9. Dezember 2019
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Die Geschichte der Unternehmerfamilie Kohn in Geestemünde

Die Geschich­te der Unter­neh­mer­fa­mi­lie Kohn in Geest­e­mün­de

Mit der neu­en Son­der­aus­stel­lung “Kapi­tä­ne und Holz­fa­bri­kan­ten – Die Geest­e­mün­der Unter­neh­mer­fa­mi­lie Kohn 1830–1967” wid­met sich das His­to­ri­sche Muse­um Bre­mer­ha­ven einem in Ver­ges­sen­heit gera­te­nen Kapi­tel der Geest­e­mün­der Geschich­te. Über drei Genera­tio­nen lei­te­ten Mit­glie­der der Fami­lie Kohn die Fir­ma “Pundt & Kohn”, die Holz impor­tier­te und eine Holz­fa­brik am Quer­ka­nal betrieb. Ihre Geschich­te zeigt die Bedeu­tung des Holz­han­dels für Geest­e­mün­de und erin­nert an Hafen­an­la­gen und Gebäu­de, die längst aus dem Stadt­bild ver­schwun­den sind.Unternehmerfamilie KohnFranz Johann Syab­be Kohn (1828–1877) war Kapi­tän auf Aus­wan­de­rer­schif­fen, bevor er im auf­stre­ben­den Hafen­ort Geest­e­mün­de sess­haft wur­de und 1863 mit Kapi­tän Diet­rich Pundt die Fir­ma “Pundt & Kohn” an der Gees­te grün­de­te. Sein Sohn Franz Kohn (1857–1909) eröff­ne­te das Säge­werk “Back­haus & Co.” und bau­te das Fami­li­en­un­ter­neh­men zu einer der bedeu­tends­ten Holz­fir­men an der Unter­we­ser aus. Als Sena­tor beglei­te­te er vie­le Neu­bau­pro­jek­te in Geest­e­mün­de. Ger­hard Kohn (1883–1962) und Hans Kohn (1887–1967) führ­ten “Pundt & Kohn” erfolg­reich durch die wirt­schaft­li­chen Kri­sen nach dem Ers­ten Welt­krieg. Wäh­rend Hans Kohn 1924 Sena­tor und 1933 Prä­si­dent der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer in Weser­mün­de wur­de, ver­leg­te Ger­hard Kohn sei­nen Schwer­punkt nach Mel­le bei Osna­brück und betei­lig­te sich am Auf­bau der dor­ti­gen Möbel­in­dus­trie. 1937 änder­te die Fami­lie ihren jüdisch klin­gen­den Nach­na­men in “Koh­nert” und benann­te auch das Unter­neh­men um. “Pundt & Koh­nert”, schwer getrof­fen vom Luft­an­griff auf Weser­mün­de 1944, konn­te nach dem Zwei­ten Welt­krieg nicht an die frü­he­ren Erfol­ge anschlie­ßen und wur­de 1967 auf­ge­löst.

In der Aus­stel­lung wer­den 50 his­to­ri­sche Foto­gra­fi­en, Sti­che, Plä­ne und Doku­men­te sowie 12 Gemäl­de gezeigt, die über­wie­gend aus der Samm­lung des His­to­ri­schen Muse­ums Bre­mer­ha­ven stam­men. Ein Teil der Expo­na­te, wie das sel­te­ne Gemäl­de der Scho­ner­bark “Sali­er” beim Holz­la­den in den Tro­pen aus der Zeit um 1877, wur­de dem Muse­um aus dem Nach­lass von Johan­na Mat­teuc­ci, geb. Koh­nert (1944–2015), gestif­tet. Dazu zählt auch eine Aus­wahl an Gemäl­den von Hans Koh­nert, der an der Kunst­schu­le in Wei­mar stu­diert hat­te. Sein Enkel Dr. Dirk Koh­nert unter­stütz­te die Aus­stel­lung durch Leih­ga­ben und zahl­rei­che Infor­ma­tio­nen zur Fami­li­en­ge­schich­te. Vier Gemäl­de aus dem ehe­ma­li­gen Fami­li­en­be­sitz stellt das Deut­sche Schiff­fahrts­mu­se­um als Leih­ga­ben zur Ver­fü­gung.

Kapi­tä­ne und Holz­fa­bri­kan­ten – Die Geest­e­mün­der Unter­neh­mer­fa­mi­lie Kohn 1830–1967
Son­der­aus­stel­lung 30.11.2019 bis 03.05.2020
His­to­ri­sches Muse­um Bre­mer­ha­ven
An der Gees­te, 27570 Bre­mer­ha­ven
Di-So 10–17 Uhr, Ein­tritt frei
Pres­se­mit­tei­lung:
His­to­ri­sche Muse­um Bre­mer­ha­venHMB aktu­ell 61/19 – 28.11.2019

