1. Juli 2016
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Schlachtermeister Dobschinski mag nicht mehr

Nun mag auch Schlachtermeister Bernhard Dobschinski nicht mehr. Wenn sich in diesem Jahr kein Nachfolger findet, will er den Fleischerladen im Columbus-Center schließen. Langsam aber sicher sterben in der Seestadt die Fleischerfachgeschäfte aus.

Schlachtermeister Dobschinski

Rund 70 Fleischerläden gab es in den 1960er Jahren in Bremerhaven. Jetzt ist es keine Handvoll mehr: Fleischerei Fischer in der Buchtstraße, Fleischerei Stelter in der Georgstraße und Fleischerei Stehr mit dem Stammhaus am Berliner Platz und den Filialen in der Bahnhofspassage und in der Langener Landstraße – nicht viel für eine Großstadt!

Schon lange bieten die Supermärkte – und neuerdings auch die Discounter – Fleisch an. Und die Kunden orientieren sich eben weniger an der Qualität und mehr am Preis. Kein Fleischermeister kann mit den Niedrigpreisen konkurrieren. Und so verschwindet ein Fleischerladen nach dem anderen aus dem Stadtbild.

Der frühere Innungsmeister steht seit mehr als 50 Jahren hinter dem Tresen. Und seine Ehefrau ist auch schon seit 1980 dabei. Als Bernhard und Ruth Dobschinski Bremen-Nord verließen und nach Bremerhaven kamen, eröffneten sie zunächst einen Fleischerladen in der Hafenstraße. Zwar wurde nicht mehr selbst geschlachtet, aber Fleisch und Wurst wurde noch selbst hergestellt.

Im Mai 1990 gab es dann einen Umbruch: Der Betrieb musste das Gebäude verlassen, weil der Verpächter andere Pläne hatte und den Pachtvertrag nicht verlängern wollte. Als dem Fleischerehepaar ein Ladengeschäft im Columbus Center angeboten wurde, griffen sie zu. Ein Jahr später musste auch die Produktion die Räume in der Hafenstraße verlassen. Also zog man in die leer stehenden Räume einer ehemaligen Fleischerei in der Alten Bürger und stellte dort die Fleisch- und Wurstwaren her. Das ging so bis zum Jahre 2005. Dann lief der Pachtvertrag ebenfalls aus, und das Filialgeschäft wurde samt Produktionsbetrieb geschlossen.

Obwohl der Laden im Columbus Center einen regen Zulauf hat, wollen Bernhard und Ruth Dobschinski nun aus Altersgründen aufhören. Doch das ist gar nicht so einfach, es gibt keinen Nachfolger, der Betrieb übernehmen möchte. Anzeigen in regionalen Zeitungen blieben ebenso ohne Resonanz wie Nachfragen bei der Handwerkerschaft. Wenn sich im Laufe des Jahres kein Nachfolger findet, wird das Geschäft geschlossen – und die Stammkunden müssen sich umorientieren. Viele Möglichkeiten haben sie nicht.
Quellen:
G.-D. Meier, „Fleischereien werden Mangelware“, Nordsee-Zeitung vom 16.01.2013
Christoph Bohn, „Steiniger Weg in den Ruhestand…„, Sonntagsjournal vom 19.06.2016

27. Juni 2016
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Künstlerische Impressionen von Heiner Palinkas

Im Historischen Museum wird die Sonderausstellung „Von Bremerhaven in die Welt – Künstlerische Impressionen von Heiner Palinkas“ noch bis Sonntag, 30. Oktober 2016 gezeigt.Künstlerische Impressionen von Heiner PalinkasHeiner Palinkas (1913 Lehe – 2004 Berlin) hatte zwei Berufe. Er war zeitlebens Maler aus Leidenschaft, musste aber den Lebensunterhalt für sich und seine fünfköpfige Familie als Seemann verdienen. Auf den unterschiedlichsten Schiffen bereiste er als Funker und Zahlmeister in den Jahren von 1937 bis 1975 von Bremerhaven aus die Welt. Mit den Schiffen, die von hier aus verkehrten, brachte er im Seesack seine künstlerischen Reiseeindrücke aus fernen Ländern mit. Die Landgänge nutzte Palinkas zum Erkunden der fremden Landschaften und ihrer Bewohner.

