24. August 2016
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„Mein Schiff 5“ legt am Columbus Cruises Center an

Am Sonntag, 28. August 2016, legt „Mein Schiff 5“ morgens um 5.30 Uhr am Columbus Cruise Center in Bremerhaven an. Das 295 Meter lange Schiff ist der jüngste Neubau der Reederei TUI Cruises. Für 5000 ankommende und abfahrende Passagiere werden den ganzen Tag über Koffer über Koffer und Unmengen von Lebensmittel verladen. Fans von großen Kreuzfahrtschiffen können von der Besuchergalerie aus das Treiben auf der Columbuskaje verfolgen.

"Mein Schiff 5"Bild: wikimedia HenSti |Aufnahme vom 24.06.2016 | Lizenz: CC BY-SA 4.0 |

Wer des Zuschauens auf der Kaje müde geworden ist, kann sich dem bunten Programm zuwenden, das die Erlebnis Bremerhaven GmbH den Kreuzfahrern im Columbus Cruises Center anbietet: Fantasievoll gekleidete Stelzenläufer und zwei Akkordeonspieler sorgen für maritimes Flair, ein Ballonkünstler wird die wartenden Passagiere zusätzlich unterhalten und das Seefischkochstudio macht mit kleinen Köstlichkeiten auf die kulinarische Stärke Bremerhavens aufmerksam. Auch Smoothies werden angeboten.

Um 19 Uhr legt das ausgebuchte Schiff wieder ab und nimmt Kurs auf England und Frankreich. 14 Shantychöre mit insgesamt 350 Sängerinnen und Sänger aus Bremen, Delmenhorst, Nordenham, dem Land Wursten, der Seestadt und dem Umland Bremerhavens werden eine Etage unterhalb der Besuchergalerie im Columbusbahnhof ihre Plätze einnehmen und ab 18.40 Uhr für maritime Stimmung sorgen. Die Shantys werden gleichermaßen auf der Besuchergalerie und an Bord des Schiffes zu hören sein.

In Kooperation mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub Deutschland (ADFC) hat sich die Erlebnis Bremerhaven GmbH eine besondere Verabschiedung der „Mein Schiff 5“ einfallen lassen: Um 16.30 Uhr werden sich an der Lindenallee Ecke Weserstraße Radfahrer treffen, um gemeinsam durch die Stadt zu radeln. Um 18 Uhr soll der Platz vor dem Bananengate erreicht sein. Die ersten 230 Radler erhalten dort Mützen und eine Fahrradklingel, mit der sie mit einem großen Klingelkonzert den Kreuzfahrtriesen verabschieden sollen.

Wer sich nicht in das Gedränge am Columbus Cruise Center begeben mag, kann die „Mein Schiff 5“ auch von der Wasserseite aus anschauen. Die „Geestemünde“ legt an diesem Tag um 11 und um 14 Uhr zu einer „Dicke Pötte Tour“ ab.

Dass die Reederei TUI Cruises noch stärker als bisher auf Bremerhaven als An- und Abfahrtshafen setzt, erfreut Oberbürgermeister Melf Grantz besonders: „TUI Cruises als Kunden für den Kreuzfahrtstandort Bremerhaven zu gewinnen, ist eine erfolgreiche Entwicklung und gleichzeitig Bestätigung für die Qualität des Columbus Cruise Centers Bremerhaven (CCCB). Der Erstanlauf von „Mein Schiff 5“ an der Columbus-Kaje markiert einen Meilenstein in der weiteren positiven Entwicklung des Kreuzfahrtmarktes in Bremerhaven und wird noch mehr Kreuzfahrtfans in die Stadt locken. Ich freue mich und bin stolz darauf, dass wir zukünftig die bekannten und beliebten Schiffe von TUI Cruises in Bremerhaven abfertigen und die Passagiere auch als Tagesgäste in unserer Stadt begrüßen können.“

22. August 2016
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Die „Lange Nacht der Chöre“

Die Bremerhavener Kinderchöre, Chöre und Bläserchöre laden am Sonnabend, den 27. August, ab 16.00 Uhr jeweils zur vollen Stunde herzlich zur zweiten „Lange Nacht der Chöre“ in die Bremerhavener Herz-Jesu-Kirche, Eupener Straße 60, ein.

