8. Februar 2018
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Leher Rathaus erstrahlt in neuem Glanz

Dort, wo der nörd­lichs­te Teil der Hafen­stra­ße auf die Brook­stra­ße trifft, begrüßt den Lieb­ha­ber schö­ner Gebäu­de das im neo­go­ti­schen Stil erstell­te Leher Rat­haus. Schön sieht es nun wie­der aus, nach­dem die Sanie­rungs­ar­bei­ten an der so wun­der­bar ver­zier­ten Süd­fas­sa­de abge­schlos­sen sind.

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Bereits am 30. Juni 1855 hat sich der Gemein­de­aus­schuss des Fle­cken Lehe mit dem Neu­bau eines Rat­hau­ses befasst. Von die­sem Ansin­nen nahm man jedoch wie­der Abstand. Der Bau eines Armen­hau­ses für die­je­ni­gen Ein­woh­ner, “wel­che Unter­stüt­zung aus den Armen-Mit­teln des Fle­ckens in Anspruch neh­men und wel­chen das Armen-Col­le­gi­um nicht auf ande­re Wei­se Unter­stüt­zung oder Unter­halt gewährt”, schien den Ver­ant­wort­li­chen dring­li­cher zu sein.

So wur­de für die Armen des Fle­ckens am alten Leher Markt­platz im Jah­re 1865 ein ursprüng­lich schlich­tes Gebäu­de errich­tet. Einen Teil der Bau­kos­ten wur­de über einen schon Jah­re zuvor ange­leg­ten Armen­haus­fonds bestrit­ten. Der Rest wur­de durch Dar­le­hens­mit­tel der Leher Fle­cken­spar­kas­se finan­ziert.

Aller­dings dien­te das Gebäu­de nur weni­ge Jah­re als Armen­haus. Nach­dem der Fle­cken Lehe in der Wurs­ter Stra­ße ein neu­es Armen­haus gebaut hat, wur­de das Gebäu­de am alten Leher Markt­platz an den Mili­tär­fis­kus ver­mie­tet und seit 1872 als Kaser­ne für die Sol­da­ten des 9. Schles­wig­schen Fuß-Artil­le­rie-Regi­ments benutzt. Die Sol­da­ten exer­zier­ten auf dem Markt­platz und blie­ben bis 1887.

Ursprüng­lich hat­te der Fle­cken Lehe kein eige­nes Rat­haus. Bis zum Jah­re 1879 wur­den die Geschi­cke der Gemein­de ehren­amt­lich gelei­tet. Von 1868 bis 1879 befan­den sich die Räu­me der Ver­wal­tung im Hau­se der Fle­cken­vor­ste­her Johann Bohls und D. A. Jans­sen, danach im Hau­se des Fle­cken­vor­ste­hers G. H. Bösch. Ab 1. Janu­ar 1880 gab es einen haupt­amt­li­chen Bür­ger­meis­ter, Gus­tav Richard Fels. Der neu ein­ge­setz­te Magis­trat und das Bür­ger­vor­ste­her-Kol­le­gi­um soll­ten ihre Tätig­kei­ten nun in neu­tra­len Räu­men ver­rich­ten. Der Magis­trat Lehe arbei­te­te unter der Lei­tung von Bür­ger­meis­ter Fels zunächst in den ange­mie­te­ten Räu­men des Hotels Hel­merking. 

Am 1. Okto­ber 1881 stell­te Bür­ger­meis­ter Fels den Antrag, im Früh­jahr 1982 für die Gemein­de Lehe ein Rat­haus bau­en zu las­sen. Nach lan­ger Debat­te wur­de der Vor­schlag abge­lehnt. Schließ­lich wur­de das vom Bäcker­meis­ter Edu­ard Wicht an der Ecke Bat­te­rie- und Johan­nes­stra­ße (1925 in Hafen­stra­ße umbe­nannt) erbau­te Haus mit fol­gen­den Räum­lich­kei­ten ange­mie­tet: ein Büro zur Erle­di­gung der schrift­li­chen Arbei­ten, ein Zim­mer für die Kas­sen­stel­le, ein Stan­des­amts­zim­mer, einen Sit­zungs­saal, ein Arbeits­zim­mer für den Bür­ger­meis­ter und ein Zim­mer für die Spar­kas­se mit einem feu­er­si­che­ren Raum und einem Vor­zim­mer. Als “Rats­kel­ler” wur­de im Kel­ler­ge­schoss  eine Schenk­stu­be ein­ge­rich­tet.

Als das Wicht’sche Haus zu klein wur­de, über­nahm die Ver­wal­tung das “Armen­haus” (das dar­in unter­ge­brach­te Mili­tär war 1. April 1887 nach Köln ver­legt wor­den) und ließ es durch den Leher Archi­tek­ten Carl Pog­ge zu einem Rat­haus umbau­en. Für die Ver­wal­tung und für die Leher Spar­kas­se war das Erd­ge­schoss vor­ge­se­hen. Im Ober­ge­schoss wur­de eine Dienst­woh­nung für den Bür­ger­meis­ter her­ge­rich­tet, und auch der Haus­meis­ter wur­de dort unter­ge­bracht.

Für den Außen­be­reich ent­warf Carl Pog­ge eine  reich geglie­der­te prunk­vol­le Putz­fas­sa­de im Sti­le der Gotik: Der Ein­gangs­be­reich wird durch einen zag­haft her­vor­sprin­gen­den Mit­tel­ri­sa­li­ten mit einem spitz­bo­gi­gen Por­tal gebil­det. Säu­len, die bis zum Gie­bel hin­auf­rei­chen und in Fia­len enden, begren­zen auf bei­den Sei­ten den Risa­li­ten. Das Gie­bel­feld ist mit einem drei­glied­ri­gen Fens­ter und einer dar­über ange­ord­ne­ten gro­ßen Uhr gestal­tet. Über der Brüs­tung fängt das Leher Wap­pen mit den gekreuz­ten Sen­sen­blät­tern den Blick des Betrach­ters ein.

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Am 3. August 1888 hielt Bür­ger­meis­ter Augspurg die Wei­he­re­de. Nun hat­te die Gemein­de end­lich ein eige­nes Rat­haus, von dem der Bür­ger­meis­ter glaub­te, “es dürf­te wohl nicht zwei­fel­haft sein, dass die Räum­lich­kei­ten des Gemein­de­hau­ses für lan­ge Zei­ten, ja wohl für immer, den dienst­li­chen Zwe­cken genü­gen­de sind”. Doch er soll­te sich irren. Lehe ent­wi­ckel­te sich, und die Auf­ga­ben der Ver­wal­tung nah­men ste­tig zu.

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Noch zu Bür­ger­meis­ter Augspurgs Amts­zeit began­nen im Jah­re 1905 die Vor­be­rei­tun­gen für einen  Anbau. Im Jah­re 1907 wur­de das Leher Rat­haus dann nach den Plä­nen des Stadt­bau­meis­ters Hein­rich Lagers­hau­sen auf der noch ver­füg­ba­ren Grund­stücks­flä­che erheb­lich ver­grö­ßert. Bei der rück­sei­ti­gen Rat­haus­er­wei­te­rung wur­de auf die Archi­tek­tur des Alten Rat­hau­ses Rück­sicht genom­men. Der mit einem Turm ver­se­he­ne drei­ge­schos­si­ge Erwei­te­rungs­bau mit sei­nem gro­ßen Sit­zungs­saal ist mit Blick von der Markt­sei­te kaum zu erken­nen.

