Königliche Baugewerkschule und Königliche Maschinenbauschule in Görlitz — Teil 1

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Die Monats­zeit­schrift Stadt­BILD hat in ihrer Aus­ga­be vom Janu­ar 2013 einen Auf­satz von Wolf­gang Stil­ler ver­öf­fent­licht, in dem His­to­ri­sches über die ehe­ma­li­ge Bau­ge­werk­schu­le Gör­litz behan­delt wird. Die Bau­ge­werk­schu­le befand sich jen­seits der Nei­ße in der Rei­chen­ber­ger Stra­ße in der frü­he­ren Gör­lit­zer Ost­stadt. Aus der Ost­stadt ist nach dem 2. Welt­krieg das heu­ti­ge pol­ni­sche Zgor­zel­ec her­vor­ge­gan­gen.

Das zu Ende gehen­de 19. Jahr­hun­dert war geprägt von einem enor­men Auf­schwung der Indus­trie, des Han­dels, Gewer­bes und der Wis­sen­schaft. Dies erfor­der­te eine Viel­zahl von gut aus­ge­bil­de­ten Fach­kräf­ten. Das Bedürf­nis der auf­stre­ben­den jun­gen Tech­ni­ker nach gründ­li­cher und schnel­ler theo­re­ti­scher Aus­bil­dung mach­te die Errich­tung von Fach­schu­len gera­de für die­sen Stand drin­gend not­wen­dig. So ent­stan­den unter dem för­dern­den Ein­fluss des Innungs­ver­ban­des deut­scher Bau­ge­werk­meis­ter, vor allem unter der ziel­be­wuss­ten Füh­rung des Preu­ßi­schen Staa­tes, bis zum Jah­re 1914 67 Bau­schu­len, die zum Teil von den Städ­ten, aber zum größ­ten Teil von den Staa­ten gegrün­det und ein­ge­rich­tet wor­den sind. Im König­reich Preu­ßen gab es 24 staat­li­che Bau­ge­werk­schu­len. Die Auf­ga­be die­ser Schu­len bestand dar­in, den Schü­lern nach einer vor­an­ge­gan­ge­nen prak­ti­schen Betä­ti­gung im Bau­hand­werk die theo­re­ti­schen und fach­li­chen Vor­kennt­nis­se zu ver­mit­teln, die sie spä­ter in ihrem Beruf benö­tig­ten, um als selb­stän­di­ger Bau­ge­wer­be­trei­ben­der, als selb­stän­di­ger Bau­lei­ter, als tech­ni­sche Hilfs­kräf­te im Büro und auf dem Bau­platz oder als mitt­le­re Beam­te im Staats- oder Kom­mu­nal­dienst tätig zu wer­den. Die staat­li­che König­li­che Bau­ge­werk­schu­le zu Gör­litz wur­de am 23. Okto­ber 1894 gegrün­det. Sie war eine der Staats­an­stal­ten, die zur Ver­wal­tung des preu­ßi­schen Minis­te­ri­ums für Han­del und Gewer­be in Ber­lin gehör­ten und dem preu­ßi­schen Regie­rungs­prä­si­den­ten in Lie­gnitz unter­stellt wur­den. Der Unter­richt fand zunächst in der Gemein­de­schu­le Rei­chen­ber­ger Stra­ße (heu­te: Pil­suds­kie­go) statt.