"Lange Nacht der Chöre"

Über 400 Chorsängerinnen und Chorsänger lassen in insgesamt fünf Blöcken jeweils 45 Minuten Chormusik in den verschiedensten Stilen und Besetzungen erklingen. Die jüngsten Sänger der Kinder- und Knabenchöre beginnen um 16 Uhr. Ab 17 Uhr stellen die Jugendchorgruppen ihr Können unter Beweis. Anschließend gehört die Bühne den Erwachsenenchören.

In den Pausen gibt es Getränke und einen kleinen Imbiss sowie die Möglichkeit zum Kommen und Gehen.

Der Eintritt ist frei.

18. August 2016
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Fregatte „Bayern“ kehrt von Operation „ATALANTA“ zurück

Am Samstag, den 20. August 2016 um 10 Uhr, kehrt die Fregatte „Bayern“ nach fast einem halben Jahr im Einsatz bei der EU-geführten Operation „ATALANTA“ in ihren Heimathafen Wilhelmshaven zurück. Die „Bayern“ beendet mit ihrem Einlaufen vorerst die deutsche Beteiligung an dieser Operation. Anfang März machte sich die Fregatte auf den Weg die Operation als Flaggschiff unter der Führung von Flottillenadmiral Jan Christian Kaack (53) anzuleiten.

Fregatte "Bayern" Operation "ATALANTA"

Bereits 2015 war die „Bayern“ an „ATALANTA“ beteiligt. Sie absolvierte auch dieses Jahr einen erfolgreichen Einsatz am Horn von Afrika und trug einen wesentlichen Teil zur Sicherung der Seewege bei.

„Die Aufgaben im Einsatzgebiet waren äußerst vielschichtig“, beschreibt Fregattenkapitän Markus Brüggemeier (44), Kommandant der „Bayern“. Die Besatzung hat verschiedenste Operationen erfolgreich durchgeführt. Darunter die Rettung von 92 Menschenleben vor der Küste Somalias, Eskortierung eines Schiffes des Welternährungsprogrammes oder auch die Behandlung internationaler Patienten. Der Kommandant der „Bayern“ ist nach Abschluss des Einsatzes stolz auf Besatzung und Schiff: „Es ist meine Besatzung, die aus einem Stück Stahl ein Schiff macht! Und dieses Schiff hat die zurückliegenden Herausforderungen gut gemeistert, so dass ich auf einen abwechslungsreichen, spannenden und guten Einsatz meines Schiffes zurückdenke.“

Mit ihrer Rückkehr legte die „Bayern“ auf ihrem Einsatz insgesamt 32.927 Seemeilen zurück und fuhr somit 1 ½ mal um die Welt.

Hintergrundinformation zur Operation „ATALANTA“
Die von der Europäischen Union (EU) geführte Operation „ATALANTA“ hat das Ziel die Transporte des Welternährungsprogrammes (WFP) zu schützen und die Piraterie am Horn von Afrika einzudämmen. Seit Beginn der EU-Operation im Dezember 2008 wurde kein Schiff des WFP durch Piraten angegriffen. Dadurch erreichten Nahrungsmittel und Hilfsgüter ungehindert ans Ziel. Somit konnten viele Leben der notleidenden Bevölkerung in Somalia gerettet werden. Die Tätigkeiten der Piraten sind mit Beginn der Operation signifikant zurückgegangen und seit über einem Jahr ist kein Handelsschiff in die Hände der Piraten gefallen.

Das Einsatzgebiet der Operation „ATALANTA“ umfasst den See- und Luftraum im Golf von Aden sowie einen Teil des Indischen Ozeans und des Arabischen Meeres. Es hat die zwanzigfache Größe Deutschlands.
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17. August 2016
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Das kurze Glück der Donauschwaben

Das kurze Glück der Donauschwaben – das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven gibt am Sonntag, 21. August 2016, um 10.30 Uhr im Rahmen eines thematischen Rundganges durch die Dauerausstellung einen Überblick über 300 Jahre donauschwäbische Wanderungsgeschichte.