Das Werk von Heiner Palinkas beeindruckt durch seinen expressiven Malstil. Viele seiner Arbeiten zeichnen sich durch eine große Intensität und ausdrucksstarke Farbigkeit aus. Zugleich dokumentieren sie das unstete Leben eines Seemanns, der alle Kontinente der Erde bereiste. Erlebnisse aus der Seefahrt fanden auch ihren Ausdruck auf zahlreichen humoristischen Zeichnungen und Skizzen.

Die Sonderausstellung
Grundlage der Ausstellung ist der umfangreiche Nachlass von Heiner Palinkas, den das Historische Museum Bremerhaven von dessen Kindern gestiftet bekam. Der Nachlass umfasst mehrere hundert Gemälde, Aquarelle, Drucke und Zeichnungen sowie private Dokumente und Fotos. In einem Biografischen Kabinett wird in der Ausstellung das künstlerische Werk von Heiner Palinkas in Beziehung zum bewegten Leben des Malers gesetzt.

Zum einen lädt die Ausstellung zu einer künstlerischen Reise um die Welt ein, bei der man fremde Häfen und Kulturen entdecken kann. Zum anderen wirft sie einen Blick auf ein Seemannsleben im 20. Jahrhundert. Die Arbeitswelten der Hochseefischerei, Marine, Passagier- und Frachtschifffahrt bilden die Basis für den künstlerischen Diskurs im Werk von Heiner Palinkas.
Pressemitteilung:
Historische Museum Bremerhaven: HMB aktuell 27/16 – 20.06.2016

25. Juni 2016
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Ferienspaß im Historischen Museum Bremerhaven

Historisches Museum Bremerhaven sucht Mittelalter-Fans und Detektive

Für alle Schulkinder, die in der ersten Ferienwoche etwas Spannendes erleben wollen, bietet das Historische Museum Bremerhaven zwei Veranstaltungen an.

Ferienspaß im Historischen Museum Bremerhaven

Am Mittwoch, den 29. Juni 2016 um 10.00 Uhr werden Detektive gesucht. Das Detektivbüro „Watson & Co.“ benötigt Verstärkung für einen Spezialauftrag. Die Nachwuchsdetektive erhalten zunächst eine Schulung und gehen anschließend in der Dauerausstellung auf Spurensuche. Fotoausschnitte müssen zugeordnet und Geheimschriften entziffert werden. Wer findet die Hinweise auf die Täter im Museum?

Eine besondere Zeitreise steht am Freitag, den 1. Juli 2016 um 10.00 Uhr unter dem Motto „Willkommen im Mittelalter“ auf dem Programm. Mit Museumspädagogin Dr. Kerstin Ras-Dürschner entdecken die Kinder, wie das Leben vor 1000 Jahren aussah. Im Museum gibt es spannende Originale aus dieser Zeit zu sehen. Mit verschiedenen Spielen und kurzen Theaterstücken in passender Kleidung erleben die Kinder den Alltag von Bauern, Rittern, Kaufleuten und Adeligen.

Die Programme sind für Kinder ab neun Jahren geeignet. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Für Kinder mit einem Ferienpass der Stadt Bremerhaven ist die Teilnahme kostenfrei. Ansonsten beträgt der Eintritt 2,20 Euro. Wer einen Ferienpass besitzt, kann außerdem während der Sommerferien einmal kostenlos das Historische Museum Bremerhaven und das Museumsschiff FMS „Gera“ besichtigen.
Pressemitteilung:
Historische Museum Bremerhaven: HMB aktuell 28/16 – 21.06.2016

23. Juni 2016
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Einsatzgruppenversorger „Bonn“ kehrt zurück

Am Montag, den 27. Juni 2016 um 9 Uhr, wird der Einsatzgruppenversorger (EGV) „Bonn“ in seinen Heimathafen Wilhelmshaven einlaufen. Die „Bonn“ hat als Flaggschiff des Verbandes den deutschen Anteil zum Ständigen Maritimen NATO-Einsatzverband 2 (SNMG2) beigetragen.Einsatzgruppenversorger "Bonn" kehrt zurückZuerst unter dem Kommando von Flottillenadmiral Jörg Klein (55) und seit Juni 2016 unter Flottillenadmiral Kay-Achim Schönbach (50) haben die Männer und Frauen des Einsatzgruppenversorgers in den vergangenen Monaten hochrangige Gäste an Bord begrüßen dürfen, wie zum Beispiel die Bundesministerin der Verteidigung, der NATO Generalsekretär, der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages und der Generalinspekteur der Bundeswehr.