ehemalige Baugewerkschule Görlitz

Die Stadt Gör­litz erklär­te sich bereit, ein neu­es Schul­ge­bäu­de am Fried­rich­platz (heu­te: Par­ty­zan­tów) zu errich­ten. Sel­bi­ges konn­te am 1.4.1898 ein­ge­weiht wer­den. Es ist an die­ser Stel­le beson­ders her­vor­zu­he­ben, dass es in die­sem Hau­se zwei Fach­schu­len gab: 1. die staat­li­che König­li­che Bau­ge­werk­schu­le und 2. die staat­li­che König­li­che Maschi­nen­bau­schu­le 3. auf Bestre­ben des preu­ßi­schen Berg­am­tes Gör­litz gab es in die­ser Ein­rich­tung von 1900/1901 bis 1904 eine Berg­vor­schu­le. Die Anfor­de­run­gen an Fach­leu­te in den Braun­koh­len­be­trie­ben ins­be­son­de­re der Gru­be Stadt Gör­litz, des Berg­wer­kes “Glück­auf Akti­en­ge­sell­schaft” Lich­ten­au und der Gru­be Fried­rich Anna Gör­litz Moys bewo­gen den dama­li­gen Berg­rat Las­ke des Berg­am­tes Gör­litz mit Zustim­mung der Berg­aka­de­mie Frei­berg, eine Berg­vor­schu­le zu errich­ten. Die Stadt Gör­litz stell­te dazu kos­ten­frei einen Klas­sen­raum in der Bau­ge­werk- und Maschi­nen­bau­schu­le am Fried­richs­platz zur Ver­fü­gung. Die Schu­le wur­de von einem Vor­stand gelei­tet, des­sen Geschäfts­füh­rung der Geschäfts­füh­rer der Akti­en­ge­sell­schaft der Gru­be “Glück­auf” Lich­ten­au inne hat­te. Der ehe­ma­li­ge Ober­bür­ger­meis­ter Hugo Sat­tig (OB von 1857 bis 1866) war Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der der Akti­en­ge­sell­schaft “Glück­auf”. An die­ser Ein­rich­tung wur­de bis zum Stei­ger aus­ge­bil­det. War­um die­se Berg­vor­schu­le 1904 geschlos­sen wur­de, ist aus den Akten des Archivs der Berg­aka­de­mie Frei­berg nicht ersicht­lich. Eigen­tüm­li­cher­wei­se befin­den sich in den Adress­bü­chern die­ser Zeit kei­ne Ver­wei­se, weder bei staat­li­chen noch bei pri­va­ten Bil­dungs­ein­rich­tun­gen. Nun zurück zur Bau­ge­werk­schu­le. Als bera­ten­des Organ für die­se Ein­rich­tung wur­de ein Kura­to­ri­um ins Leben geru­fen. Mit­glie­der des Kura­to­ri­ums waren: 1. Der Ober­bür­ger­meis­ter als Vor­sit­zen­der 2. Der Direk­tor der Ein­rich­tung als Stell­ver­tre­ter 3. wei­te­re 3 Mit­glie­der wur­den ernannt durch den preu­ßi­schen Minis­ter für Han­del und Gewer­be 4. außer­dem 2 Mit­glie­der des Magis­tra­tes der Stadt 5. und 2 Mit­glie­der, die von der Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung gewählt wur­den. Die Lehr­plä­ne waren für alle preu­ßi­schen Bau­ge­werk­schu­len ein­heit­lich. Damit erga­ben sich kei­ne Pro­ble­me bei einem Anstalts­wech­sel inner­halb des König­rei­ches Preu­ßen. Es ist anzu­neh­men, dass dies auch für die staat­li­che Maschi­nen­bau­schu­le zutraf.

