Der Wasserturm von Bremerhaven-Lehe

Mehr als 150 Jah­re ist er inzwi­schen alt, der Was­ser­turm von Bre­mer­ha­ven-Lehe. Groß und trut­zig ragt der unter Denk­mal­schutz ste­hen­de Turm aus den Anfän­gen der Bre­mer­ha­ve­ner Was­ser­ver­sor­gung im Leher Stadt­park an der Hafen­stra­ße zum Him­mel empor. Erbaut hat ihn Mel­chi­or Schwoon in den Jah­ren 1852/1853 nach den Plä­nen des Bre­mer Archi­tek­ten Simon Loschen.

Bremerhaven Lehe_1

Die Kan­ten­län­ge der qua­dra­ti­sche Grund­form beträgt im unte­ren Teil 11,5 m. Dar­an leh­nen sich mit stei­len Pult­dä­chern ver­se­he­ne ehe­ma­li­ge Wohn- und Lager­räu­me an. Wei­ter oben ver­jüngt sich der Turm zu einem Acht­eck, ver­schönt durch Blen­dar­ka­den mit klei­nen Spitz­bo­gen­fens­tern. Der run­de Was­ser­be­häl­ter, der mit einem Kegel­dach geschlos­sen wur­de, scheint aus dem acht­ecki­gen Bau­kör­per herauszuwachsen.

Nun, in die Jah­re gekom­men, soll der Was­ser­spei­cher saniert wer­den. Gleich­zei­tig wird die im Erd­ge­schoss bele­ge­ne Maschi­nen­hal­le zu einem Ver­an­stal­tungs­raum umge­baut. Um den Stadt­park auch optisch mit dem Turm zu ver­bin­den, bekommt die­ser an sei­ner Süd­sei­te eine Terrasse.Bremerhaven Lehe

Für die von den zustän­di­gen Denk­mal­pfle­gern beglei­te­te Sanie­rung wer­den 325 000 Euro bereit­ge­stellt. Die Stadt über­nimmt hier­von etwa 120 000 Euro. Hier­in sind 40 000 Euro Bun­des­mit­tel aus dem För­der­topf “Stadt­um­bau-West” ent­hal­ten. Die Eigen­tü­mer tra­gen rund 200 000 Euro selbst. Für das Geld wird der Was­ser­turm bis auf Ori­gi­nal­roh­re und Pfei­ler kom­plett ent­kernt und Hei­zung, Beleuch­tung und Toi­let­te instal­liert. So ist man auf die künf­ti­ge Nut­zung – Lesun­gen, Kon­zer­te, Gesprächs­fo­ren – gut vorbereitet.

Zum dies­jäh­ri­gen Stadt­park­fest ist ein Tag der offe­nen Tür geplant.

Die­ser Bericht soll der Auf­takt zu einer Rei­he Was­ser­tür­me sein, die ich in loser Fol­ge mit freund­li­cher Unter­stüt­zung von Herrn Dr. Jens U. Schmidt erstel­len will. Ich kann Euch die Was­ser­tür­me natür­lich immer nur grob vor­stel­len als Ergeb­nis mei­ner jewei­li­gen Inter­net­re­cher­chen. Soll­te ich bei Euch Inter­es­sen geweckt und soll­tet Ihr Lust auf mehr Infor­ma­tio­nen bekom­men haben, schaut Euch doch mal die Home­page Archiv deut­scher Was­ser­tür­me an. Dort gibt es auch das wirk­lich sehr infor­ma­ti­ve Buch Was­ser­tür­me in Bre­men und Ham­burg zu bestellen.

2 Antworten

  1. juwi sagt:

    Hal­lo Hermann,

    falls du mehr über die Geschich­te des Was­ser­tums im Leher Stadt­park erfah­ren möch­test, fin­dest du dar­über etwas in mei­nem “Juwi­ver­sum”. Die Infor­ma­tio­nen habe ich aus Büchern von Har­ry Gab­cke (Bre­mer­ha­ven in zwei Jahr­hun­der­ten) und aus der Bro­schü­re zum 100-jäh­ri­gen Bestehen der Pauluskirche.

    Der Turm des Herrn Schwoon ist der zwei­te Leher Was­ser­turm. Den ers­ten hat­te 14 Jah­re zuvor ein Herr Eits errich­tet. Die­ser stand in direk­ter Nach­bar­schaft des neu­en Was­ser­turms auf dem Gelän­de, auf dem sich heu­te in der Hafen­stra­ße das Spar­kas­sen­ge­bäu­de befin­det. Die bei­den Fami­li­en leg­ten den Grund­stein für die Was­ser­ver­sor­gung der heu­ti­gen Stadt Bremerhaven.

    Eine inter­es­san­te Geschich­te ver­birgt sich auch hin­ter dem Wuls­dor­fer Wohn­was­ser­turm von 1927, der sozu­sa­gen auch das ers­te “Hoch­haus” unse­rer Stadt ist. Ich hat­te dar­über schon ein­mal einen kur­zen Arti­kel in “juwi’s welt” geschrie­ben. Auch über den Wohn­was­ser­turm fin­dest du Infos in den Büchern von Har­ry Gabcke.

    Dass der Schwoon-Turm saniert und — zumin­dest im Erd­ge­schoss — der Öffent­lich­keit zugäng­lich gemacht wer­den soll fin­de ich eine tol­le Sache. Als ich ges­tern aller­dings nach lan­ger Zeit wie­der ein­mal mit unser Hün­din durch den Stadt­park gegan­gen bin, war ich aller­dings ziem­lich erschro­cken über den Kahl­schlag unter den Bäu­men im Bereich zu den Stra­ßen und an der Grund­stücks­gren­ze zur Nord­see-Zei­tung. Ich fin­de, das geht weit über die Absicht hin­aus, den Park von außen “trans­pa­ren­ter” zu machen.

    Gruß,
    juwi

    • admin sagt:

      Hal­lo Juwi,

      vie­len Dank für Dei­nen Kom­men­tar und die vie­len neu­en Infor­ma­tio­nen. Ich habe gleich mal in Dei­nem Juwi­ver­sum mit wach­sen­der Begeis­te­rung geblät­tert. Bestimmt wer­de ich dort­hin öfter mal zurück­keh­ren und mich mit wei­te­ren Infor­ma­tio­nen versorgen.
      Lie­be Grüße
      Hermann

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