Zurückblickend auf die Seefahrt zieht der Kommandant des EGV „Bonn“, Fregattenkapitän Jobst Berg (50), folgendes Resümee: „Die vergangene Zeit in der Ägäis war fordernd. Aufgrund der Auftragsänderung der NATO-Unterstützung in der Ägäis mussten wir uns innerhalb kürzester Zeit flexibel den neuen Gegebenheiten anpassen. Dies wurde professionell und erfolgreich umgesetzt. Der Besatzung gebührt mein besonderer Dank und größter Respekt für die hervorragende Leistung.“ Der Einsatzgruppenversorger „Bonn“ hat, mit Einlaufen in Wilhelmshaven, in den zurückliegenden sechs Monaten Seefahrt eine Strecke von ca. 26.000 Seemeilen zurückgelegt.
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22. Juni 2016
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Ferienprogramm im Deutschen Auswandererhaus

Neu: Radio-Workshops für Jugendliche

Ferienzeit ist Reisezeit. Im Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven führt die Reise in die Vergangenheit. Das preisgekrönte Erlebnismuseum schickt seine Besucher auf eine spannende Zeitreise durch 300 Jahre Aus- und Einwanderungsgeschichte und bietet in den Sommerferien viele Programmpunkte für Kinder und Familien – sowie neu in diesem Jahr auch für Jugendliche.Ferienprogramm im Deutschen AuswandererhausDas Deutsche Auswandererhaus hat sein Ferienprogramm in diesem Sommer erweitert: Für Mädchen und Jungen zwischen 14 und 16 Jahren finden an vier Montagen in den Ferien (11. Juli, 18. Juli, 25. Juli, 1. August) um 10.30 Uhr Radio-Workshops statt. Dabei schlüpfen die Jugendlichen in die Rolle eines Hörfunk-Journalisten und produzieren eine eigene Reportage zum Thema „Einwanderungsland Deutschland“. Recherche, Redaktion, Produktion und Moderation – die jungen Teilnehmer sind an allen Schritten bis zur fertigen Reportage eingebunden.

Auch für die Jüngeren finden in dem Erlebnismuseum altersgerechte Angebote statt: In der Kinderführung „Kleine Auswanderer“ erfahren Mädchen und Jungen zwischen sechs und acht Jahren jeweils dienstags um 10.30 Uhr während der Ferien mehr über die Reise in die Neue Welt und das Leben in der Fremde. Die kleinen Abenteurer ertasten den Proviant, erraten Medikamente aus der Bordapotheke und lösen während des spielerischen Rundgangs viele weitere knifflige Aufgaben. Kinder zwischen acht und zwölf Jahren begeben sich donnerstags in den Ferien um 10.30 Uhr auf eine spannende Entdeckungstour. Dabei lernen sie, warum so viele Menschen auswanderten und müssen beim Erstellen von Seemannsknoten selbst ihr Geschick unter Beweis stellen.

Mittwochs und freitags unternehmen Kinder und (Groß-)Eltern die Zeitreise in den Familienführungen gemeinsam. Kleine Weltenbummler bekommen spielerische Einblicke in das Reisegepäck und lernen etwas über die Gründe einer Auswanderung. Währenddessen können sich die großen Geschichtsfreunde an den Hörstationen in die Lebenswege der Auswanderer vertiefen.

Eine Anmeldung zu den Führungen ist erforderlich telefonisch unter 0471/9022 0–0, per E-Mail an info@dah-bremerhaven.de oder an der Museumskasse. Für die Radio-Workshops für Jugendliche endet die Anmeldefrist jeweils am Freitag vorher um 17.00 Uhr.