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Lehe wuchs in die­ser Zeit so schnell, dass bald auch das erwei­ter­te Rat­haus zu klein wur­de. Auch für die Leher Spar­kas­se wur­den die Räum­lich­kei­ten für einen geord­ne­ten Geschäfts­be­trieb zu eng. Die Gemein­de Lehe ent­schied sich zum Bau eines Spar­kas­sen­ge­bäu­des an der Hafen­stra­ße. Als es im Som­mer 1917 bezugs­fer­tig war, zog in den Dop­pel­bau nicht nur die Spar­kas­se ein. Das Post­amt, das Staat­li­che Kul­tur­bau­amt, das Stadt­bau­amt und das Stan­des­amt fan­den hier eben­falls eine Blei­be.

Am 11. Novem­ber 1924 fand die letz­te Sit­zung der Kör­per­schaf­ten der Stadt Lehe statt. Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Schö­ne­wald hielt eine Abschieds­re­de. Aus den Unter­we­ser­städ­ten Lehe und Geest­e­mün­de wur­de Kraft preu­ßi­schem Gesetz die Stadt Weser­mün­de. Damit ende­te die Geschich­te der Stadt Lehe.

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Nach dem Zwei­ten Welt­krieg zog die Bau­ver­wal­tung in das Gebäu­de, das 1984 unter Denk­mal­schutz gestellt wur­de, ein. Als die Bau­ver­wal­tung im Jah­re 2004 in das Tech­ni­sche  Rat­haus umzog, über­nahm das neue Jus­tiz­zen­trum das Alte Rat­haus. Arbeits­ge­richt und Nach­lass­ge­richt zogen ein. Auch das ört­li­che Jugend­amt und den Betreu­ungs­ver­ein Bre­mer­ha­ven fin­det man hier.

Im Lau­fe der Jah­re nag­te der Zahn der Zeit kräf­tig an der Gebäu­de­au­ßen­hül­le. Abplat­zun­gen und Ris­se, die bis in die Innen­räu­me reich­ten, wur­den bei einer Begut­ach­tung im Jah­re 2013 fest­ge­stellt. Auch defek­te Dach­ab­schlüs­se, undich­te Fens­ter, defek­te Mau­er­ab­de­ckun­gen und durch ein­ge­drun­ge­ne Feuch­tig­keit ent­stan­de­ne Schä­den stell­ten die Gut­ach­ter fest.

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Umfang­rei­che Sanie­rungs­maß­nah­men für rund eine Mil­lio­nen Euro wur­den in den Jah­ren 2013 und 2014 an der West- und Nord­fas­sa­de und an Tei­len der Ost­fas­sa­de vor­ge­nom­men. Dann wur­den die Arbei­ten ein­ge­stellt. Die Finan­zie­rungs­mit­tel waren aus­ge­schöpft. Aus Sicher­heits­grün­den muss­te der gesam­te Bereich um die Süd­fas­sa­de abge­sperrt wer­den. Es bestand die Gefahr, dass Mau­er- oder ande­re Gebäu­de­tei­le her­ab­fal­len wür­den.

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Im Mai 2017 konn­te end­lich mit den Sanie­rungs­maß­nah­men an der Süd­fas­sa­de begon­nen wer­den. Die Stadt Bre­mer­ha­ven stell­te 250.000 Euro zur Ver­fü­gung, wei­te­re nicht zurück zu zah­len­de 100.000 Euro erhielt Bre­mer­ha­ven aus dem Denk­mal­schutz-Son­der­pro­gramm des Bun­des zur Erhal­tung von Kul­tur­denk­mä­lern. Im Herbst 2017 waren die Arbei­ten abge­schlos­sen. Die Fas­sa­de bekam ihren his­to­ri­schen creme­far­be­nen Anstrich zurück, ein dezen­ter Rot­ton hebt die Ver­zie­run­gen her­vor. Die Fens­ter wur­den aus­ge­wech­selt, die Ein­gangs­tür auf­ge­ar­bei­tet.

Die Kos­ten für die noch erfor­der­li­chen Sanie­rungs­ar­bei­ten an der Ost­sei­te haben die Archi­tek­ten des stadt­ei­ge­nen Betrie­bes See­stadt Immo­bi­li­en auf eine hal­be Mil­lio­nen Euro geschätzt.

Quel­len:
A. Mey­er: Armen­haus wur­de Rat­haus,
Nie­derd. Hei­mat­blatt Nr. 271 v. Juli 1972
A. Mey­er:Kein Platz für die Ver­wal­tung, Nie­derd. Hei­mat­bl. Nr. 273 v. Sep 1972
Har­ry Gab­cke: Bre­mer­ha­ven frü­her – ges­tern — heu­te, Sei­ten 60 und 61
Har­ry Gab­cke: Bre­mer­ha­ven in alten Ansich­ten, Sei­te 137
Her­mann Schrö­der: Geschich­te der Stadt Lehe, Sei­ten 229 – 231
R. Dons­bach: Sieht gut aus, ist aber morsch, Nord­see-Zei­tung vom 20.08.2014
S. Schwan: Leher Wahr­zei­chen in Gefahr, Nord­see-Zei­tung vom 19.10.2015
R. Dons­bach: Jetzt ist Geld dafür da, Nord­see-Zei­tung vom 25.10.2016
U. Kikker: Schmuck­stück ist fer­tig, Nord­see-Zei­tung vom 5.12.2017
See­stadt Immo­bi­li­en: Sanie­rung der Ein­gangs­fas­sa­de des … Rat­hau­ses Lehe
Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge Bre­men: Denk­mal­da­ten­bank

22. Juni 2017
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Bekleidungshaus Ketelsen

Wenn man heu­te vor dem Wasch­sa­lon in der Leher Hafen­stra­ße 76 steht, erin­nert nichts dar­an, dass die­ses Gebäu­de einst das bekann­te “Beklei­dungs­haus Ketel­sen” beher­berg­te. Auch in dem Gebäu­de Hafen­stra­ße 78 und 80 wer­den schon vie­le Jah­re kei­ne Anzü­ge mehr ver­kauft.

Bremerhaven, Hafenstraße

Man schreibt das Jahr 1911. Im Janu­ar fei­ert das Deut­sche Reich den 40. Jah­res­tag sei­nes Bestehens. Die Indus­tria­li­sie­rungs­pha­se ist prak­tisch abge­schlos­sen, im deut­schen Kai­ser­reich herrscht Hoch­kon­junk­tur. Die wöchent­li­che Arbeits­zeit beträgt in der Regel 60 Stun­den.

Das Jahr 1911 ist kein fried­li­ches Jahr, die Groß­mäch­te rüs­ten auf.  Zwi­schen Deutsch­land und Groß­bri­tan­ni­en fin­det seit dem Jah­re 1906 ein Flot­ten-Wett­rüs­ten statt, den die Bri­ten am Ende für sich ent­schei­den wer­den.

Doch noch spürt man in der Bevöl­ke­rung nicht, dass der Ers­te Welt­krieg längst vor der Tür steht. Im Janu­ar 1911 fin­det in Bre­mer­ha­ven ein Nord­west­deut­sches Musik­fest statt, im Febru­ar wird die Bau­ge­nos­sen­schaft “Ein­tracht” gegrün­det und in Geest­e­mün­de eröff­net im August die Weser­ge­sell­schaft den Fähr­ver­kehr mit Ble­xen.

Ketelsen

Vor die­sem Hin­ter­grund grün­det  im Febru­ar des Jah­res 1911 der aus Flens­burg stam­men­de Armin Ketel­sen in der Leher Hafen­stra­ße 76 Ecke Auf den Sül­ten ein Laden­ge­schäft für Her­ren­kon­fek­ti­on. Armin Ketel­sen hat­te sich gera­de von sei­nem Geschäfts­part­ner Win­ter, mit dem er im Jah­re 1906 auf der gegen­über­lie­gen­den Stra­ßen­sei­te das gro­ße Spe­zi­al­haus “Ketel­sen & Win­ter” in der Hafen­stra­ße Ecke Kist­ner­stra­ße gegrün­det hat, getrennt.

