Die Geschichte der Unternehmerfamilie Kohn in Geestemünde

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Die Geschich­te der Unter­neh­mer­fa­mi­lie Kohn in Geest­e­mün­de

Mit der neu­en Son­der­aus­stel­lung “Kapi­tä­ne und Holz­fa­bri­kan­ten – Die Geest­e­mün­der Unter­neh­mer­fa­mi­lie Kohn 1830–1967” wid­met sich das His­to­ri­sche Muse­um Bre­mer­ha­ven einem in Ver­ges­sen­heit gera­te­nen Kapi­tel der Geest­e­mün­der Geschich­te. Über drei Genera­tio­nen lei­te­ten Mit­glie­der der Fami­lie Kohn die Fir­ma “Pundt & Kohn”, die Holz impor­tier­te und eine Holz­fa­brik am Quer­ka­nal betrieb. Ihre Geschich­te zeigt die Bedeu­tung des Holz­han­dels für Geest­e­mün­de und erin­nert an Hafen­an­la­gen und Gebäu­de, die längst aus dem Stadt­bild ver­schwun­den sind.Unternehmerfamilie KohnFranz Johann Syab­be Kohn (1828–1877) war Kapi­tän auf Aus­wan­de­rer­schif­fen, bevor er im auf­stre­ben­den Hafen­ort Geest­e­mün­de sess­haft wur­de und 1863 mit Kapi­tän Diet­rich Pundt die Fir­ma “Pundt & Kohn” an der Gees­te grün­de­te. Sein Sohn Franz Kohn (1857–1909) eröff­ne­te das Säge­werk “Back­haus & Co.” und bau­te das Fami­li­en­un­ter­neh­men zu einer der bedeu­tends­ten Holz­fir­men an der Unter­we­ser aus. Als Sena­tor beglei­te­te er vie­le Neu­bau­pro­jek­te in Geest­e­mün­de. Ger­hard Kohn (1883–1962) und Hans Kohn (1887–1967) führ­ten “Pundt & Kohn” erfolg­reich durch die wirt­schaft­li­chen Kri­sen nach dem Ers­ten Welt­krieg. Wäh­rend Hans Kohn 1924 Sena­tor und 1933 Prä­si­dent der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer in Weser­mün­de wur­de, ver­leg­te Ger­hard Kohn sei­nen Schwer­punkt nach Mel­le bei Osna­brück und betei­lig­te sich am Auf­bau der dor­ti­gen Möbel­in­dus­trie. 1937 änder­te die Fami­lie ihren jüdisch klin­gen­den Nach­na­men in “Koh­nert” und benann­te auch das Unter­neh­men um. “Pundt & Koh­nert”, schwer getrof­fen vom Luft­an­griff auf Weser­mün­de 1944, konn­te nach dem Zwei­ten Welt­krieg nicht an die frü­he­ren Erfol­ge anschlie­ßen und wur­de 1967 auf­ge­löst.

In der Aus­stel­lung wer­den 50 his­to­ri­sche Foto­gra­fien, Sti­che, Plä­ne und Doku­men­te sowie 12 Gemäl­de gezeigt, die über­wie­gend aus der Samm­lung des His­to­ri­schen Muse­ums Bre­mer­ha­ven stam­men. Ein Teil der Expo­na­te, wie das sel­te­ne Gemäl­de der Scho­ner­bark “Sali­er” beim Holz­la­den in den Tro­pen aus der Zeit um 1877, wur­de dem Muse­um aus dem Nach­lass von Johan­na Mat­teuc­ci, geb. Koh­nert (1944–2015), gestif­tet. Dazu zählt auch eine Aus­wahl an Gemäl­den von Hans Koh­nert, der an der Kunst­schu­le in Wei­mar stu­diert hat­te. Sein Enkel Dr. Dirk Koh­nert unter­stütz­te die Aus­stel­lung durch Leih­ga­ben und zahl­rei­che Infor­ma­tio­nen zur Fami­li­en­ge­schich­te. Vier Gemäl­de aus dem ehe­ma­li­gen Fami­li­en­be­sitz stellt das Deut­sche Schiff­fahrts­mu­se­um als Leih­ga­ben zur Ver­fü­gung.

Kapi­tä­ne und Holz­fa­bri­kan­ten – Die Geest­e­mün­der Unter­neh­mer­fa­mi­lie Kohn 1830–1967
Son­der­aus­stel­lung 30.11.2019 bis 03.05.2020
His­to­ri­sches Muse­um Bre­mer­ha­ven
An der Gees­te, 27570 Bre­mer­ha­ven
Di-So 10–17 Uhr, Ein­tritt frei
Pres­se­mit­tei­lung:
His­to­ri­sche Muse­um Bre­mer­ha­venHMB aktu­ell 61/19 – 28.11.2019

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