Baugewerk- und MaschinenbauschuleBaugewerk- und Maschinenbauschule ab April 1898. Jetzt polnisches Lyzeum.Die vor­ste­hen­den Bil­der zei­gen die neu errich­te­te staat­li­che Bau­ge­werk- und Maschi­nen­bau­schu­le am Fried­richs­platz, eröff­net im April 1898. Mit Fer­tig­stel­lung die­ses Objek­tes wur­de auch in die­se Ein­rich­tung die kgl. staat­li­che Maschi­nen­bau­schu­le inte­griert. Damit gab es zwei ver­schie­de­ne Grün­dungs­da­ten: 1. Grün­dung der staat­li­chen Bau­ge­werk­schu­le (SBS) 23.10.1884 2. Grün­dung der staat­li­chen Maschi­nen­bau­schu­le (SMS) 3.10.1888.Adressbuch der Stadt Görlitz Die Schü­ler­zahl wuchs von Jahr zu Jahr und damit auch die Zahl der Klas­sen und der Leh­rer. Als­dann wur­de als Direk­tor Herr Prof. Gerns und dann für 4 Jah­re Direk­tor Kunz beru­fen. Im Jah­re 1902 wur­de Direk­tor Gewer­be­schul­rat Theo­bald Mül­ler aus Mag­de­burg. Sel­bi­ger führ­te eine Aus­bil­dung für Stein­met­ze und eine Aus­bil­dung in Tief­bau aus. Der Aus­bil­dungs­zweig Stein­met­ze wur­de wegen man­geln­den Besuchs 1908 ein­ge­stellt. Der Tief­bau­un­ter­richt lehr­te Grund­la­gen des Eisenbahn‑, Brü­cken- und Was­ser­baus sowie des Städ­ti­schen Tief­baus und des Erd- und Stra­ßen­baus. Hier­bei wur­de in den bei­den unte­ren Klas­sen ein gemein­sa­mer Unter­bau geschaf­fen (Grund­stu­di­um) und in den bei­den obe­ren Klas­sen nach Hoch- und Tief­bau getrennt unter­rich­tet.