Das Beklei­dungs­haus Armin Ketel­sen wur­de schnell beliebt. Schon bald nach dem Ende des Ers­ten Welt­krie­ges waren es nicht mehr nur die Her­ren des noch dörf­li­chen Lehe, die sich hier ein­klei­den lie­ßen. Auch in Bre­mer­ha­ven, Geest­e­mün­de und wei­ten Tei­len des Land­krei­ses mach­ten sich die Kun­den auf nach Lehe in die Hafen­stra­ße.

Der Zuspruch war so groß, dass Armin Ketel­sen sei­nen Betrieb schon bald ver­grö­ßern muss­te. Im Jah­re 1921 wur­de das Eck­haus also durch einen  rück­wär­ti­gen  drei­ge­schos­si­gen  Anbau, der sich  weit  in  die  Sei­ten­stra­ße  Auf  den  Sül­ten  hin­ein­zog, erwei­tert. Der anfangs noch als rei­nes Kon­fek­ti­ons­haus geführ­te Betrieb ver­füg­te nun im Dach­ge­schoss über eine gro­ße Schnei­der­werk­statt, die vie­len Gesel­len einen Arbeits­platz bot.

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Im Jah­re 1924 wur­de aus Lehe und Geest­e­mün­de die neue Stadt Weser­mün­de gebil­det. Und in der Hafen­stra­ße 76 wur­den die Räum­lich­kei­ten aber­mals zu eng. Armin Ketel­sen such­te nach einer Lösung und kauf­te im Jah­re 1926 das gegen­über­lie­gen­de Gebäu­de Hafen­stra­ße 78/80. Er bau­te groß an und ließ 1931 die Fas­sa­den modern gestal­ten. Und das Man­sar­den­dach des Eck­hau­ses Hafen­stra­ße 76 wur­de im Jah­re 1930 zu einem voll­wer­ti­gen  2. Ober­schoss  aus­ge­baut.

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In die­sen Jah­ren – in Bre­mer­ha­ven regier­te mitt­ler­wei­le die Haken­kreuz­frak­ti­on — rich­te­te Armin Ketel­sen auch eine neue Abtei­lung für Damen-Ober­be­klei­dung ein.

Im Febru­ar 1932 eröff­ne­te Armin Ketel­sen in Cux­ha­ven ein moder­nes Zweig­ge­schäft, das schon bald in erheb­li­chem Maße zum Geschäfts­um­satz bei­trug.

Im Okto­ber 1935 wur­de Bre­mer­ha­ven wie­der Gar­ni­sons­stadt. In die neu gebau­ten Kaser­nen, in die ehe­ma­li­ge kai­ser­li­che Artil­le­rie­ka­ser­ne und in die Poli­zei­ka­ser­ne am Roten Sand zogen Mari­ne­sol­da­ten ein. Und Adolf Hit­ler stat­tet Bre­mer­ha­ven einen Besuch ab, um an der Pro­be­fahrt des Lloydschnell­damp­fers “Scharn­horst” teil­zu­neh­men.

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In einer Gar­ni­sons­stadt gibt es natür­lich vie­le Sol­da­ten. Und Sol­da­ten tra­gen Uni­for­men. Und Armin Ketel­sen erkann­te die Gunst der Stun­de, und sein Beklei­dungs­haus spe­zia­li­sier­te sich auf das Schnei­dern von Uni­for­men. Schon bald hat­te sich das Beklei­dungs­ge­schäft weit über die Stadt­gren­zen hin­aus einen guten Namen als Her­stel­ler für Uni­for­men gemacht. Offi­zie­re und Unter­of­fi­zie­re der Mari­ne lie­ßen sich ihre Uni­for­men von Ketel­sen maß­an­fer­ti­gen. Auch Orden und Ehren­zei­chen wur­den ange­näht.

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Das Beklei­dungs­haus Ketel­sen arbei­te­te eng mit den Offi­ziers-Klei­der­kas­sen, den Schiff­fahrts­ge­sell­schaf­ten und mit den Zoll­dienst­stel­len zusam­men. Aus den ursprüng­li­chen Anfän­gen ent­wi­ckel­te sich nach und nach ein selb­stän­di­ger Geschäfts­zweig für die Her­stel­lung von Uni­for­men. In der Maß­schnei­de­rei waren in die­sen Jah­ren über 60 Schnei­der beschäf­tigt.

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1939 wur­de das Her­ren- und Kna­ben­be­klei­dungs­un­ter­neh­men Ketel­sen von der Deut­schen Arbeits­front als “Natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Mus­ter­be­trieb” aus­ge­zeich­net. In dem 1939 erschie­ne­nen Buch “Die NS-Mus­ter­be­trie­be 1939, Band 3” ist das Beklei­dungs­haus “Armin Ketel­sen, Fach­ge­schäft für Her­ren- und Kna­ben­be­klei­dung, Weser­mün­de” auf­ge­führt. Um die Bedeu­tung des eige­nen Betrie­bes her­vor­zu­he­ben, konn­te Ketel­sen das Buch mit Foto­gra­fi­en sei­nes Betrie­bes illus­trie­ren las­sen.

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Die Bezeich­nung “NS-Mus­ter­be­trieb” war ein Ehren­ti­tel für Gewer­be­be­trie­be mit vor­bild­li­cher natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Hal­tung und Betriebs­ge­stal­tung. Der­ar­ti­ge Betrie­be wur­den bei der Ver­ga­be von Staats­auf­trä­gen bevor­zugt und waren berech­tigt, die Flag­ge der Deut­schen Arbeits­front mit gol­de­nem Rade und gol­de­nen Fran­sen zu füh­ren.

In den Buch wur­de Armin Ketel­sen als ein Chef geprie­sen, der sei­ne Mit­ar­bei­ter vor­bild­lich behan­delt. Ketel­sen rich­te­te für sei­ne Arbei­ter und Lehr­lin­ge ein Erho­lungs­heim in Brunshau­sen bei Stub­be ein, in dem die­se ihre Feri­en­zeit ver­brin­gen konn­ten. Es war auch nicht sel­ten, das sich der Chef vor Dienst­be­ginn mit sei­nen Mit­ar­bei­tern auf dem Zol­lin­lands­platz zu einem Fuß­ball­spiel traf. Zum 25-jäh­ri­gen Betriebs­ju­bi­lä­um bedank­te sich Armin Ketel­sen bei sei­nen lang­jäh­ri­gen Mit­ar­bei­tern mit einem hand­ge­schrie­be­nen Brief, dem er ein Por­traitfo­to von sich bei­füg­te.

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Der Zwei­te Welt­krieg ver­schon­te auch das Beklei­dungs­haus Ketel­sen nicht. Im Jah­re 1944 wur­de das Geschäfts­haus Hafen­stra­ße 78 bei einem Bom­ben­an­griff kom­plett zer­stört. Das Haus Hafen­stra­ße 76 jedoch trug kei­ne nen­nens­wer­ten Schä­den davon. Ledig­lich das 2. Ober­ge­schoss war zer­stört wor­den. Der rück­wär­ti­ge Gebäu­de­teil blieb von Schä­den ver­schont. Die ver­än­der­te heu­ti­ge Fas­sa­de ist meh­re­ren Umbau­maß­nah­men geschul­det.