Weitere Informationen:
www.dah-bremerhaven.de
presse@dah-bremerhaven.de
Presse & Marketing
I
lka Seer (Leitung), Tel.: 0471/90 22 0 – 207
Bonnie Satzinger,   Tel.: 0471/90 22 0 – 204
Deutsches Auswandererhaus
Columbusstraße 65
27568 Bremerhaven

20. Juni 2016
von admin
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Mit Dampf-Eisbrecher „Wal“ nach Wilhelmshaven zum Jadewochenende

Auch in diesem Jahr fährt der Dampf-Eisbrecher „Wal“ nach Wilhelmshaven, um an der maritimen Traditionsveranstaltung „Wochenende an der Jade“ teilzunehmen. Vom 1. bis 4. Juli wird sie wieder neben dem Dampf-Tonnenleger „Kapitän Meyer“ am Wilhelmshavener Bontekai liegen.Dampf-Eisbrecher "Wal" nach WilhelmshavenDer Dampf-Eisbrecher „Wal“ wurde im Sommer 1938 von der Stettiner Oderwerke AG an das Rendsburger Wasserstraßen-Maschinenamt abgeliefert. Dort bekam sie den Auftrag, die weltweit meistbefahrene künstliche Wasserstraße, den knapp 100 Kilometer langen Nord-Ostsee-Kanal, im Winter befahrbar zu halten. Bis 1989 war die „Wal“ auf dem Nord-Ostsee-Kanal (bis 1948 Kaiser-Wilhelm-Kanal) zum Eisbrechen unterwegs. Dann begann er aus Alters- und Kostengründen unwirtschaftlich zu werden, wurde aufgelegt und 1990 an die heutige Schiffahrts- Compagnie Bremerhaven e. V. verkauft. Hier dient der Dampf-Eisbrecher „Wal“ seither als aktives Museumsschiff und wird von einer ehrenamtlichen Stammbesatzung „unter Feuer gehalten“.

Nun steht wieder das „Wochenende an der Jade“ auf dem Programm. Da wird auch die „Wal“ dran teilnehmen. Und wer Lust hat, kann sich einschiffen und sich mit der „Wal“ auf den Weg in die traditionsreiche Marinestadt Wilhelmshaven machen. Gewohnt wird in Doppelkabinen.

Der Kurs führt durch die Deutsche Bucht hinein in den Jadebusen, vorbei an den schönsten Leuchttürmen und Sandbänken mit Seehunden im Nationalpark Wattenmeer. Natürlich ist der Dampf-Eisbrecher „Wal“ kein Kreuzfahrt- sondern ein aktives Museumsschiff, das nach den gesetzlichen Regeln der Traditionsschifffahrt betrieben wird. Für den Reisepreis erhält man einen Kojenplatz in einer Doppelkabine inklusive Vollverpflegung an Bord. Leider besteht keine Möglichkeit, Rollstuhlfahrer an Bord zu nehmen. Baubedingt besteht keine Möglichkeit, das Traditionsschiff behindertengerecht umzugestalten.

Die „Wal“ fährt 1. Juli 2016 von ihrem Liegeplatz Ostseite Neuer Hafen um 11 Uhr ab. Wer möchte, kann am Montag, 4. Juli, um 12 Uhr mit der „Wal“ auch die Rückreise vom Jadebusen an die Weser antreten.

Es sollen noch ein paar Plätze frei sein für die Route Bremerhaven–Wilhelmshaven–Bremerhaven. Das Ticket kostet 420,00 Euro. Darin enthalten ist die Vollverpflegung an Bord.

Wer  nur als Tagesgast von der Weser an die Jade  mitfahren möchte bezahlt für den Tagestörn 45,00  Euro ohne Busrückfahrt. Mit Busrückfahrt kostet das Vergnügen 58,00 Euro.

Alle Reisen können bei der Geschäftsstelle der SCB Schiffahrts-Compagnie Bremerhaven e.V montags, mittwochs und freitags von 8-12 Uhr gebucht werden. Telefon: 0471/9269110.

18. Juni 2016
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Der Görlitzer Tuchfabrikant Carl Samuel Geißler

Preußische Zucht und Ordnung – Es war um 1850 schwierig, Görlitzer Bürger zu werden

Die Monatszeitschrift StadtBILD hat in ihrer Ausgabe Nr.  65 vom November 2008 einen Aufsatz von Herrn Wolfgang Stiller über den bekannten Görlitzer Tuchfabrikanten Carl Samuel Geißler (28.3.1775 bis 4.2.1878) veröffentlicht. Carl Samuel Geißler lebte in der Furstraße. Er war ein Bruder von Ernst Friedrich Geißler, Besitzer der Vierradenmühle.