Wappen Wegen den gestie­ge­nen Anfor­de­run­gen aus der Pra­xis genüg­te die vier­se­mest­ri­ge Aus­bil­dung nicht mehr, dar­um wur­de 1908 in allen preu­ßi­schen Bau­ge­werk­schu­len zu einer fünf­se­mest­ri­gen Aus­bil­dung über­ge­gan­gen. Man lös­te sich auch von der alt­her­ge­brach­ten abs­trak­ten wis­sen­schaft­li­chen Behand­lung der ein­zel­nen Unter­richts­zwei­ge, wie sie an den Hoch­schu­len üblich war, um einer mehr prak­ti­schen, dem Auf­fas­sungs­ver­mö­gen der Schü­ler ent­spre­chen­den Unter­richts­wei­se Raum zu geben. Die­se Form wirk­te sich auch im Nach­hin­ein vor­bild­lich auf die tech­ni­schen Hoch­schu­len aus. Ein erheb­li­cher Ein­schnitt in der Ent­wick­lung der Schu­le ergab sich mit Aus­bruch des 1. Welt­krie­ges am 2. August 1914. Die meis­ten Leh­rer und Schü­ler wur­den ein­be­ru­fen. Ein Unter­richt fand zunächst nicht mehr statt. Das Schul­ge­bäu­de selbst wur­de vom Mili­tär für Ein­quar­tie­rungs­zwe­cke in Anspruch genom­men. Erst in den spä­te­ren Halb­jah­ren wur­de in eini­gen Räu­men not­dürf­tig der Unter­richt wie­der auf­ge­nom­men. Den Schü­lern der 1. Klas­sen der Hoch- und Tief­bau­ab­tei­lung wur­de jedoch das Rei­fe­zeug­nis ohne Prü­fung erteilt und den übri­gen Schü­lern das Ver­set­zungs­zeug­nis. 12 Leh­rer wur­den im Krieg ein­ge­zo­gen, davon 3 schwer ver­wun­det. 61 Schü­ler sind im Krieg gefal­len. Aus die­sem Anlass wur­den im Ein­gang der Schu­le am 17.3.1922 zwei Gedenk­ta­feln ange­bracht. Nach dem Krieg gab es im Unter­richts­ge­sche­hen wie­der­um eini­ge Neue­run­gen. 1919 wur­de ein staats­bür­ger­li­cher Unter­richt mit zwei Wochen­stun­den ein­ge­führt. In die­sem Unter­richts­fach soll­ten die Schü­ler auf ihre Pflich­ten als Staats­bür­ger vor­be­rei­tet und zu “ech­ter deut­scher Gesin­nung und zum Bewusst­sein der Volks­ge­mein­schaft” erzo­gen wer­den. Münd­li­che Prü­fun­gen kamen in Fort­fall. Grund­la­gen der Prü­fung waren die Klas­sen­leis­tung sowie schrift­li­che und zeich­ne­ri­sche Prü­fungs­ar­bei­ten. Ein­füh­rung des Pflicht­fa­ches Lei­bes­übun­gen. Am 3. Juli 1920 wur­de das Fach Sport und Jugend­pfle­ge ein­ge­führt. Ihr Inhalt waren: Tur­nen, Turn­spie­le, Wan­dern mit wöchent­lich zwei Stun­den. Am 1. April 1921 wur­de der ver­dienst­vol­le Direk­tor Gewer­be­rat Mül­ler in den Ruhe­stand ver­setzt, der die­se Ein­rich­tung über 18 Jah­re lei­te­te. Ihm folg­te der vom Minis­ter für Han­del und Gewer­be beru­fe­ne Ober­stu­di­en­di­rek­tor Prof. Knöll. Den neu­en Anfor­de­run­gen der Bau­pra­xis gerecht zu wer­den, wur­den Nor­men und Typen im Bau­we­sen ein­ge­führt, Grund­sät­ze des Städ­te­baus und Sied­lungs­we­sens, der spar­sa­men Bau­wei­se, der Wär­me­wirt­schaft am Bau (man leg­te also schon 1921 ent­spre­chend der wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se gro­ßen Wert auf ener­ge­ti­sche Bau­wei­sen) sowie der neu­en Kon­struk­ti­ons­me­tho­den in Eisen­be­ton und Holz in den Unter­richt auf­ge­nom­men. Es gab auch eth­ni­sche Vor­trä­ge und eine Schü­ler­bi­blio­thek mit über 500 Bän­den. Beson­ders beach­tens­wert waren die Samm­lun­gen in die­ser Schu­le. Dazu gehör­ten unter ande­rem: 1. der neu ein­ge­rich­te­te Bau­stoff­prü­fungs­raum mit den wich­tigs­ten neu­zeit­li­chen Prü­fungs­ap­pa­ra­ten 2. die Samm­lung für neu­zeit­li­che Bau­stof­fe und Bau­wei­sen 3. die Samm­lung von Auf­nah­men alter Bau­wei­sen 4. die Samm­lung für Wär­me­wirt­schaft und Haus­in­stal­la­ti­on 5. die Samm­lung von Zeich­nun­gen und Hef­ten aller Klas­sen, ver­bun­den mit einer Dau­er­aus­stel­lung, die jeder­zeit einen Über­blick über die Leis­tun­gen der Schu­le gibt. Um den Unter­richt in der Bau­ge­werk- als auch in der Maschi­nen­bau­schu­le so pra­xis­nah wie mög­lich zu gestal­ten, gab es eine Viel­zahl vor­bild­lich aus­ge­stat­te­ter Labo­re und Werk­stät­ten. Auch dafür gab es u.a. vom Wag­gon­bau und dem Eisen­han­del Ephraim Spen­den. Für die Aus­stat­tung der Bau­ge­werk­schu­le gab der preu­ßi­sche Staat erheb­li­che Mit­tel aus, und die Stadt Gör­litz selbst betei­lig­te sich an der Unter­hal­tung der Schu­le mit jähr­lich 12.000 RM. Eben­so tru­gen vie­le Fir­men und Fach­ver­bän­de mit Spen­den für die Schu­le bei. Dies betraf ins­be­son­de­re Model­le, Mus­ter­stü­cke, Mate­ri­al für den Model­lier­un­ter­richt und ande­res.