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Als die US-Army nach dem Krieg als Besat­zungs­macht in Bre­mer­ha­ven ein­zog, beschlag­nahm­te sie neben vie­len ande­ren Häu­sern in der Hafen­stra­ße auch das Beklei­dungs­haus Ketel­sen (Hafen­stra­ße 76) und rich­te­te im Erd­ge­schoß ein ame­ri­ka­ni­sches Kauf­haus ein (PX-Laden). Armin Ketel­sen wur­de auf­grund sei­ner Nähe zum Natio­nal­so­zia­lis­mus von den Ame­ri­ka­nern bis zu sei­ner Ent­na­zi­fi­zie­rung aus der Geschäfts­füh­rung ent­las­sen. Die Her­ren Hens und Fech­ner wur­den als Treu­hän­der ein­ge­setzt und führ­ten bis zum Jah­re 1948 die Geschäf­te.

Viel deut­sche und ame­ri­ka­ni­sche Pro­mi­nenz war zur offi­zi­el­len Eröff­nung anwe­send, als am 25. Mai 1949 das hier in der Leher Hafen­stra­ße 76 eben­falls ein­ge­zo­ge­ne Ame­ri­ka-Haus eröff­net wur­de. Man hat das Erd­ge­schoss für die Bedürf­nis­se des Ame­ri­ka­hau­ses umge­stal­tet: Leich­te Trenn­wän­de wur­den ein­ge­zo­gen und der Schau­fens­ter­be­reich wur­de leicht ver­än­dert.

Ein Trep­pen­haus im Neben­ein­gang an der Sei­ten­stra­ße dien­te fort­an als Haupt­ein­gang zum Beklei­dungs­haus. In den obe­ren Geschos­sen wur­den wie­der Uni­for­men geschnei­dert – jetzt nur noch für die ame­ri­ka­ni­schen Sol­da­ten.

Im Juli 1951 ver­ließ das Ame­ri­ka­haus die Hafen­stra­ße bereits wie­der, um ihr neu­es Domi­zil in der Elbe-Stra­ße zu bezie­hen. Nun konn­te Armin Ketel­sen wie­der allei­ne über sein Haus Hafen­stra­ße 76 ver­fü­gen. Er ließ das Haupt­trep­pen­haus in den Ver­kaufs­räu­men wie­der her­rich­ten. Außer­dem wur­de das Eck­haus mit dem Dach­ge­schoss­aus­bau wie­der her­ge­stellt. Die expres­sio­nis­ti­schen  Fas­sa­den­ele­men­te wur­den ent­fernt.

Am 11. April 1951 wur­de Armin Ketel­sen 70 Jah­re alt. Zu sei­nem Geburts­tag hat die Nord­see-Zei­tung sein Lebens­werk in einem Auf­satz aus­führ­lich gewür­digt. Beson­ders her­vor­ge­ho­ben wur­de sei­ne fünf­zig­jäh­ri­ge akti­ve Sän­ger­tä­tig­keit. Davon war er drei­ßig Jah­re Lie­der­va­ter der Leher “Ger­ma­nia”.

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Unter der Über­schrift “In and Around Ger­ma­ny” berich­tet das ame­ri­ka­ni­sche “Infor­ma­ti­ons bul­le­tin” in der Aus­ga­be Janu­ar 1952 über eine Uni­form­spen­de an die Bre­mer­ha­ve­ner Pfad­fin­der. Dem US Resi­dent Offi­cer (Ver­bin­dungs­of­fi­zier) Edward Mero­ne fiel auf, dass vie­le Bre­mer­ha­ve­ner Pfad­fin­der kei­ne Uni­form tru­gen. Er bat ver­schie­de­ne Bre­mer­ha­ve­ner Fir­men um Hil­fe. Die Fir­ma Ketel­sen spen­de­te das Mate­ri­al für die T-Shirts, und Fir­ma Rame­low spen­de­te den Hosen­stoff. Für die Näh­kos­ten kam Edward Mero­ne auf. In einer fei­er­li­chen Zere­mo­nie über­reich­te Armin Ketel­sen dem Pfad­fin­der Deblitz 55 Pfad­fin­der­uni­for­men mit den Wor­ten: “Wir prä­sen­tie­ren Ihnen die­se Uni­for­men in der Hoff­nung, dass man sie im wah­ren Pfad­fin­der­geist tra­gen wird.” “All­zeit bereit”, ver­sprach Deblitz.

Der Fir­men­grün­der, der bis­her allei­ni­ger Inha­ber des Beklei­dungs­hau­ses war, wan­del­te die­ses ein Jahr nach sei­nem 70. Geburts­tag in eine Kom­man­dit­ge­sell­schaft um. Als der Fir­men­grün­der am 4. Sep­tem­ber 1954 ver­starb, wur­de sein Nef­fe Fritz Lan­ge Geschäfts­füh­rer.

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In die­ser Zeit stan­den bei Ketel­sen 123 kauf­män­ni­sche Ange­stell­te und Schnei­der auf der Lohn­lis­te,  davon waren 18 Mit­ar­bei­ter in der Cux­ha­ve­ner Filia­le tätig. Außer­dem arbei­te­ten, wie es in der Beklei­dungs­in­dus­trie damals üblich war, wei­te­re Mit­ar­bei­ter als “Heim­ar­bei­ter” für Ketel­sen. Sie ver­näh­ten Fäden, besäum­ten Knopf­lö­cher und näh­ten Knöp­fe an.

In der Ände­rungs­schnei­de­rei waren Anfang der 1950er Jah­re etwa sechs Schnei­de­rin­nen und eine Meis­te­rin (Direc­tri­ce-Lei­te­rin) beschäf­tigt, die aus­schließ­lich für die Damen­be­klei­dung zustän­dig waren. Wenn auch Ände­rungs­ar­bei­ten wie Kür­zen, Wei­ten, Enger­ma­chen und Abste­cken zu den Haupt­auf­ga­ben der Ände­rungs­schnei­de­rei gehör­ten, so wur­den hier aber auch neue Abend­klei­der geschnei­dert und Moden­schau­en aus­ge­rich­tet.

Lehr­jah­re sind kei­ne Her­ren­jah­re”, das war damals ein geflü­gel­tes Wort. Heu­ti­ge Aus­zu­bil­den­de wür­den sicher ent­setzt drein­schau­en, wür­de man ihnen der­art aus­bil­dungs­fer­ne Tätig­kei­ten zumu­ten, wie sie die dama­li­gen Lehr­lin­ge zu ver­rich­ten hat­te. So gehör­te bei der Fir­ma Ketel­sen zu den Lehr­lings­auf­ga­ben jener Jah­re der Heiz­dienst an den Wochen­en­den. Die Ame­ri­ka­ner stell­ten die Koh­le bereit, mit denen der Heiz­dienst die von den Ame­ri­ka­nern genutz­ten Räu­me zu hei­zen hat­ten. Manch ein Heiz­dienst hat die Gele­gen­heit wahr­ge­nom­men und ein paar Koh­len für daheim mit­ge­nom­men.

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Der Dienst am Kun­den war für das Beklei­dungs­haus Ketel­sen genau­so Selbst­ver­ständ­lich wie das freund­li­che und hilfs­be­rei­te Mit­ein­an­der unter den Mit­ar­bei­tern. Von der Geschäfts­lei­tung über den Mit­ar­bei­tern bis hin­un­ter zum jüngs­ten Lehr­ling war man stolz dar­auf, zu einer gro­ßen Fami­lie zu gehö­ren. Ein gro­ßer Anteil der Ange­stell­ten blieb der Fir­ma Ketel­sen jahr­zehn­te­lang treu. Und die Fir­men­treue wur­de belohnt mit sozia­len Leis­tun­gen, die für die dama­li­ge Zeit nicht selbst­ver­ständ­lich waren. So gab es zum Bei­spiel schon in den 1950er Jah­ren für die Mit­ar­bei­ter eine betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung. Auch gehör­ten grö­ße­re Spen­den an cari­ta­ti­ve Ver­bän­de zur Tra­di­ti­on des Beklei­dungs­hau­ses Ketel­sen.