Der Görlitzer Tuchfabrikant Carl Samuel Geißler

Carl Samuel Geißler war königlicher Kommerzienrat und von 1835 bis 1877 mit einer 2 jährigen Unterbrechung Stadtrat bzw. Stadtverordneter, Stadtältester und Träger des Roten Adler Ordens 4. Klasse. Carl Samuel Geißler hatte 8 Kinder, darunter 5 Mädchen.

Seine Tochter Agnes Therese Geißler (23.2.1825 – 13.12. 1907) verliebte sich in einen Christian Franz Adolph Webel (6.2.1823 – 8.5.1875), Sohn eines Buchhändlers und Druckereibesitzers in Leipzig. Zwei sehr interessante Liebesbriefe, die Adolph 1847 an seine Geliebte schrieb, sind in meinem Besitz. Nun sollte ja geheiratet werden, und Adolph wollte Bürger von Görlitz werden. Der zukünftige Schwiegervater Carl Samuel Geißler schrieb daraufhin am 12. Juli 1847 nachfolgenden Brief an Adolph Webel nach Leipzig:

Der Görlitzer Tuchfabrikant Carl Samuel Geißler

„Aus Ihrem Geehrten ersehe ich Ihren festen und ernsten Entschluss, daher auch der meine feststeht, und zu ihrem und Agnes weiterem Gedeihen, als Vater nur herzlich Glück wünschen kann.

Hoffend, daß Sie sich mit ernstlichem Eifer bemühen werden, in den Geschäftskreis tätig beizutragen, vorwärts schreiten zu suchen, wie es selbst bei mir und jedem tätigen Geschäftsmannes Pflicht ist, den Sorgenträger durch das Leben verändern, wo dann auch Fleiß und Mühe nicht unbelohnt bleiben wird.

Herrmann Oettel das freundschaftliche Wort zu geben, mit Ihrer oben angeführten Bitte, halte ich für Pfiicht und Artigkeit. Wegen dem nun zu erlangenden Bürgerrecht haben Sie nun die nötigen Atteste, als Tauf-, Lehr-, Militär- und Führungsattest Ihres letzten Herren beizufügen, und durch Gesuch einzureichen, haben Sie solches ausgefertigt, können Sie es an mich überschicken, da ich es selbst abgeben will. Inliegend ein Formular, in welcher Art Sie es ungefähr anfertigen können. Glückauf mit frohem Mut grüßt Ihnen freundschaftlich C.S.Geißler“.

Der Görlitzer Tuchfabrikant Carl Samuel Geißler

Am 11.04 1848 wurde dann geheiratet. Im Jahre 1854 gelangte das Grundstück Brüderstraße 13 in den Besitz von Adolph Webel und Frau Agnes Therese Webel geb. Geißler (Eingang Schwarze Gasse 4).

Bei Richard Jechts „Tophographie der Stadt Görlitz“ ist auf Seite 384 nachfolgendes vermerkt: „Brüderstraße 13 (Überbauung der Schwarze Gasse). Die Brauhöfe Brüderstraße 13 (Hyph. Nr. 13) und Brüdergasse 12 (Hyph. Nr. 10) haben seit 1770 einen gemeinsamen Überbau über dem Schwarzen Gässchen; damit kam man überein, als der Advokat und Kämmerer und Heideverwalter Georg Geißler Nr.13 baute, dass ihm die oberen zwei Fenster, dem Besitzer der Nr. 12, dem Schöppen Georg Lochmann, aber die unteren zwei Fenster eingeräumt wurden. Den Dachboden sollte jeder zur Hälfte haben. So ist der Besitzstand noch heute (1934).

Der Görlitzer Tuchfabrikant Carl Samuel Geißler

Die Besitzer lassen sich bis 1427 nachweisen, u.a. 1755 wohnte als Mieter in diesem Haus der Buchdrucker Sigmund Ehrenfried Richter (Anm. Carl Samuel Geißler heiratete eine Amalie Therese Richter (1798 – 1876), und sein Bruder Ernst Friedrich heiratete auch eine Emilie Richter (1812 – 1901), ob die Ehe aus dieser Familie stammt, konnte ich noch nicht ermitteln.