Die Tech­ni­sche Not­hil­fe (TENO) Die technische Nothilfe An die­ser Schu­le wur­de die Arbeits­ge­mein­schaft Tech­ni­sche Not­hil­fe gegrün­det. Die Schü­ler ver­pflich­te­ten sich, frei­wil­lig bei Not­fäl­len zur Ver­fü­gung zu ste­hen. Die­se ist dem Lan­des­un­ter­be­zirk Gör­litz ange­glie­dert und dem Reichs­mi­nis­te­ri­um unter­stellt. Die­se Ein­rich­tung kann durch­aus als Vor­gän­ger des heu­ti­gen Tech­ni­schen Hilfs­wer­kes betrach­tet wer­den. Die Schu­le hat­te zuletzt im Herbst 1927 bei einem gro­ßen Streik in der Gru­be Stadt Gör­litz in Kohl­furt Gele­gen­heit, ihre Tat­be­reit­schaft zum Woh­le der All­ge­mein­heit zu bezeu­gen. In der Gör­lit­zer Volks­zei­tung vom 21.10.1927 befin­det sich ein Arti­kel mit dem Titel „Berg­ar­bei­ter­streik und “Teno” in der Gru­be Stadt Gör­litz”. Nach dem Bericht wur­de die “Teno” in der Bau­ge­werk­schu­le beim Streik in der Gru­be Stadt Gör­litz ein­ge­setzt. Auch Schü­ler des Gym­na­si­ums wur­den wäh­rend des Streiks in der Gru­be Stadt Gör­lítz ein­ge­setzt und dazu umge­hend vom Unter­richt frei­ge­stellt. Sie waren also im Auf­tra­ge der Stadt Gör­litz und mit Zustim­mung des Regie­rungs­prä­si­den­ten Streik­bre­cher. Im obi­gen Arti­kel der Volks­zei­tung steht unter ande­rem: “Jetzt gibt es für die Schü­ler der Bau­ge­werk­schu­le und die Gym­na­si­as­ten Arbeits­be­klei­dung, neue Stie­fel, gute Ver­pfle­gung und anstän­di­gen Lohn, und dies für man­gel­haf­te und gerin­ge Arbeits­leis­tung und ange­rich­te­te Betriebs­schä­den. War­um? Nur um den Berg­ar­bei­tern ein paar Pfen­ni­ge Lohn­er­hö­hung nicht zu gewäh­ren. Statt­des­sen kom­men zu den dop­pelt und drei­fach erhöh­ten Aus­ga­ben Schä­den an den Betriebs­ein­rich­tun­gen, die unter Umstän­den die Stadt Tau­sen­de von Reichs­mark kos­ten kön­nen.” Das Ver­werf­li­che dar­an war, dass die Gym­na­si­as­ten und die Schü­ler der Bau­ge­werk­schu­le mehr Lohn als die gut aus­ge­bil­de­ten Berg­leu­te erhiel­ten. Der Berg­ar­bei­ter­streik in Mit­tel­deutsch­land, an dem sich 70.000 Berg­ar­bei­ter betei­lig­ten, ende­te mit Schieds­spruch vom 21.10.1927 posi­tiv für die Beschäf­tig­ten (Volks­zei­tung vom 23.10. und 27.10.1927). Bis 1924 besuch­ten 8085 Schü­ler die Schu­le. Das Schul­geld betrug pro Semes­ter 40,- bis 80,- RM. Im Jah­re 1923 wur­de ein “Ver­ein ehe­ma­li­ger Schü­ler und Fach­freun­de” der Bau­ge­werk- und Maschi­nen­bau­schu­le gegrün­det. Die­sem Ver­ein ist es auch zu dan­ken, dass durch Spen­den und Stif­tun­gen bedürf­ti­gen Schü­lern das Schul­geld erlas­sen und bei der Stel­len­ver­mitt­lung nach erfolg­rei­chem Schul­be­such gehol­fen wer­den konn­te. Hat­te doch ein nicht gerin­ger Teil ehe­ma­li­ger Absol­ven­ten lei­ten­de Stel­len in Wirt­schaft und Ver­wal­tung ein­neh­men kön­nen. Lei­der gibt es über den wei­te­ren Ver­lauf der Schu­le weder in der Ober­lau­sit­zi­schen Biblio­thek noch im Rats­ar­chiv wei­ter­füh­ren­de Unter­la­gen. Das letz­te Doku­ment ist die 40jährige Jubel­fei­er aus dem Jah­re 1934, und dann gibt es eine Fest­schrift, in der alle Stu­den­ten von 1900 bis 1937 nament­lich ange­führt sind und wo sie nach dem Stu­di­um tätig wur­den. Der bekann­te Gör­lit­zer Archi­tekt Pro­fes­sor und Ober­leh­rer Hugo Behr war eben­falls vom 1.4.1890 bis 1.4.1908 als Leh­rer an die­ser Ein­rich­tung tätig. Von ihm stam­men unter ande­ren sol­che her­vor­ra­gen­de Bau­wer­ke wie die Ober­lau­sit­zer Gedenk­hal­le und die Rothen­bur­ger Ver­si­che­rung (jetzt Hoch­schu­le Zittau/Görlitz). Über das ein­zi­ge Doku­ment, was die Grün­dung der Staat­li­chen Maschi­nen­bau­schu­le im Jah­re 1898 benennt, las man im Neu­en Festblatt Lau­sit­zi­schen Maga­zin, Heft 11/2011: Schen­kung an das kul­tur­his­to­ri­sche Muse­um Gör­litz unter der Inv. Nr. 1523–2011 aus Doku­men­te des Gör­lit­zer Gesang­ver­eins, des Gör­lit­zer Volks­cho­res und der staat­li­chen Maschi­nen­bau­schu­le Gör­litz. Da der Stadt Gör­litz durch die Grenz­fest­le­gung nach dem 2. Welt­krieg die­se Bil­dungs­ein­rich­tung nicht mehr zur Ver­fü­gung stand, wur­de im Jah­re 1952 im Gebäu­de der ehe­ma­li­gen Rothen­bur­ger Ver­si­che­rung an der Brü­cken­stra­ße die Inge­nieur­schu­le für Bau­we­sen neu ein­ge­rich­tet. Die­se Ein­rich­tung bestand bis 1956. Die Bau­fach­schü­ler wur­den danach auf ande­re Schu­len umver­teilt. Als­dann wur­de in die­ser Ein­rich­tung die Inge­nieur­schu­le für Maschi­nen­bau eta­bliert. Mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Stadt­BILD-Ver­la­ges Gör­litz