Das kurze Glück der Donauschwaben

Die Geschichte der so genannten „Donauschwaben“ beginnt bereits im 17. Jahrhundert mit der Ansiedlung erster deutscher Bauern und Handwerker im Königreich Ungarn. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts schließen sich auch zahlreiche Donauschwaben der europäischen Massenauswanderung nach Übersee an. Ende des Zweiten Weltkrieges kommen die Nachfahren der donauschwäbischen Siedler als Vertriebene nach Deutschland, ab 1950 wandern sie als „(Spät)Aussiedler“ in das Land ihrer Vorfahren zurück.

Die Führung „Das kurze Glück der Donauschwaben. Auswanderer vor der Frage: Weiterziehen, bleiben oder zurückkehren?“ beginnt um 10.30 Uhr im Foyer des Deutschen Auswandererhauses. Eine Anmeldung ist erwünscht unter der Rufnummer 0471/90 22 0–0 oder an der Museumskasse.

Preis: Eintritt in die Dauerausstellung zzgl. 3,00 €.
Weitere Informationen:
www.dah-bremerhaven.de
Deutsches Auswandererhaus
Columbusstraße 65
27568 Bremerhaven

16. August 2016
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Mit plattem Boden zu den Schippertagen nach Bremerhaven

Zu Bremerhavens ersten Schippertagen, zu denen vom 19. bis zum  21.08.2016 das Deutsche Schiffahrtsmuseum und die Erlebnis Bremerhaven GmbH am Schaufenster Fischereihafen und im Alten Hafen einladen, werden viele traditionelle Wattenmeer-Segelschiffe erwartet.

Schippertagen

Noch bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts bestimmten die Aaken, Bojer, Ewer, Galioten, Kuffen und Tjalken das Bild an den deutschen und niederländischen Küsten. Einst als Verkehrs- und Transportmittel unterwegs, gehören die Kähne mit ihrem flachen Unterwasserschiff, den Seitenschwerter und dem bulligen Bug heute zu den Traditionssegelschiffen.

Schon seit dem Jahre 1990 folgen die Schiffe, die im Wattenmeer auch flache Stellen passieren oder sich bei Niedrigwasser trocken fallen lassen können, an jedem 2. Augustwochenende dem Ruf nach Carolinensiel zur Watten-Sail.

In diesem Jahr wird die eingeschworene Gemeinschaft der Plattbodensegler erstmals auch nach Bremerhaven kommen und den ersten „Schippertagen“ ihre Aufwartung machen. Nach dem Einlaufen treffen sich Schipper und  Besatzungen im Seefischkochstudio. Am Samstag geht es dann um elf Uhr zur Parade raus auf die Weser mit Kurs auf den Alten Hafen. Dort findet am Samstag und am Sonntag für die Besucher maritimes Bühnenprogramm statt.

Mit dieser neuen Veranstaltung will die Erlebnis Bremerhaven GmbH nicht nur den Wattenseglern aus den deutschen Nordseehäfen sondern vor allem unseren niederländischen Nachbarn ein interessantes Törnziel bieten. Unklar scheint zu sein, wie viel Boote sich angemeldet haben. Das Deutsche Schiffahrtsmuseum erwartet „mehr als 30“ Schiffe, die Seestadt Bremerhaven meldet, dass „ca. 13 Schiffe kommen werden“.
Programm:
Deutsches Schiffahrtsmuseum Bremerhaven

15. August 2016
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Historischer Stadtrundgang durch das „alte Leherheide“ – 2