014-Ketelsen

Im Jah­re 1958 wur­de die Uni­form­schnei­de­rei ein­ge­stellt. Deut­sche Uni­for­men wur­den ab 1945 ja nicht mehr gebraucht, und auf­grund der Beschrän­kun­gen, die die Alli­ier­ten im Jah­re 1945 für die deut­sche Han­dels­schiff­fahrt ein­führ­ten, wur­den auch von den Ree­de­rei­en immer weni­ger Uni­for­men nach­ge­fragt. Der Betrieb wur­de umge­stellt auf die Pro­duk­ti­on von “vor­neh­me Her­ren-, Jüng­lings- und Kna­ben­be­klei­dung”. Bestimmt wer­den sich noch vie­le älte­re Leher an ihren Kon­fir­ma­ti­ons­an­zug aus dem Hau­se Ketel­sen erin­nern.

Nach­dem Aus­zug des Ame­ri­ka­hau­ses blieb das Beklei­dungs­ge­schäft Ketel­sen noch zehn Jah­re in Lehe. Im Jah­re 1961 gab das Unter­neh­men die Geschäf­te in der Hafen­stra­ße auf und eröff­ne­te in der attrak­ti­ve­ren Bür­ger­meis­ter-Smith-Stra­ße 42 Ecke Kir­chen­stra­ße das “Spe­zi­al­haus für Her­ren- und Damen­be­klei­dung”.

Nun, nach­dem die Ame­ri­ka­ner aus­ge­zo­gen waren und auch die Fir­ma Ketel­sen das Haus Hafen­stra­ße 76 ver­las­sen hat, kauf­te die Stadt Bre­mer­ha­ven das Gebäu­de. Das Hoch­bau­amt zog jetzt hier ein und auch eine Zweig­stel­le der Stadt­bi­blio­thek. 1986 ver­kauf­te die Stadt das Haus an einen Möbel­händ­ler.

Fritz Lan­ge, der Nef­fe des Fir­men­grün­ders Armin Ketel­sen, war seit 1954 Geschäfts­füh­rer des Beklei­dungs­hau­ses. Im Jah­re 1978 zog sich Fritz Lan­ge aus der Geschäfts­füh­rung zurück und über­gab sei­nem Sohn Uwe Lan­ge das Ruder. Lei­der muss­te die­ser den Betrieb im Jah­re 1991 man­gels aus­rei­chen­der Ren­ta­bi­li­tät schlie­ßen. Wie Wer­ner Mah­ler, der bei Ketel­sen 25 Jah­re als Wer­be­lei­ter beschäf­tigt war, muss­ten sich auch vie­le ande­re Mit­ar­bei­ter eine neue Anstel­lung suchen. Eine 80-jäh­ri­ge Fir­men­ge­schich­te ging zu Ende.
Quel­len:
H. Hil­de­brand: “Das Beklei­dungs­haus von Armin Ketel­sen”, Geschich­ten aus Lehe, Band 1
Dr. Hart­mut Bickel­mann: “Wunsch­vor­stel­lung und Wirk­lich­keit”, Nie­der­deut­sches Hei­mat­blatt Nr. 733 vom Janu­ar 2011
Dr. Georg Bes­sell: “Hei­mat­chro­nik der Stadt Bre­mer­ha­ven”, Sei­ten 286 ff.
“Armin Ketel­sen 70 Jah­re alt”, Nord­see-Zei­tung vom 11.04.1951
“Fach­leu­te in Sachen Wer­bung”, Nord­see-Zei­tung vom 16.04.2013
“Boy Scouts Get Help”, US Infor­ma­ti­ons Bul­le­tin “In and AROUND Ger­ma­ny” aus  Janu­ar 1952
stereoskopie.com
Kata­log Day 1 vom 17. – 18. März 2016, Sei­te 82, Alex­an­der His­to­ri­cal Auc­tions

14. September 2016
von admin
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Auf der Walz. Wandergesellen und ihre Wege.

Auf der Walz. Wan­der­ge­sel­len und ihre Wege. – Das Deut­sche Aus­wan­der­er­haus Bre­mer­ha­ven gibt am Sonn­tag, 18. Sep­tem­ber 2016, um 10.30 Uhr im Rah­men eines the­ma­ti­schen Rund­gan­ges durch die Dau­er­aus­stel­lung einen Über­blick über die Wan­der­schaft zünf­ti­ger Gesel­len nach dem Abschluss ihrer Lehr­zeit.

Auf der Walz. Wandergesellen und ihre Wege.Wan­der­buch des Kürsch­ner­ge­sel­len Albert Strauß, 1816 (Sei­ten 2 +3)
Bild
: Kuer­schner | Lizenz: publik domain

Hand­wer­ker auf fixer Tip­pe­lei: Für drei Jah­re und einen Tag gehen Gesel­len tra­di­tio­nell auf Wan­der­schaft. Sie zie­hen fern der Hei­mat durch die Lan­den, um neue Arbeits­prak­ti­ken, Lebens­er­fah­rung sowie frem­de Orte, Regio­nen und Län­der ken­nen zu ler­nen

Die Teil­neh­mer erfah­ren auf dem the­ma­ti­schen Rund­gang durch die Dau­er­aus­stel­lung, wie es den Zim­me­rern Johann und Chris­toph auf ihrer zünf­ti­gen Rei­se durch Euro­pa und die Welt ergan­gen ist.

Die Füh­rung “Auf der Walz. Wan­der­ge­sel­len und ihre Wege” beginnt um 10.30 Uhr im Foy­er des Deut­schen Aus­wan­der­er­hau­ses. Eine Anmel­dung ist erwünscht unter der Ruf­num­mer 0471/90 22 0–0 oder an der Muse­ums­kas­se.

Preis: Ein­tritt in die Dau­er­aus­stel­lung zzgl. 3,00 €.
Wei­te­re Infor­ma­tio­nen:
www.dah-bremerhaven.de
Deut­sches Aus­wan­der­er­haus
Colum­bus­stra­ße 65
27568 Bre­mer­ha­ven

14. September 2016
von admin
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Fregatte “Karlsruhe” kehrt vom letzten Einsatz zurück

Die Fre­gat­te “Karls­ru­he” wird am Frei­tag, den 16. Sep­tem­ber 2016 um 10 Uhr, aus dem Mit­tel­meer zurück­keh­ren. Dort nahm sie zunächst an der EU-Ope­ra­ti­on “Sophia”, dann an der durch die NATO geführ­ten Ope­ra­ti­on in der Ägä­is teil. Unter der Beglei­tung des Hee­res­mu­sik­korps Han­no­ver wird die Fre­gat­te am Frei­tag zum letz­ten Mal in ihren Hei­mat­ha­fen Wil­helms­ha­ven ein­lau­fen.

Fregatte "Karlsruhe" kehrt vom letzten Einsatz zurück

Vor einem hal­ben Jahr lief die “Karls­ru­he” unter der Füh­rung von Fre­gat­ten­ka­pi­tän Chris­ti­an Clausing (43) aus, um an der Ope­ra­ti­on “Sophia” teil­zu­neh­men. “Dank der guten Vor­be­rei­tung und der hohen Moti­va­ti­on der Besat­zung konn­ten wir die­sen Ein­satz erfolg­reich durch­füh­ren und so meh­re­ren hun­dert Men­schen das Leben ret­ten”, berich­tet der Kom­man­dant. Nach eini­gen Wochen vor der liby­schen Küs­te lös­te der Ein­satz­grup­pen­ver­sor­ger “Bonn” die Fre­gat­te “Karls­ru­he” als Flagg­schiff des Stän­di­gen NATO Ein­satz­ver­ban­des 2 (SNMG 2) in der Ägä­is ab: “Mit dem Wech­sel von Ope­ra­ti­on ‘Sophia’ zur SNMG2 in der Ägä­is kam die nächs­te Her­aus­for­de­rung auf die ‘Karls­ru­he’ zu.” Fre­gat­ten­ka­pi­tän Clausing äußer­te sich mit Stolz: “Mei­ne Besat­zung ist wäh­rend die­ser Zeit mehr­mals über sich hin­aus­ge­wach­sen und hat somit zum Erfolg bei­der Ein­sät­ze bei­ge­tra­gen.”