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2 Kommentare

  1. Sehr geehr­ter Herr Stil­ler, in habe aus dem Nach­lass mei­nes Groß­on­kels ein Stu­di­en­buch 1910/1912 mit Bei­trä­gen zu denen, die ihren Abschluss gemacht haben. Haben Sie ein Inter­es­se an sol­chen Doku­men­ten bzw. ken­nen Sie jeman­den, der ein Inter­es­se hat?

  2. Guten Tag, sie haben mei­nen Arti­kel Janu­ar 2013des Stadt­bil­des über die Bau­ge­werks­schu­le und Maschi­nen­bau­schu­le Gör­litz ins Netz gestellt.Ich möch­te dar­über infor­mie­ren, dass es in den Hef­ten­Fe­bru­ar / März 2013 eine Fort­set­zung gege­ben hat. Auf mei­nen Arti­kel haben sich Ange­hö­ri­ge (Toch­ter eines ehe­ma­li­gen Stu­den­ten der Maschi­nen­bau­schu­le) gemel­det und mir zahl­rei­che Doku­men­te und Zeug­nis­se zur Ver­öf­fent­li­chung hin­ter­las­sen. Mit die­sen Fort­set­zun­gen könn­ten sie den Arti­kel ergän­zen. Mit freund­li­chen Grü­ßen Wolf­gang Stil­ler

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