Das „moderne Leherheide“: Leherheide-West
und aktuelle Entwicklungen

alte Leherheide

Während des dritten Rundganges wenden wir uns Leherheide-West zu, das dem Stadtteil (seit 1971) Leherheide seit den 1960ern insbesondere durch die vor allem von der GEWOBA gestalteten Neubaugebiete ein neues Gesicht gegeben hat. Wir beginnen bei der Heinrich-Heine-Schule, einer der ersten integrierten Gesamtschulen Deutschlands, beschäftigen uns mit der Stadtteilbibliothek, die im Zuge der Umgestaltung des Julius-Leber-Platzes 2011 ein neues Gebäude erhalten hat, und gehen am Heidjer-Stein vorbei Richtung Freizeittreff. Der Rundgang endet am Herbert-Ritze-Weg, wo wir uns mit den aktuellen Entwicklungen des Stadtteils Leherheide beschäftigen.
Treffpunkt:
Freitag, 19. August 2016, 15-17 Uhr
Heinrich-Heine-Schule, Hans-Böckler-Str. 30, Haupteingang

Referenten:
Wolfgang Schmidt, Historiker und Autor der „Stadtteilgeschichte Leherheide“
Dr. Julia Kahleyß, Stadtarchiv Bremerhaven

13. August 2016
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Heute vor 55 Jahren

Heute vor 55 Jahren, in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961, riegeln 14.500  Angehörige der Deutschen Grenzpolizei, der Schutz- und kasernierten Volkspolizei und der Betriebskampftruppen mit Stacheldraht und Beton die Grenze zwischen Ost- und Westberlin und zwischen Westberlin und der DDR ab. Alle Verkehrsverbindungen zwischen den beiden Teilen Berlins waren damit unterbrochen. Über 50.000 Ost-Berliner können ihre Arbeitsplätze im Westen nicht mehr erreichen.

Heute vor 55 JahrenFoto: Bundesarchiv, Bild 173-1321 |  Helmut J. Wolf  Lizenz: CC BY-SA 3.0  

Den Plan zum Mauerbau hegte die DDR-Regierung schon seit Mitte der 1950er Jahre. Doch die sowjetische Führung lehnte dieses Vorhaben immer wieder ab. Erst im Rahmen einer Besprechung zwischen Chruschtschow und Ulbricht am 3. August 1961 wurde das Vorhaben beschlossen.

Die DDR-Regierung stufte den Plan als Staatsgeheimnis ein. Noch am 15. Juni 1961 beteuerte der Staatsratsvorsitzende der DDR, Walter Ulbricht, auf einer internationalen Pressekonferenz: „Ich verstehe Ihre Frage so, dass es Menschen in Westdeutschland gibt, die wünschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR mobilisieren, um eine Mauer aufzurichten, ja? Mir ist nicht bekannt, dass eine solche Absicht besteht, da sich die Bauarbeiter in der Hauptstadt hauptsächlich mit Wohnungsbau beschäftigen und ihre Arbeitskraft dafür voll ausgenutzt wird, voll eingesetzt wird. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“

Nur acht Wochen später, am 13. August 1955, begannen die Arbeiten am Mauerbau. Der damalige ZK-Sekretär für Sicherheitsfragen, Erich Honecker, war für die Planung und Ausführung des Mauerbaues politisch verantwortlich. Die 155 Kilometer lange Berliner Mauer – von Ostdeutschland als „Friedensgrenze“ und „Antifaschistischer Schutzwall“ glorifiziert und von Westdeutschland als „kommunistische Schandmauer“ beklagt – zementierte für die folgenden 28 Jahre die politische Spaltung Deutschlands und Europas.

12. August 2016
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Auslaufen der Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“

Am Dienstag, den 16.08.2016 um 10 Uhr, wird die Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ ihren Heimathafen Wilhelmshaven verlassen, um ab Anfang September 2016 am EU-Einsatz „EUNAVFORMED OPERATION SOPHIA“ im Mittelmeer teilzunehmen. Die Deutsche Marine beteiligt sich seit Juni 2015 an dieser Mission.Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern"Zunächst läuft die Fregatte der Klasse F 123 in Richtung Ostsee aus, um dort ein Schadensabwehr- und Gefechtstraining zu absolvieren, bevor es in den Einsatz geht. Nach diesem anspruchsvollen Training und einem Stopp in Kiel, fährt sie von dort aus Richtung Mittelmeer.

