Kategorie: Görlitz

Kein Denkmal für Friedrich II. in Görlitz

Die gewal­ti­gen Reich­tü­mer machen die Men­schen ent­we­der zu Schur­ken oder zu Ver­schwen­dern.” Eine heu­te noch gül­ti­ge Erkennt­nis, die der­einst bereits König Fried­rich II. von Preu­ßen fest­ge­stellt haben soll. 

Kein Denkmal für Friedrich II. in Görlitz

Otto Gebühr als Fried­rich II. von Preußen

Der am 24. Janu­ar 1712 gebo­re­ne König, den wir in der Schu­le als Fried­rich den Gro­ßen ken­nen­ge­lernt haben, besuch­te wäh­rend der Krie­ge um Schle­si­en Mit­te des 18. Jahr­hun­derts neun­mal die Stadt Görlitz.

Im Janu­ar 2007 war im “Stadt­BILD” Heft 43 nach­zu­le­sen, wann der König sich in Gör­litz aufhielt:

1745 wohn­te er vom 25. bis 26. Novem­ber im Schloss Nie­der-Moys, wo ihn die Bür­ger­meis­ter Geh­ler und Riech aufsuchten.

1745 kam der König wenig spä­ter erneut nach Gör­litz und quar­tier­te sich vom 29. Novem­ber bis 4. Dezem­ber in das Haus der Wit­we des Bür­ger­meis­ters Stra­phi­nus ein, das heu­te die Anschrift Ober­markt 31 trägt.

Wäh­rend des Sie­ben­jäh­ri­gen Krie­ges wohn­te er 1757 noch­mals in die­sem Haus, und zwar vom 28. bis 29. Janu­ar und vom 1. bis 2. Februar.

Nach der Schlacht bei Roß­bach fand er vom 23. bis 25. Novem­ber Unter­kunft im Hau­se Peter­stra­ße 8. Weni­ge Tage dar­auf errang er den welt­his­to­ri­schen Sieg bei Leuthen.

1758 hielt er sich nach den tra­gi­schen Ereig­nis­sen von Hoch­kirch in der Nacht des 26. Okto­ber im Hau­se der Frau Breh­mer (heu­te An der Peters­kir­che 1) auf, sie­del­te aber dann, um der Haus­her­rin kei­ne wei­te­ren Belas­tun­gen zuzu­mu­ten, in das Gar­ten­haus des Gym­na­si­al­di­rek­tors Bau­meis­ter in der Hei­lig-Grab-Stra­ße 20 um, wo er vom 27. bis 30. Okto­ber blieb. Bei der Rück­kehr aus Neis­se wohn­te er vom 16. bis 17. Novem­ber noch­mals dort. Erst 1761, am 8. Mai, kam Fried­rich der Gro­ße wie­der nach Gör­litz, und zum letz­ten Male reis­te er am 17. März 1763 auf dem Wege nach Gold­berg durch die Stadt.

Heu­te erin­nert am Hau­se Hei­li­ge-Grab-Stra­ße 20 eine Tafel dar­an,  dass im Okto­ber und Novem­ber 1758 Fried­rich der Gro­ße hier logierte.

Trotz sei­ner gro­ßen Popu­la­ri­tät wur­de dem König in Gör­litz kein Denk­mal gesetzt. Nur Haus­ta­feln erzäh­len von sei­nen Auf­ent­hal­ten. Dafür wur­de in Gör­litz die Erin­ne­rung an Fried­rich den Gro­ßen durch den Schau­spie­ler Otto Gebühr, der sei­ne Schau­spiel­kar­rie­re 1897 am Gör­lit­zer Stadt­thea­ter begann, wach gehal­ten. In zahl­rei­chen Fil­men, die einst unse­re Eltern und viel­leicht auch uns selbst begeis­ter­ten, gestal­te­te er die Rol­le des Preußenkönigs.

Nach 1945 war Fried­rich der II. in der DDR “uner­wünscht”, er wur­de für die Hit­ler-Bewe­gung mit­ver­ant­wort­lich gemacht. Die Natio­nal­so­zia­lis­ten – beson­ders Pro­pa­gan­da­mi­nis­ter Joseph Goeb­bels – glo­ri­fi­zier­ten den König über alle Maßen. Dabei spiel­ten vor allem die sechs Fil­me, in denen Otto Gebühr den Preu­ßen­kö­nig dar­stell­te, eine wich­ti­ge Rolle. 

Erst vie­le Jah­re spä­ter – 1981 zur Preu­ßen­aus­stel­lung in West-Ber­lin und 1986 zu sei­nem 200. Todes­tag — wur­de er in der DDR “wie­der­ent­deckt”. Zu die­ser Zeit stell­te man auch das berühm­te Rei­ter­stand­bild in Ber­lin Unter den Lin­den wie­der auf.

