Der Club der Navigationsschüler von 1886

Der Club der Navi­ga­ti­ons­schü­ler von 1886

Der Nord­deut­sche Bund erließ im Jah­re 1869 eine “Bekannt­ma­chung, betref­fend die Prü­fung der See­schif­fer und See­steu­er­leu­te auf Deut­schen Kauf­fahr­tei­schif­fen”. Auf­grund der star­ken Zunah­me der Über­see­schiff­fahrt in den Unter­we­ser­hä­fen Bre­mer­ha­ven und Geest­e­mün­de bemüh­te sich die Geest­e­mün­der Bür­ger­schaft um die Grün­dung einer Navigationsschule.

Der Club der Navigationsschüler von 1886

Am 9. Febru­ar 1878 ver­füg­te das preu­ßi­sche Han­dels­mi­nis­te­ri­um den Bau der Navi­ga­ti­ons­schu­le in Geest­e­mün­de. Der Navi­ga­ti­ons­leh­rer Kapi­tän Jung­c­laus aus Grü­nen­deich küm­mer­te sich um die Errich­tung und um die Ein­rich­tung. Am 14. Okto­ber 1879 nahm die “König­lich Preu­ßi­sche Navi­ga­ti­ons­schu­le zu Geest­e­mün­de” ihre Lehr­tä­tig­keit auf. in der Buss­e­stra­ße — auf der Deich­kro­ne bei der Ein­fahrt zum Han­dels­ha­fen – wur­de eine Steu­er­manns- und eine Schif­fer­klas­se unterrichtet.

Am 11. April 1886 beschlos­sen 15 Schü­ler, den “Stamm­tisch der Navi­ga­ti­ons­schü­ler” zu grün­den. Aus die­sem Stamm­tisch ging spä­ter der “Club der Navi­ga­ti­ons­schü­ler von 1886” her­vor. “Auf uns­rer Brust stolz tra­gen wir die Far­ben Schwarz-Weiß-Rot, und die­se schö­ne Far­ben­zier krönt Treue bis zum Tod“, beginnt seit jeher das Far­ben­lied, das immer noch auf allen offi­zi­el­len CNS-Ver­an­stal­tun­gen gesun­gen wird.

Der Club der Navigationsschüler von 1886

Im Jah­re 1916 wur­de die Schu­le umbe­nannt. Sie bekam den Namen See­fahrts­schu­le Geest­e­mün­de. Am 18. Sep­tem­ber 1944 ging die See­fahrts­schu­le in Flam­men auf. Es dau­er­te bis zum Jah­re 1952, bis ein neu­es Gebäu­de am glei­chen Platz ein­ge­weiht wer­den konn­te. Im Jah­re 1975 wur­de aus der ehe­ma­li­gen “König­lich Preu­ßi­sche Navi­ga­ti­ons­schu­le zu Geest­e­mün­de” schließ­lich die Hoch­schu­le Bremerhaven.

Bis 1979 fand der Club der Navi­ga­ti­ons­schü­ler von 1886 auch in unru­hi­gen Zei­ten immer genü­gend Nach­wuchs. Der bleibt seit 1979 aller­dings aus, weil in jenem Jahr in Bre­mer­ha­ven die nau­ti­sche Aus­bil­dung ein­ge­stellt wur­de. Seit­her ver­al­tet die “Beleg­schaft”. Um dem ent­ge­gen­zu­wir­ken haben sich die Mit­glie­der ent­schlos­sen, auch ehe­ma­li­gen Navi­ga­ti­ons­schü­lern ande­rer See­fahrts­schu­len den Zugang zum CNS zu ermög­li­chen. So soll die ältes­te deut­sche nau­ti­sche Kame­rad­schaft vor dem Aus­ster­ben geret­tet werden.

Die 83 Mit­glie­der tref­fen sich jeden ers­ten Don­ners­tag im Monat um 20 Uhr zum Stamm­tisch in der Strand­hal­le und pfle­gen die See­fahrts­tra­di­ti­on und Kame­rad­schaft unter den nau­ti­schen und tech­ni­schen Offizieren.

Wenn­gleich die Schü­ler sich nach der Aus­bil­dung auch aus den Augen ver­lo­ren haben, der CNS war und ist die Klam­mer, die sie alle zusammenhält. 
Quel­len:
“Das Far­ben­lied muss sit­zen”, Nord­see-Zei­tung vom 08.01.2015, Seite12
Har­ry Gab­cke: Bre­mer­ha­ven in zwei Jahr­hun­der­ten – 1827 — 1918, Seite120
CNS von 1886
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2 Antworten

  1. Krieger sagt:

    Ich bin im Besitz eines Schiff­ta­ge­bu­ches, von 1918 Vor­pos­ten­boot Obotrit

    • admin sagt:

      Das ist ja eine tol­le Nach­richt. Viel­leicht mögen Sie einen Abschnitt dar­aus kopie­ren, ich wür­de die Kopie hier ein­fü­gen. Bestimmt gibt es sehr inter­es­sier­te Leser,
      Vie­le Grüße
      Her­mann Schwiebert

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