Der Kommandant der „Mecklenburg-Vorpommern“, Fregattenkapitän Christian Schultze (42), erläutert im Vorfeld: „Der bevorstehende Einsatz erfordert von Schiff und Besatzung die bestmögliche Vorbereitung. Diese werden wir in den Wochen bis Mitte September abschließen, um uns den Herausforderungen des Einsatzes zu stellen und diesen optimal begegnen zu können. Meine Besatzung hat hart gearbeitet, ist hochmotiviert, engagiert, fokussiert und wird den Einsatz erfolgreich bestehen“.einem somalischen Mädchen benannt, das am 24. August 2015 an Bord der Fregatte „Schleswig-Holstein“ zur Welt kam.
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11. August 2016
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Führungen für Familien im Deutschen Auswandererhaus

Kinder und ihre (Groß-)Eltern sind am Freitag, 12. August, und Sonntag, 14. August 2016, jeweils um 10.30 Uhr, dazu eingeladen, im Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven auf den Spuren von Auswanderern eine Zeitreise in die Neue Welt zu unternehmen.

im Deutschen Auswandererhaus

Große Geschichtsfreunde haben während des Rundgangs Zeit, sich an den Hörstationen in Ruhe in die Lebenswege der Auswanderer zu vertiefen, während kleine Weltenbummler spielerische Einblicke in das Reisegepäck bekommen und mehr über die Gründe einer Auswanderung lernen. An Bord gilt es, zusammen Seemannsknoten zu binden. Nach der Überfahrt erfahren die Teilnehmer in New York, wie sich die Auswanderer in ihrer neuen Heimat einlebten. Anschließend können die Familien selbstständig den Ausstellungsteil zu 300 Jahren Einwanderungsgeschichte zu erkunden, in der Familienrecherche nach ausgewanderten Vorfahren suchen oder im Museumskino noch mehr über die Migranten zu erfahren.

Die Führung beginnt um 10.30 Uhr im Museumsfoyer. Preis: Familienticket zzgl. 3,00 Euro.
Presseinformation vom 10.08.2016 | www.dah-bremerhaven.de

5. August 2016
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Geheimer Kommerzienrat Oskar Meissner

Geheimer Kommerzienrat
zum 85. Todestag von Oskar Meissner

Die Monatszeitschrift StadtBILD hat in ihrer Ausgabe Nr.  155 vom Juni 2016 einen Aufsatz von Herrn Wolfgang Stiller zum 85. Todestag von Oskar Meissner veröffentlicht.

Geheimer Kommerzienrat Oskar Meissner

Benjamin Oskar Reinhold Meissner, Fabrikbesitzer, Stadtrat, Magistratsmitglied, Geheimer Kommerzienrat und Stadtältester, wurde am 9. Mai 1843 in Fraustadt (Wschowa) geboren.

Die Familie entstammt einer alteingesessenen Ratsfamilie in Fraustadt, die dort seit dem 30-jährigen Krieg (1618 – 1648) als Tuchmacher wirkte. Fraustadt ist eine Kreisstadt im Westen der ehemaligen Provinz Posen. Im Jahre 1887 kam die Stadt zum Kreis Lissa und 1941 als eigener Kreis zur Provinz Niederschlesien. Wie aus der Firmenchronik der Görlitzer Tuchfabrik Krause & Söhne hervorgeht, kam Oskar Meissner von der Firma „Schlesische Tuchfabrik Jeremias Sigismund Foerster & Co. Grünberg“. Sie war ein sehr angesehenes Unternehmen. In dieser Firma war Meissner als Technischer Leiter tätig. Nach 1860 entstanden die ersten Kontakte zwischen Oskar Meissner und der Firma Krause & Söhne in Görlitz. Zu jener Zeit wurden aus Fraustadt, dem Unternehmen seiner Eltern, Rohtuche zur Weiterverarbeitung in Görlitz bezogen.