Quel­len:
Stadt­BILD Nr. 102 vom Janu­ar 2013

Säch­si­sche Zei­tung  vom 26.10.2013

Oberlausitzer Sechsstädtebund — ein mächtiges Schutzbündnis

Da der Land­frie­den in dem spä­ter Ober­lau­sitz genann­ten Gebiet zu jener Zeit oft in Gefahr war, schlos­sen sich zum gemein­sa­men Schutz der Han­dels­we­ge die Städ­te Baut­zen, Gör­litz, Kamenz, Lau­ban, Löbau und Zit­tau am 21. August 1346 den Segen des spä­te­ren Kai­sers Karl IV. zum Sechs­städ­te­bund zusammen.

Karte

Im 14. Jahr­hun­dert spiel­te das ste­tig auf­blü­hen­de Gör­litz bei der Schaf­fung einer Macht­po­si­ti­on unter den Ober­lau­sit­zer Städ­ten eine bedeu­ten­de Rol­le. Die durch die Stadt flie­ßen­de Nei­ße und die Stadt tan­gie­ren­den wich­ti­gen Han­dels­stra­ßen (via regia) beein­fluss­ten die gro­ße wirt­schaft­li­che Bedeu­tung von Gör­litz äußerst posi­tiv. Aber auch der Fleiß und das Kön­nen des ansäs­si­gen Tuch­ma­cher­ge­wer­bes tru­gen hier­zu bei.

So blieb es nicht aus, dass Gör­litz unter den Städ­ten der Ober­lau­sitz (sie liegt im säch­si­schen Drei­län­der­eck Deutsch­land-Polen-Tsche­chi­sche Repu­blik)  eine bevor­zug­te Posi­ti­on ein­nahm. Münz­recht, eige­ne Gerichts­bar­keit und Brau­recht sind nur eini­ge von vie­len Pri­vi­le­gi­en, die der Stadt Gör­litz zuge­bil­ligt waren.

Natür­lich woll­te der mäch­ti­ge Lau­sit­zer Adel es nicht hin­neh­men, dass die Städ­te einen wach­sen­den Ein­fluss auf den Lan­des­herrn hat­ten. Um die Städ­te wirt­schaft­lich zu schwä­chen, ja um sie “in die Knie zu zwin­gen”, ver­such­ten sie, den für die Städ­te so wich­ti­gen Han­del mit Roh­stof­fen und Fer­tig­wa­ren zu unter­bin­den. Sie lie­ßen die stark bewach­ten Fuhr­wer­ke der Händ­ler ausrauben.

Zur Abwehr die­ser räu­be­ri­schen Gefah­ren ver­sam­mel­ten sich am 21. August 1346 die Rats­her­ren der Städ­te Gör­litz, Lau­ban, Baut­zen, Kamenz, Löbau und Zit­tau  und grün­de­ten den Sechs­städ­te­bund, um der Raub­zü­ge gemein­sam Herr zu werden.

Die Kos­ten für die erfor­der­li­chen Unter­neh­mun­gen wur­den ent­spre­chend der Leis­tungs­fä­hig­keit der Städ­te auf­ge­teilt. Auf Gör­litz als reichs­tes und mäch­tigs­tes Mit­glied ent­fie­len drei von neun Teilen.

Die Stiftung des Sechsstädtebundes zu Löbau 1346

Über die Jahr­hun­der­te hin­weg gewann der Sechs­städ­te­bund zuneh­mend an Bedeu­tung für eine gemein­sa­me Lösung poli­ti­scher und wirt­schaft­li­cher Ange­le­gen­hei­ten der Ober­lau­sitz und bewähr­te sich auch beson­ders in den Wir­ren der Hus­si­ten­krie­ge. Er hat die Geschich­te der Ober­lau­sitz stark beein­flusst. Beson­ders in den ers­ten 200 Jah­res sei­nes Bestehens erleb­ten die Städ­te eine vor­her nie dage­we­se­ne wirt­schaft­li­che und kul­tu­rel­le Blü­te. Präch­ti­ge Rat- und Bür­ger­häu­ser ent­stan­den, stol­ze Kir­chen wur­den gebaut und wehr­haf­te Befes­ti­gungs­an­la­gen schütz­ten die Städ­te gegen die Begehr­lich­kei­ten der Fürs­ten der umlie­gen­den Gebiete.

Dann kam der soge­nann­te Ober­lau­sit­zer Pön­fall.  Der böh­mi­sche König Fer­di­nand bestraf­te 1547 die Städ­te unter ande­rem mit dem Ent­zug der städ­ti­schen Gerichts­bar­keit und der frei­en Rats­kür. Beson­ders hart wirk­te sich das Straf­geld in Höhe von 100.000 Gul­den aus. Der Ver­lust der Land­gü­ter führ­te dazu, dass Lebens­mit­tel über­teu­ert ein­ge­kauft wer­den muss­ten. Die Ver­sor­gungs­la­ge in den Städ­ten wur­de kri­tisch, Unru­hen waren zu befürchten.