9. August 2019
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Abrissbagger in Bremerhavens Fritz-Reuter-Strasse

Abriss­bag­ger in Bre­mer­ha­vens Fritz-Reu­ter-Stras­se

Seit fast zwei Wochen ste­hen zwei Abriss­bag­ger in Bre­mer­ha­vens Fritz-Reu­ter-Stra­ße. Als Opfer haben sie sich das Haus Num­mer 6 aus­ge­sucht. Man ver­mu­tet, dass das Gebäu­de Anfang der 1920er Jah­re errich­tet wur­de. Die Bau­sub­stanz soll so schlecht sein, dass eine Sanie­rung nicht mehr mög­lich ist. Abrissbagger in Bremerhavens Fritz-Reuter-StrasseDas Grund­stück mit dem dar­auf ste­hen­den Haus Num­mer 6 hat die GWF Immo­bi­li­en GmbH erwor­ben. Sie will im Jahr 2020 damit begin­nen, auf dem dann fer­tig beräum­ten Grund­stück ein neu­es Wohn- und Geschäfts­haus zu errich­ten. 14 neue Ein‑, Zwei- und Drei-Zim­mer-Woh­nun­gen hat die GWF geplant. Das Erd­ge­schoss ist für Gewer­be­flä­chen vor­ge­se­hen.Abrissbagger in Bremerhavens Fritz-Reuter-StrasseDie GWF hat etwa 1400 in Geest­e­mün­de, Lehe und Mit­te bele­ge­ne Woh­nun­gen im Bestand. In einer Zeit größ­ter Woh­nungs­not grün­de­te im Jah­re 1927 dama­li­ge Mie­ter­ver­ein Bre­mer­ha­ven e.V. sei­ne eige­ne Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft, die heu­ti­ge GWF Woh­nungs- und Immo­bi­li­en GmbH. 
Quel­le:
Nord­see-Zei­tung vom 31.7.2019: “Nach Abriss soll ein Neu­bau ent­ste­hen”

19. Juni 2019
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Taufparty für die “Vasco da Gama”

Tauf­par­ty für die “Vas­co da Gama”

Das war schon ein sel­te­nes Schau­spiel, wel­ches am ver­gan­ge­nen Pfingst­sonn­tag auf der Weser gebo­ten wur­de. Eine gro­ße Tauf­par­ty für die “Vas­co da Gama” hat vie­le Zuschau­er an die See­bä­der­ka­je gelockt. War der Wil­ly-Brandt-Platz schon am Nach­mit­tag des 9. Juni 2018 um 17 Uhr gut besucht, füll­te er sich ab 20 Uhr merk­lich. Die Schau­lus­ti­gen mar­schier­ten direkt zur Weser, um an der Kaje einen guten Platz zu erwi­schen. Über­all auf der See­bä­der­ka­je wur­den die Smart­pho­nes gezückt, um die Tauf­par­ty für die “Vas­co da Gama” auf einem Foto fest­zu­hal­ten.Taufparty für die "Vasco da Gama"Eigent­lich soll­te die “Vas­co da Gama” erst am Tage der Tauf­par­ty in Bre­mer­ha­ven ein­tref­fen. Doch das Sturm­tief “Ivan” ver­an­lass­te den grie­chi­schen Kapi­tän, Ams­ter­dam nicht anzu­lau­fen son­dern direkt Bre­mer­ha­ven anzu­steu­ern. So mach­te das 219 Meter lan­ge Kreuz­fahrt­schiff bereits am Sonn­abend gegen 20.30 Uhr an der Colum­bus­ka­je fest. 

Die Däm­me­rung hat­te bereits ein­ge­setzt, als die “Vas­co da Gama” lang­sam auf der Weser auf­tauch­te. Zwei Schlep­per brach­ten das Kreuz­fahrt­schiff auf sei­ne Posi­ti­on direkt vor der See­bä­der­ka­je. Toll unter­hal­ten von der Band “United Four” ver­folg­ten etwa 2000 fei­ern­de Zuschau­er auf einer gro­ßen Video­lein­wand, wie auf der “Vas­co da Gama” der Mode­ra­tor Uwe Bahn die Tauf­pa­tin Annett Loui­san ankün­dig­te. Mit einem kräf­ti­gen Hieb auf einen gro­ßen roten Buz­ze­re und den Wor­ten: “Ich wün­sche dir, du schö­nes Schiff, immer eine Hand­breit Was­ser unterm Kiel”, lös­te die Tauf­pa­tin einen elek­tri­schen Kon­takt aus. Dar­auf­hin ließ ein eiser­ner Arm eine Fla­sche Cham­pa­gner am Bug des Kreuz­fah­rers zer­schel­len.Taufparty für die "Vasco da Gama"An Land und an Bord sorg­te der lei­der nur kur­ze Auf­tritt der han­no­ver­schen Rock­band “Fury in the Slaugh­ter­house” für eine tol­le Stim­mung. Gemein­sam mit Annett Loui­san stimm­ten die Band­mit­glie­der spon­tan das schö­ne Lied “Trap­ped Today, Trap­ped Tomor­row” an. Die Stim­me der Tauf­pa­tin war aber lei­der zu schwach, sie konn­te sich ein­fach nicht durch­set­zen.

Nach die­sem Schau­spiel rich­te­ten die Zuschau­er auf dem Schiff und auf der Kaje ihren Blick in süd­li­cher Rich­tung. Über der Geest­e­mo­le erleuch­te­te ein von wun­der­schö­ner Musik unter­mal­tes impo­san­tes Feu­er­werk den Him­mel und bil­de­te den krö­nen­den Abschluss der Schiffs­tau­fe.Taufparty für die "Vasco da Gama"Am Pfingst­mon­tag brach die “Vas­co da Gama” mit 1108 Gäs­ten zu ihrer zehn­tä­gi­gen Tauf­rei­se in die Fjord-Land­schaft Süd­nor­we­gens auf. Neun Näch­te lang kön­nen die ers­ten Pas­sa­gie­re das von Tran­sO­ce­an umge­bau­te Schiff, das im Jah­re 1994 als Pas­sa­gier­schiff “Sta­ten­dam” in Dienst gestellt wur­de, erkun­den. Anschlie­ßend wird der Kreuz­li­ner in Bre­mer­ha­ven zurück­er­war­tet. 
Quel­len:
K. Mün­de­lein: Am Sonn­tag will sie nur tau­fen, Nord­see-Zei­tung vom 5.6.2019
Tauf­par­ty für Kreuz­fah­rer, Sonn­tags­jour­nal vom 9.6.2019