Geheimer Kommerzienrat Oskar Meissner

Emil Krause (*13.5.1828 +17.2.1872), der Sohn des Firmengründers Karl Friedrich Krause (*17.5.1795 +17.8.1866), vermählte sich 1870 mit Bertha Meissner (*14.3.1838 Fraustadt +11.2.1935 Görlitz), der Schwester von Oskar Meissner. Diese Familienverhältnisse wurden noch enger, als wenig später Oskar Meissner die Anna Krause (16.9.1848 +16.10.1934) ehelichte und somit in die Firma Krause & Söhne einheiratete.

Durch den frühen Tod des Firmengründers Karl Friedrich Krause 1866 und dessen Sohn Emil Krause 1872 sowie die andauernde Krankheit des Firmenteilhabers Edmund Krause (verstorben 1880) war die Geschäftsführung der Firma Krause & Söhne gefährdet. Daher wurde Oskar Meissner zu Beginn des Jahres 1872 in die Führung der Firma berufen. Eine wesentliche Voraussetzung dafür war seine solide fachliche Ausbildung und leitende Tätigkeit bei der oben beschriebenen Firma F. Foerster in Grünberg. Nach dem Tod seines Schwagers Carl Emil Krause im Jahre 1872 übernahm Oskar Meissner 1872 für seine Schwester Bertha (Gattin von Carl Emil) die Leitung der Firma Kruse & Söhne. Berta war nach dem Tod ihres Gatten Carl Emil mit ihren 5 minderjährigen Kindern Firmenerbin.

Mit Beginn des Kaiserreiches hatte auch in der Firma ein deutlicher Aufschwung begonnen. Durch eine zielbewusste Modernisierung des Unternehmens durch Oskar Meissner wurde das Unternehmen zu neuer Blüte geführt. Unter seiner Leitung hatte er das Fabrikgebäude erweitert und neue Maschinen angeschafft.

Besondere Verdienste erwarb sich Meissner für die Sicherstellung der besonders wichtigen Wasserversorgung für seine Firma. Durch mehrere Verträge mit der Stadt konnte dieses Vorhaben zwischen 1885 bis 1892 in weitschauender Weise gesichert werden. Dabei wurde Wasser teilweise der Neiße entnommen und aus einem Brunnen, welcher in der Nähe des Krankenhauses an der Berliner Bahnstrecke angelegt wurde. Dessen Wasser wurde mittels Röhren in einen Teich (Ponteteich) geleitet, der sich gegenüber der Fabrik am Grünen Graben befand.

Geheimer Kommerzienrat Oskar Meissner

Die Firma Krause & Söhne unter der Leitung von Oskar Meissner richtete eine Betriebs-Pflichtsparkasse ein. In dieser konnten die Belegschaftsangehörigen für Zeiten der Arbeitslosigkeit, der Not und des Alters bestimmte Beiträge des Lohns ansparen. Alle Beamten, Arbeiter und Arbeiterinnen, die in der Firma fest angestellt waren, wurden verpflichtet, dieser Betriebssparkasse beizutreten und allwöchentlich einen bestimmten Beitrag ihres Lohnes einzuzahlen. Die Einlagen wurden mit 4% verzinst.

Am 25. März 1899 nahm die Firma Krause & Söhne die Form einer GmbH an. Als Geschäftsführer zeichneten Oskar Meissner und Rudolf Krause.

An der Lunitz, vor dem Oktogon, stand ein Gasometer des Gaswerkes Görlitz. Dieser wurde nicht mehr benötigt und durch die Stadt abgebrochen. Im Jahre 1908 erwarb Meissner das Areal von der Stadt für seine Firmenerweiterung. Laut Kaufvertrag handelte es sich um eine Fläche von 1448 m². An dieser Stelle befindet sich jetzt, nach Abriss einiger Gebäudeteile, der Parkplatz der Arbeitsagentur.

Im September 1912 rückte Rudolf Krause zum alleinigen Geschäftsführer auf, während 0skar Meissner als Teilhaber in der Firma tätig blieb. Meissner blieb bis zu seinem Tode ein treuer Ratgeber für die Geschäftsführer der Firma.