Nach 30.125 See­mei­len und damit fast 1,5 Erd­um­run­dun­gen wird die Fre­gat­te am Frei­tag die beson­de­re Ehre zuteil, den von der Besat­zung eigen­hän­dig ange­fer­tig­ten und 120 Meter lan­gen Hei­mat­wim­pel zu tra­gen. Kom­man­dant Clausing freut sich, “dass der letz­te Ein­satz der ‘Karls­ru­he’ so gut ver­lau­fen ist.”
Wei­ter­le­sen auf Pres­se- und Infor­ma­ti­ons­zen­trum Mari­ne

12. September 2016
von admin
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Alltag im “Dritten Reich”

Am Sonn­tag, den 18. Sep­tem­ber 2016 um 15.00 Uhr, bie­tet das His­to­ri­sche Muse­um Bre­mer­ha­ven zum Tag der Stadt­ge­schich­te eine beson­de­re Extra­Tour an, die sich dem All­tag im “Drit­ten Reich” an der Weser­mün­dung wid­met

Alltag im "Dritten Reich"

Der 18. Sep­tem­ber 1944 hat sich tief in das Gedächt­nis Bre­mer­ha­vens ein­ge­brannt. Am Abend war die dama­li­ge Stadt Weser­mün­de Ziel von 202 Lan­cas­ter-Bom­bern der bri­ti­schen Roy­al Air Force. Die Flug­zeu­ge war­fen 480 Spreng­bom­ben, 420.000 Brand­bom­ben und 31 Luft­mi­nen über der Stadt ab. Dadurch wur­den über 90 Pro­zent des Stadt­zen­trums zer­stört, die übri­gen Stadt­tei­le waren zu über 50 Pro­zent betrof­fen. 618 Men­schen kamen ums Leben, 1193 wur­den ver­letzt und rund 30.000 wur­den obdach­los.

Der von den Natio­nal­so­zia­lis­ten ent­fes­sel­te Zwei­te Welt­krieg brach­te uner­mess­li­ches Leid für Mil­lio­nen von Men­schen auf der Welt. Bei der Füh­rung durch die Dau­er­aus­stel­lung wird Mar­ti­na Otto anhand der aus­ge­stell­ten Ori­gi­na­le nicht nur die poli­ti­sche Ent­wick­lung im „Drit­ten Reich“ nach­voll­zie­hen, son­dern vor allem die Aspek­te Ter­ror und Ver­fol­gung, Zwangs­ar­bei­ter, Wider­stand und All­tags­le­ben the­ma­ti­sie­ren.

Der Rund­gang endet the­ma­tisch in der frü­hen Nach­kriegs­zeit, als sich Bre­mer­ha­ven lang­sam von den Fol­gen des Zwei­ten Welt­krie­ges erhol­te.

Die Teil­nah­me an der Füh­rung ist im Ein­tritts­preis ent­hal­ten. Treff­punkt ist das Muse­ums­foy­er.
Pres­se­mit­tei­lung:
His­to­ri­sche Muse­um Bre­mer­ha­ven: HMB aktu­ell 44/16 – 08.09.2016

10. September 2016
von admin
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Zehn Jahre 1. Korvettengeschwader

Am Mitt­woch, den 14. Sep­tem­ber 2016 um 14 Uhr, fei­ert das 1. Kor­vet­ten­ge­schwa­der mit sei­nen Besat­zun­gen und Unter­stüt­zungs­grup­pen das zehn­jäh­ri­ge Dienst­ju­bi­lä­um im Mari­ne­stütz­punkt War­ne­mün­de.

Zehn Jahre 1. Korvettengeschwader

Dem Anlass zu Ehren wird es ein Zere­mo­ni­ell im Mari­ne­stütz­punkt War­ne­mün­de geben. Gäs­te aus Poli­tik, Mili­tär und Wirt­schaft sind ein­ge­la­den. Der Kom­man­deur des 1. Kor­vet­ten­ge­schwa­ders, Fre­gat­ten­ka­pi­tän Dr. Sascha Zart­he (41), wird eine Anspra­che zur Fei­er­lich­keit hal­ten. “Das 1. Kor­vet­ten­ge­schwa­der voll­zog in den letz­ten zehn Jah­ren eine beach­tens­wer­te Ent­wick­lung. In einer ver­gleichs­wei­se kur­zen Zeit gelang es eine neue Schiffs­klas­se in die Deut­sche Mari­ne ein­zu­füh­ren und zu einem bereits jetzt unver­zicht­ba­ren Teil der Flot­te zu ent­wi­ckeln. Die Kor­vet­ten leis­ten durch das Enga­ge­ment der Frau­en und Män­ner des Geschwa­ders in vie­len Ein­sät­zen einen wert­vol­len und pro­fes­sio­nel­len Bei­trag. Die Fle­xi­bi­li­tät des Waf­fen­sys­tems ‘Kor­vet­te’ ermög­licht es welt­weit zu ope­rie­ren und Ein­sät­ze sowohl in engen Küs­ten­ge­wäs­sern, als auch auf hoher See durch­zu­füh­ren”, resü­mier­te der Kom­man­deur die letz­te Deka­de.

Das Hee­res­mu­sik­korps Neu­bran­den­burg wird für die musi­ka­li­sche Umrah­mung der Ver­an­stal­tung sor­gen.

Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen
Das Kor­vet­ten­ge­schwa­der wur­de am 26. Juni 2006 in Dienst gestellt und ist somit der jüngs­te see­ge­hen­de Ver­band der Flot­te. Die Aus­bil­dung der Mari­ne sowie die inter­na­tio­na­len Manö­ver und Ein­sät­ze erfor­dern moder­ne Sys­te­me und fach­lich gut aus­ge­bil­de­tes Per­so­nal. Jede der fünf Kor­vet­ten ist ein Ver­bund von hoch auto­ma­ti­sier­ten und com­pu­ter­ge­steu­er­ten Sys­te­men, dadurch ist eine deut­lich klei­ne­re Besat­zungs­stär­ke von 58 Mari­ne­sol­da­ten not­wen­dig. Die Viel­zahl an natio­na­len und inter­na­tio­na­len Ver­pflich­tun­gen erfor­dern eine hohe Fle­xi­bi­li­tät und Ein­satz­be­reit­schaft der Besat­zun­gen, des Sta­bes und der Unter­stüt­zungs­grup­pen. Auch dafür steht das gesam­te Kor­vet­ten­ge­schwa­der ein.
Wei­ter­le­sen auf Pres­se- und Infor­ma­ti­ons­zen­trum Mari­ne

8. September 2016
von admin
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125 Jahre Wasserturm, Marktplatz und Grashoffstraße in Geestemünde

In die­sem Jahr fei­ert der Was­ser­turm in Geest­e­mün­de sei­nen 125. Geburts­tag. Im Jah­re 1891 erbaut ist er mitt­ler­wei­le zum Wahr­zei­chen des Stadt­teils gewor­den. Der Bür­ger­ver­ein und das Stand­ort­ma­nage­ment von Geest­e­mün­de laden am Don­ners­tag, 22. Sep­tem­ber 2016, zu einem his­to­ri­schen Spa­zier­gang durch Geest­e­mün­de ein.

