bre­mer­ha­ve­ner Stra­ße, hieß übri­gens ” Hane­win­kel “, der Sohn war ein Klas­sen­ka­me­rad von mir !
        Das Haus Hafen­stra­ße 66 gibt es ja noch, aller­dings sehr ver­schan­delt, was war das mal eine schö­ne Vil­la, mit wahn­sin­nig schö­ner Innen­ein­rich­tung und Gar­ten mit Bir­nen­baum, usw. ! Das Haus gehör­te, wenn ich mich recht erin­ne­re, dem Augen­arzt Dr. Loh­se ! Mei­ne Groß­el­tern hat­ten, oben rechts ein Zim­mer, wo sie mit 2 Kin­dern wohn­ten, Toi­let­te gab es nur eine, unten im Haus, das war auch die Pati­en­ten­toi­let­te, mit Zei­tungs­pa­pier­schnip­seln, die am Bind­fa­den auf­ge­zo­gen waren, wisch­te man sich den Hin­tern ab und gekocht wur­de unten im Kel­ler ! Ach es gibt noch so vie­le Erin­ne­run­gen, ja, es wäre schon schön, wenn man für die Nach­welt eini­ge erhal­ten wür­de !
        Ich bin sehr gespannt auf Ihre Ant­wort, viel­leicht haben Sie ja zur Hafen­stra­ße 66 auch noch eini­ge Infor­ma­tio­nen, oder Fotos ?
        Ihr Gesicht kommt mir übri­gens sehr bekannt vor !!!

        Mit freund­li­chen Grü­ßen

        Gün­ter Knieß

        • Moin Herr Knieß,

          ich freue mich, dass Ihnen der Deich­SPIE­GEL gefällt. Vie­len Dank für Ihr Lob.
          Die Hafen­stra­ße war ursprüng­lich von Nord nach Süd num­me­riert. Als im Jah­re 1924 Geest­e­mün­de und Lehe ver­ei­nigt wur­den, hat man neue Haus­num­mern zuge­wie­sen, weil die Hafen­stra­ße ver­län­gert wur­de. Lesen Sie doch bit­te noch mal fol­gen­des in mei­nem Arti­kel:
          Nun müs­sen vie­le Stra­ßen umbe­nannt wer­den, um Dop­pel­be­nen­nun­gen zu ver­mei­den. Die Hafen­stra­ße wird ver­län­gert und reicht nun vom Frei­ge­biet bis hin­auf zum Markt. Bei die­ser Gele­gen­heit wer­den auch die Haus­num­mern neu zuge­wie­sen. Aus der Hafen­stra­ße 64 wird die Hafen­stra­ße 153.
          Hin­sicht­lich Ihres Wun­sches wer­de ich mich bei Ihnen per Email mel­den.
          Freund­li­che Grü­ße
          Her­mann Schwie­bert

        • Hal­lo Gün­ter Knieß,
          viel­leicht kennst Du mich noch.
          Tau­send Jah­re her, wür­de mich über eine Mail freu­en.
          MfG
          Peter Nol­te

  9. Vie­len Dank für die­sen “kurz­wei­li­gen Arti­kel. Da hat das Lesen Spaß gemacht und hat eini­ge Wis­sens­lü­cken auf­ge­frischt.

  10. Vie­len Dank fuer die­sen groß­ar­ti­gen Arti­kel! Mei­ne Mut­ter ist in der Hafen­str. auf­ge­wach­sen, daher fuer mich von beson­de­rem Inter­es­se!

  11. Groß­ar­tig recher­chiert ! Da steckt ver­dammt viel Arbeit drin und ist infor­ma­tiv geschrie­ben !!! Tol­le Geschich­ten über ein ein­zel­nes Haus in der Hafen­stra­ße.

  12. Ich bin begeis­tert — wie schoen, dass ich das lesen konn­te.

  13. Ein groß­ar­ti­ger Arti­kel. So wer­den aus rei­nen Jah­res­zah­len erleb­te Geschich­te. Ich stand schon so oft vor Gebäu­den mei­ner Hei­mat­stadt und ver­such­te mir vor­zu­stel­len, was die­se wohl im Lau­fe der Zeit erlebt haben, bzw. erle­ben muss­ten.

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