Weiter schreibt Richard Jecht: 1854 – 1908 war es im Besitz von Adolph Webel und Frau Agnes Theresa Webel, geb. Geißler. Ab 1908 ist Besitzer der Kaufmann Louis Karger.“

Der Görlitzer Tuchfabrikant Carl Samuel Geißler

Die Familie Adolph Webel richtete in diesem Grundstück ein Textilgeschäft ein. Vorstehende Annonce aus dem Neuen Görlitzer Anzeiger (NGA Nr. 294 Seite 2092 vom 15.12.1878) zeigt das Angebot in diesem Geschäft. Jetzt befindet sich in diesem Laden die „Schlesische Schatztruhe“.

Nachbemerkung:
Aus der Ehe von Adolph Webel mit Agnes Therese Geißler gingen drei Söhne hervor. Einer der bekanntesten war Stadtrat Felix Webel (1848 – 1918). Felix Webel begründete sein Textilgeschäft auf dem Postplatz 14/15 (Webelhaus und Brasserie). In zweiter Ehe war Felix Webel mit Helene Rehfeld, verwitwete Rösler (1852 – 1943), vermählt.

Felix Webel und seine 2. Ehefrau Helene Rehfeld

Carl Samuel Geißler war der Großvater von Helene. Deren Eltern waren Emma Therese Rehfeld, geborene Geißler (1822 –1896) und der Fabrikbesitzer Karl Rehfeld (1814 – 1889).
Nachdruck
Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung des StadtBILD-Verlages Görlitz und Herrn Wolfgang Stiller.

18. Juni 2016
von admin
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Leidenschaft aus Italien. Wie das Eis nach Deutschland kam

Am Sonntag, 19. Juni 2016, bietet das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven um 10.30 Uhr einen thematischen Rundgang durch Dauerausstellung über die italienischen Eismacher in Deutschland an.

Wie das Eis nach Deutschland kam

Speiseeis gehört für die meisten Menschen zu einem warmen Tag dazu. Doch nur wenige wissen, dass die italienischen Eismacher in Deutschland eine lange Tradition haben. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich Gelatieri aus den Tälern der Dolomiten mit ihren Eiswagen in den Norden. Im Zuge des deutschen Wirtschaftswunders in den 1950er Jahren erlebte das italienische Eishandwerk in Deutschland eine einzigartige Blüte. Bei dem Rundgang durch die Dauerausstellung des Deutschen Auswandererhauses wird diesem Aspekt der Migration nachgegangen.

Die thematische Führung beginnt um 10.30 Uhr im Foyer des Deutschen Auswandererhauses, Columbusstraße 65, 27568 Bremerhaven. Eine Anmeldung ist erwünscht unter der Rufnummer 0471/90 22 0–0 oder an der Kasse.

Preis: Eintritt in die Dauerausstellung zzgl. 3,00 €.

Weitere Informationen:
www.dah-bremerhaven.de
Deutsches Auswandererhaus
Columbusstraße 65
27568 Bremerhaven

17. Juni 2016
von admin
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Tender „Werra“ und Minenjagdboot „Datteln“ nehmen Kurs aufs Mittelmeer zum EU-Einsatz

Am Montag, den 20. Juni 2016, um 10.00 Uhr, werden der Tender „Werra“ und das Minenjagdboot „Datteln“ gemeinsam ihren Heimathafen Kiel verlassen. Das zum 3. Minensuchgeschwader gehörende Minenjagdboot und der zum 5. Minensuchgeschwader gehörige Tender werden für die nächsten Monate den deutschen Beitrag bei „EUNAVOR MED – Operation Sophia“ im zentralen Mittelmeer stellen. Verabschiedet werden beide Einheiten durch den stellvertretenden Kommandeur und Chef des Stabes der Einsatzflottille 1, Kapitän zur See Stephan Haisch (49).

Tender "Werra"