125 Jahre Wasserturm in Geestemünde

Im 19. Jahr­hun­dert erwies sich die Was­ser­ver­sor­gung in den auf­stre­ben­den Unter­we­ser­ge­mein­den als gro­ßes Pro­blem. Der Hafen von Geest­e­mün­de erleb­te einen schnel­len Auf­schwung. Es ent­stan­den Schiffs­werf­ten und eine Eisen­bahn­ver­bin­dung nach Bre­men wur­de gebaut. Die Bevöl­ke­rung wuchs schnell. Ver­su­che, durch das Boh­ren von Brun­nen an aus­rei­chen­de Was­ser­vor­rä­te her­an­zu­kom­men, erwie­sen sich nicht als erfolg­reich. Um die Was­ser­ver­sor­gung sicher­zu­stel­len, ließ die Stadt 1891 auf dem topo­gra­phisch höchs­ten Punkt Geest­e­mün­des einen Was­ser­turm mit einer Tages­leis­tung von 500 m³ errich­ten. Im Jah­re 1996 wur­de der Was­ser­turm über­flüs­sig. Die Stadt­wer­ke instal­lier­ten neue Pum­pen, der Was­ser­druck wur­de fort­an auto­ma­tisch regu­liert.

An dem 125 Jah­re alten Was­ser­turm ist am 22. Sep­tem­ber auch der Treff­punkt für den His­to­ri­schen Stadt­rund­gang zum The­ma “125 Jah­re Was­ser­turm, Markt­platz und Gras­hoff­stra­ße”. Ab 17.00 Uhr wird die Vor­sit­zen­de des Bür­ger­ver­eins Geest­e­mün­de, Rose­ma­rie Blum, mit der Füh­rung begin­nen.

3. September 2016
von admin
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Tag des Offenen Denkmals” — Gemeinsam Denkmale erhalten

Der “Tag des Offe­nen Denk­mals” fin­det am Sonn­tag, den 11. Sep­tem­ber 2016 in ganz Deutsch­land statt. Das Muse­ums­schiff FMS “Gera” lädt daher von 10 bis 18 Uhr zu einem kos­ten­lo­sen Besuch des letz­ten deut­schen Sei­ten­traw­lers ein."Tag des Offenen Denkmals"Die­ses Jahr steht der Tag unter dem Mot­to “Gemein­sam Denk­ma­le erhal­ten”. Für die Instand­hal­tung des Muse­ums­schiffs FMS “Gera” setzt sich seit vie­len Jah­ren der Freun­des­kreis FMS “Gera” ein. Ein Kreis von Ehren­amt­li­chen enga­giert sich regel­mä­ßig, um den 1959/60 gebau­ten Frisch­fisch­fän­ger für die Gegen­wart und die Zukunft zu erhal­ten.

Am Sonn­tag, den 11. Sep­tem­ber 2016 war­ten auf die Besu­che­rin­nen und Besu­cher beson­de­re Vor­füh­run­gen. Nor­bert Guzek und Karl-Heinz Schor­ling vom Freun­des­kreis FMS “Gera” neh­men um 11.00 und um 13.00 Uhr die Maschi­nen in Betrieb. Die bei­den war­ten regel­mä­ßig die “Vater-und-Sohn-Anla­ge” mit ihren zwei Die­sel­mo­to­ren. Dabei prü­fen sie die Funk­ti­ons­fä­hig­keit der wich­tigs­ten Antriebs­ele­men­te und füh­ren gege­be­nen­falls auch Repa­ra­tu­ren durch.

Von 14.00 bis 16.00 Uhr öff­net Frie­del Dit­sche die Tür zur Brü­cke, die nur bei beson­de­ren Gele­gen­hei­ten besich­tigt wer­den kann. Am Arbeits­platz des Kapi­täns erfah­ren die Besu­che­rin­nen und Besu­cher, mit wel­chen Gerä­ten das Schiff gesteu­ert und der Fisch­fang diri­giert wur­de. Auch der Kar­ten- und der Funk­raum kön­nen besich­tigt wer­den.

Den gan­zen Tag kön­nen die Besu­che­rin­nen und Besu­cher den Mul­ti­me­dia Gui­de nut­zen. Über das eige­ne Smart­pho­ne oder einen aus­leih­ba­ren Tablet PC füh­ren Kapi­tän Hein und Best­mann Har­ry zu 17 Sta­tio­nen auf dem Schiff und erzäh­len anschau­lich vom har­ten Arbeits­all­tag an Bord.
Pres­se­mit­tei­lung:
His­to­ri­sche Muse­um Bre­mer­ha­ven: HMB aktu­ell 41/16 – 01.09.2016

30. August 2016
von admin
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Europäischer Tag der Jüdischen Kultur” im Deutschen Auswandererhaus

Am Sonn­tag, 4. Sep­tem­ber 2016, wird in rund 30 Län­dern der “Euro­päi­sche Tag der Jüdi­schen Kul­tur” began­gen. Das Deut­sche Aus­wan­der­er­haus Bre­mer­ha­ven bie­tet an die­sem Tag Ein­füh­run­gen in die Kabi­nett­aus­stel­lung „Deutsch und Jüdisch“ des Leo Baeck Insti­tuts New York | Ber­lin an.

"Europäischer Tag der Jüdischen Kultur"

Der Gedenk­tag erin­nert an die Geschich­te und die Gegen­wart der Juden in Euro­pa. Die Aus­stel­lung des LBI New York-Ber­lin zeugt von der tra­di­ti­ons­rei­chen Ver­gan­gen­heit deutsch­spra­chi­ger Juden, die als Bestand­teil der deut­schen Geschich­te zu ver­ste­hen ist. Die Kabi­nett­aus­stel­lung zeigt All­tags­ob­jek­te, die das jüdi­sche Leben in Deutsch­land reprä­sen­tie­ren, dar­un­ter zwei Scho­ko­la­den­tas­sen aus dem Nach­lass des Nobel­preis­trä­gers Albert Ein­stein.

Am „Euro­päi­schen Tag der Jüdi­schen Kul­tur“ öff­net das Deut­sche Aus­wan­der­er­haus die Schau „Deutsch und Jüdisch“ an drei Ter­mi­nen für Inter­es­sier­te zu einem kos­ten­lo­sen Besuch. Treff­punkt ist um 11.00, 15.00 und 17.00 Uhr im Muse­ums­foy­er. Außer­halb die­ser Ter­mi­ne kann die Kabi­nett­aus­stel­lung nur in Kom­bi­na­ti­on mit der Dau­er­aus­stel­lung des Deut­schen Aus­wan­der­er­hau­ses besucht wer­den. Eine Anmel­dung wird auf­grund der begrenz­ten Teil­neh­mer­zahl emp­foh­len unter der Ruf­num­mer 0471/90220–0 oder an der Kas­se.

Die Kabi­nett­aus­stel­lung „Deutsch und Jüdisch“ des Leo Baeck Insti­tuts New York | Ber­lin ist bis Sams­tag, 10. Sep­tem­ber 2016 im Deut­schen Aus­wan­der­er­haus zu sehen.
Wei­te­re Infor­ma­tio­nen:
www.dah-bremerhaven.de
Deut­sches Aus­wan­der­er­haus
Colum­bus­stra­ße 65
27568 Bre­mer­ha­ven
E-Mail:
presse@dah-bremerhaven.de

30. August 2016
von admin
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Neubau des Historischen Museums Bremerhaven feiert Silberjubiläum

Der Neu­bau des His­to­ri­schen Muse­ums Bre­mer­ha­ven fei­ert sei­nen 25. Geburts­tag. Am 31. August 1991 eröff­ne­te der Neu­bau des His­to­ri­schen Muse­ums Bre­mer­ha­ven am Ufer der Geeste eröff­net. Das ehe­ma­li­ge Mor­gen­stern-Muse­um bezog nach 85 Jah­ren zum ers­ten Mal ein eige­nes Gebäu­de.