Nach langjähriger, erfolgreicher Tätigkeit als Stadtverordneter wurde er im Jahre 1898 ein unbesoldetes Mitglied des Magistrats der Stadt. Er gehörte dem Magistrat bis zum Jahre 1919 an, also 21 Jahre. 1912 übernahm Meissner ehrenamtlich das Bergwerkdezernat „Grube Stadt Görlitz“ des Magistrats.

Im Nachruf des Magistrats zu seinem Ableben am 1.6.1931 heißt es hierzu: „In dieser Tätigkeit hat Herr Meißner mit nie ermüdender Arbeitskraft und einem unbeugsamen Willen zur Pflichterfüllung in hervorragender Weise an der Umstellung des Bergwerkes Kohlfurt zu einem kaufmännischen Betriebe gearbeitet und aus diesem Werke ein Unternehmen geschaffen, dessen Segen für die Stadt sich besonders in der Kriegs- und Nachkriegszeit erwiesen hat. Auch in anderen Ämtern hat er bis ins hohe Alter seine Arbeitsfreudigkeit und seinen vorbildlichen Bürgersinn bewiesen. Meissner erwarb sich hohe Verdienste um das Wohl der Stadt. Seine aufrechte Persönlichkeit, sein verbindliches Wesen und seine der Stadt geleistete Arbeit werden im Kreise des Magistrats unvergessen bleiben.“

Im Jahre 1894 errichtete Meissner Lindenweg 4 seine Familienvilla und erwarb das Grundstück Lindenweg 7, welches um 1860 bebaut worden ist. Auf diesem Grundstück wohnten laut Adressbuch die Töchter von 0skar Meissner.

Zu seinem 70. Geburtstag 1913 wurde dem Kommerzienrat Oskar Meissner im Auftrage des Ministers für Handel und Gewerbe der Charakter eines „Geheimen Kommerzienrates“ verliehen. In Anerkennung für seine hohen Verdienste für die Stadt Görlitz wurde ihm aus diesem Anlass von den städtischen Körperschaften das Prädikat „Stadtältester“ zuerkannt.

Am 1. Juni 1931 verstarb Oskar Meissner nach schwerem Leiden im Alter von 88 Jahren in der chirurgischen Klinik von Dr. Boeters, Konsulplatz. Er wurde in der Familiengruft auf dem Friedhof unter großer Anteilnahme von Stadt und Belegschaft beigesetzt.

Geheimer Kommerzienrat Oskar Meissner

Oskar Meissner war auch Mitglied der Freimaurerloge zu Görlitz „Zur gekrönten Schlange“. In dieser Loge hat Meissner eine Stiftung für hilfsbedürftige Kinder und Witwen von Freimaurern und hilfsbedürftige Freimaurer gegründet. Jährlich wurden mindestens 150,- Mark gestiftet, so dass sich bis zum Jahre 1920 ein Kapital von 14.706,72 Mark angesammelt hat.

Sein 85. Todestag im Juni 2016 sollte uns Anlass sein, einer in der Öffentlichkeit bislang wenig bekannten Persönlichkeit, die sich große Verdienste für das Aufblühen des Wirtschaftslebens und für die Sorge des Gemeinwohl unserer Stadt erworben hat, zu gedenken.

Die Töchter von Oskar Meissner, Margarete und Elisabeth, ehelichten ebenfalls zwei Brüder: Margarete Meissner (*17.4.1873 +17.8.1971) den Amtsgerichtsrat Otto Pohl (*9.2.1866 +15.10.1947) und Elisabeth Meissner (*8.2.1871 +27.11.1960) den preußischen Generalleutnant Lorenz Pohl (*11.11.1855 +7.3.1935. Die beiden Schwestern von Meissner lebten bis zu ihrem Tod weiterhin im Grundstück Lindenweg 7. Sie sind ebenfalls in der Familiengruft auf dem Friedhof bestattet.
Nachdruck
Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung des StadtBILD-Verlages Görlitz und Herrn Wolfgang Stiller.