Die „Werra“ unter dem Kommando von Korvettenkapitän Mirko Preuß (34) sowie die „Datteln“ unter dem Kommando von Korvettenkapitän Björn Fischer (36) werden gemeinsam Richtung Mittelmeer verlegen und am 1. Juli 2016 in Augusta (Italien) ihre Aufgaben von der Fregatte „Karlsruhe“ und dem Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ übernehmen. Dort wird neben umfangreichem Material auch zahlreiches Zusatzpersonal eingeschifft werden, wie z.B. ein 12-köpfiges Boarding-Team der finnischen Marine auf die „Werra“. Diese Kooperation hat sich bereits seit Ende 2015 bewährt und wird noch bis Dezember 2016 fortgesetzt. Unter der Führung von Fregattenkapitän Torsten Eidam (42), der mit einem kleinen Stab ebenfalls an Bord des Tenders einsteigt, werden beide Einheiten für die nächsten Monate im Rahmen der „EUNAVOR MED – Operation Sophia“ zur Bekämpfung der Schleuserkriminalität im Seegebiet zwischen Italien und der libyschen Hoheitsgewässer operieren.Minenjagdboot "Datteln"Für die Besatzung des Tenders ist die Aufgabe nicht neu; die „Werra“ hat bereits 2015 für über vier Monate den Einsatz „EUNAVOR MED – Operation Sophia“ absolviert. Die Planung sieht gegenwärtig einen ähnlichen Zeitraum vor; Mitte November wird das Schiff in Kiel zurück erwartet. Das Minenjagdboot wird voraussichtlich deutlich länger im Operationsgebiet verbleiben, die Besatzung wird jedoch nach vier Monaten ausgetauscht und eine andere Besatzungscrew übernimmt das Minenjagdboot „Datteln.“
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15. Juni 2016
von admin
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Mexikanische Dreimastbark „Cuauhtémoc“ besucht Bremerhaven

Die mexikanische Dreimastbark „Cuauhtémoc“ zählt zu den schönsten Rahseglern der Welt. Sie trägt den Namen des letzten aztekischen Herrschers, Kaiser Cuauhtémoc, der 1525 von den Spaniern gefangen genommen und hingerichtet wurde. Der Schiffsname und die Gallionsfigur drücken die Verehrung der mexikanischen Marine für einen Helden ihrer Geschichte aus.

Mexikanische Dreimastbark "Cuauhtémoc"

Obwohl das 90 Meter lange Segelschulschiff der mexikanischen Marine regelmäßig an Tall Ships Races um die ganze Welt teilnimmt, ist es nicht oft in Bremerhaven zu Gast. Zuletzt war sie im Jahre 2008 zur „Lütten Sail“ zu Besuch und lag im Neuen Hafen. Für die Sail Bremerhaven 2015 hat sich die im mexikanischen Acapulco beheimatete Bark zwar angemeldet, dann musste sie ihren Besuch aber leider kurzfristig wieder absagen. Doch nun soll der in der Werft Celaya im spanischen Bilbao im Jahre 1982 vom Stapel gelaufene Großsegler am 23.06.2016 endlich wieder nach Bremerhaven kommen und im Neuen Hafen festmachen.

Am Morgen des 12.03.2016 setzte das Segelschulschiff „Cuauhtémo“ die Segel und verließ seinen Heimathafen Acapulco, um am Training Cruise „Ibero Atlantic 2016“ teilzunehmen. Das Schiff wird 18 Häfen in 14 Länder besuchen mit dem Auftrag, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Völkern zu stärken und akademische und kulturelle Beziehungen mit den Streitkräften der besuchten Nationen auszutauschen.

Am 22. März 2016 begeisterte die beeindruckende Dreimastbark mit ihren 23 Segeln die Menschen, als sie im Hafen von Balboa in Panama City einlief. Weitere Stationen waren Cartagena de Indias (Kolumbien), Havanna (Kuba), Baltimore und New London (USA), Halifax (Kanada) und London (Großbritannien).

Vom 17.06. – 22.06. wird die Bark zu Gast in Hamburg sein. Vom 18. – 21.6. kann ist von 11 bis 18 Uhr Open Ship. Am 23.06. bietet die „Cuauhtémo“ ein besonderes Bild, weil beim Einlaufen in den Hafen die Kadetten auf den Rahen stehen. Das Schiff wird morgens um 10 Uhr im Neuen Hafen erwartet, Besichtigung ist vom 24.6. – 27.6. von 10 bis 20 Uhr möglich.

Nach Bremerhaven stehen noch folgende Häfen auf dem Reiseplan: Amsterdam (Nederlande), Amberes (Belgien), Brest (Frankreich), Lissabon (Portugal), Cadiz und Las Palmas (Spanien), Santo Domingo (Dominikanische Republik), Balboa (Panama) und am 3.10.2016 soll schließlich der Heimathafen Acapulco in Mexico erreicht werden.
Quellen:
Mexikanische Botschaft in Deutschland
windjammer-tall-ship.blogspot.de
forum-Schiff.de