Neubau des Historischen Museums Bremerhaven feiert Silberjubiläum

Mit dem neu­en Kon­zept eines His­to­ri­schen Muse­ums für Bre­mer­ha­ven und Umge­bung wur­de der Fokus des Muse­ums auf die stadt-, wirt­schafts- und sozi­al­ge­schicht­li­che Ent­wick­lung von Bre­mer­ha­ven und Umge­bung gelegt.

Der Auf­bau der sie­ben Abtei­lun­gen der Dau­er­aus­stel­lung erfolg­te in meh­re­ren Teil­schrit­ten, da die Muse­ums­samm­lung neu auf­ge­baut wer­den muss­te. Nach Fer­tig­stel­lung der Dau­er­aus­stel­lung im Jahr 1999 wur­de das His­to­ri­sche Muse­um Bre­mer­ha­ven auf­grund sei­ner inno­va­ti­ven Gestal­tung zum „Euro­päi­schen Muse­um des Jah­res 2000“ nomi­niert. Auch das attrak­ti­ve Muse­ums­ge­bäu­de erhielt ange­sichts sei­ner außer­ge­wöhn­li­chen Archi­tek­tur meh­re­re Aus­zeich­nun­gen.

Samm­lung, For­schung und Ver­mitt­lung
In 25 Jah­ren ver­zeich­ne­te das Muse­um über 1,1 Mil­lio­nen Gäs­te, die die bis­lang 55 Son­der­aus­stel­lun­gen seit dem Jahr 2000 besuch­ten. Grund­la­ge der Son­der­aus­stel­lun­gen sind die bedeu­ten­den Samm­lun­gen, die das Muse­um in den letz­ten 25 Jah­ren zusam­men­ge­tra­gen hat. Dazu zäh­len hoch­wer­ti­ge Kunst- und Foto­nach­läs­se sowie umfang­rei­che Samm­lun­gen zu einem breit gefä­cher­ten Spek­trum an viel­fäl­ti­gen The­men. Zu 21 Aus­stel­lungs- und For­schungs­pro­jek­ten ver­fass­te die Muse­ums­lei­tung zum Teil umfang­rei­che Publi­ka­tio­nen, von denen bis­lang über 70.000 Exem­pla­re ver­kauft wur­den.

Aus dem inter­na­tio­na­len For­schungs­pro­jekt „Deut­sche Aus­wan­de­rer-Daten­bank“, das vom His­to­ri­schen Muse­um Bre­mer­ha­ven gelei­tet wird, gin­gen meh­re­re Magis­ter- und Dok­tor­ar­bei­ten her­vor. Auch die Außen­stel­le des Muse­ums, das Muse­ums­schiff FMS “Gera” gilt unter Ken­nern als vor­bild­lich betrie­be­nes Muse­ums­schiff, das sei­nen Besu­chern als schwim­men­des Hoch­see­fi­sche­rei­mu­se­um ein brei­tes und unter­halt­sa­mes Ange­bot an Mul­ti­me­dia-Infor­ma­tio­nen bereit­hält. Beson­de­re Aner­ken­nung fin­det die Muse­ums­päd­ago­gik am His­to­ri­schen Muse­um Bre­mer­ha­ven, die als Ide­en­schmie­de für zahl­rei­che inno­va­ti­ve und didak­tisch anspruchs­vol­le Pro­jek­te über­re­gio­nal bekannt ist.

Neu­er Son­der­aus­stel­lungs­be­reich

GalerieAusstellung „WirtschaftsWunderWelten"

Anläss­lich des 25-jäh­ri­gen Jubi­lä­ums hat das Muse­um einen zusätz­li­chen Son­der­aus­stel­lungs­be­reich im Ober­ge­schoss geschaf­fen, um zukünf­tig ein noch umfang­rei­che­res und varia­bles Aus­stel­lungs­pro­gramm anbie­ten zu kön­nen. Am Jubi­lä­ums­wo­chen­en­de wird die ers­te Gale­rie­Aus­stel­lung „Wirt­schafts­Wun­der­Wel­ten – Wer­be­fo­to­gra­fi­en der 1950er Jah­re“ eröff­net. Die Foto­gra­fi­en aus der Samm­lung Schü­ler sind Auf­trags­fo­to­gra­fi­en ver­schie­de­ner Wirt­schafts­zwei­ge, wie Indus­trie, Gas­tro­no­mie und Ein­zel­han­del. Sie ermög­li­chen einen Ein­blick in den wirt­schaft­li­chen Wie­der­auf­bau und die Kon­sum­welt der „Wirt­schafts­wun­der­zeit“ in Bre­mer­ha­ven und Umge­bung. Im Saal im Erd­ge­schoss ist wei­ter­hin die gro­ße Som­mer­aus­stel­lung „Von Bre­mer­ha­ven in die Welt – Künst­le­ri­sche Impres­sio­nen von Hei­ner Palin­kas“ zu sehen.

Jubi­lä­ums­pro­gramm bei frei­em Ein­tritt
Am Sonn­tag, dem 4. Sep­tem­ber 2016, haben die Besu­che­rin­nen und Besu­cher die Gele­gen­heit, dem Muse­um mit bun­ten Kar­ten an einer gro­ßen Geburts­tags­wand zu gra­tu­lie­ren. Kin­der kön­nen an einem beson­de­ren Muse­ums­Quiz teil­neh­men und kniff­li­ge Fra­gen in den Aus­stel­lungs­räu­men beant­wor­ten. Im Kin­der­mu­se­um wer­den fan­ta­sie­vol­le Glück­wunsch­kar­ten gestal­tet, die die Kin­der anschlie­ßend mit­neh­men kön­nen.

Zu jeder vol­len Stun­de fin­den spe­zi­el­le Füh­run­gen statt. Die Kurz­füh­run­gen wer­den mit der Stopp­uhr beglei­tet und dau­ern exakt 25 Minu­ten. Um 11 und um 14 Uhr begin­nen Aus­flü­ge in die „Wirt­schafts­Wun­der­Wel­ten“, um 12 und um 15 Uhr ste­hen Hei­ner Palin­kas und sei­ne Kunst­wer­ke im Mit­tel­punkt. High­lights des Muse­ums ler­nen Besu­cher/-innen bei den Kurz­füh­run­gen um 13 und um 16 Uhr ken­nen.

Und für alle hung­ri­gen und durs­ti­gen Besu­che­rin­nen und Besu­cher bie­tet das Team von brow­nies & coo­kies Lecke­rei­en und Geträn­ke im glä­ser­nen Muse­ums­Ca­fé mit Blick über die Geeste an.
Das Pro­gramm am 4. Sep­tem­ber 2016 im Über­blick:
ab 10.00 Uhr    Muse­ums­Quiz durch das gesam­te Muse­um
ab 10.00 Uhr    Glück­wunsch­ak­ti­on im Foy­er
ab 10.00 Uhr    Bas­teln von Glück­wunsch­kar­ten
11.00 Uhr    Kurz­füh­rung „Wirt­schafts­Wun­der­Wel­ten in 25 Minu­ten“
12.00 Uhr    Kurz­füh­rung „Palin­kas in 25 Minu­ten“
13.00 Uhr    Kurz­füh­rung „High­lights des Muse­ums in 25 Minu­ten“
14.00 Uhr    Kurz­füh­rung „Wirt­schafts­Wun­der­Wel­ten in 25 Minu­ten“
15.00 Uhr    Kurz­füh­rung „Palin­kas in 25 Minu­ten“
16.00 Uhr    Kurz­füh­rung „High­lights des Muse­ums in 25 Minu­ten“
Pres­se­mit­tei­lung:
His­to­ri­sche Muse­um Bre­mer­ha­ven: HMB aktu­ell 40/16 – 25.08.2016