Schließ­lich erkann­te der König, dass die ent­stan­de­ne Unord­nung auf Dau­er auch für ihn unvor­teil­haft war und ver­kauf­te den Städ­ten ihre Land­gü­ter teu­er zurück. Auch die Pri­vi­le­gi­en wur­de den Städ­ten nach und nach wie­der zuer­kannt. Den­noch, die hohen Straf­gel­der und die Kos­ten für den Rück­kauf der Güter und Pri­vi­le­gi­en hat­ten der städ­ti­schen Wirt­schaft zu gro­ße Mit­tel ent­zo­gen — die Kom­mu­nen waren wirt­schaft­lich noch über Jahr­zehn­te deut­lich geschwächt.

Auf dem Wie­ner Kon­gress wur­de die Lau­sitz 1815 geteilt, Gör­litz und Lau­ban gehör­ten fort­an zu Preu­ßen. Damit wur­de das am längs­ten bestehen­de deut­sche Städ­te­bünd­nis nach fast 500 Jah­ren auf­ge­löst. Baut­zen, Kamenz, Löbau und Zit­tau gehör­ten wei­ter­hin zu Sach­sen und grün­de­ten den “Vier­städ­te­bund”, der jedoch bereits 1868 wie­der auf­ge­löst wurde.
Quel­len:
wikipedia.org

Ab 1931 waren die Görlitzer Postautos elektrisch

Schon 1899 tes­te­te die Reichs­post Elek­tro­wa­gen, und bereits ab 1920 fuh­ren sie nach und nach in allen deut­schen Städ­ten. In Gör­litz wur­den die Pfer­de­ge­span­ne 1931 in Ren­te geschickt, auch hier wur­den die Pake­te jetzt mit den moder­nen elek­tri­schen Auto­mo­bi­len der Ber­li­ner Fir­ma Berg­mann zugestellt.

Suppentriesel

Schon von Wei­tem hör­te man das cha­rak­te­ris­ti­sche Sur­ren der Antriebs­ket­ten, wenn sich die robus­ten Post­au­tos – auch “Sup­pent­rie­sel” genannt —  mit einer Geschwin­dig­keit von bis zu 30 Stun­den­ki­lo­me­ter näher­ten. Schon damals reich­te die Kapa­zi­tät der Bat­te­rien für eine Stre­cke von 30 Kilometer.

Paketauto

Durch Gör­litz kurv­ten sechs die­ser elek­tri­schen Post­las­ter, und zwar noch bis Mit­te der 1960er Jah­re. Ein Zei­chen für die gute Qua­li­tät der Fahr­zeu­ge. Lei­der wur­den in Gör­litz alle Las­ter ver­schrot­tet.
Quel­le:
Säch­si­sche Zei­tung vom 05.01.2013

Aus dem Görlitzer Kaufhaus soll ein KaDeO werden.

Fast 100 Jah­re war das Gör­lit­zer Jugend­stil­kauf­haus unun­ter­bro­chen in Betrieb. Doch seit das Her­tie-Waren­haus das Kauf­haus am 15. August 2009 schloss, steht das Gebäu­de leer. Nur noch die Par­fü­me­rie Thie­mann hält die Stel­lung und konn­te gemein­sam mit der Gör­lit­zer Denk­mal­schutz­be­hör­de das Gebäu­de bis­her vor grö­ße­ren Bau­schä­den bewahren.

Görlitzer Jugendstilkaufhaus

Dem Lübe­cker Unter­neh­mer Win­fried Stö­cker liegt die Ober­lau­sitz am Her­zen. Schon kurz nach der Wen­de hat er das Grund­stück sei­ner Eltern in Ren­ners­dorf gekauft, die 1960 ihre klei­ne Spin­ne­rei wegen der damals in der DDR begin­nen­den Ent­eig­nungs­wel­le ver­las­sen mussten.

Nun hat er das denk­mal­ge­schütz­te Gör­lit­zer Jugend­stil­kauf­haus erwor­ben, um es wie­der als Kauf­haus zu nut­zen – sowohl inter­na­tio­na­le Händ­ler als auch Gör­lit­zer Geschäfts­in­ha­ber sol­len will­kom­men sein, sich hier anzu­sie­deln. Details hat der neue Eigen­tü­mer aber noch nicht ver­ra­ten wol­len. Ver­mut­lich sind die Plä­ne noch nicht ganz spruch­reif. Die Säch­si­sche Zei­tung titel­te am 14.09.2013: “Inves­tor plant Gör­lit­zer Kauf­haus im Stil des Kade­We” und berich­te­te, dass Win­fried Stö­cker ein Sanie­rungs­vo­lu­men von 20 Mil­lio­nen Euro in das Jugend­stil­kauf­haus inves­tie­ren will. Und er wün­sche sich, dass die Stadt Gör­litz ihre bis­he­ri­ge Hal­tung auf­gibt und unter dem Mari­en­platz eine zwei­stö­cki­ge Tief­ga­ra­ge gebaut wer­den kann.

Win­fried Stö­cker soll sich das Ber­li­ner “Kauf­haus des Wes­tens” (KaDe­We) als Vor­bild für sei­ne Plä­ne genom­men haben. Mit sei­ner ein­zig­ar­ti­gen Archi­tek­tur könn­te aus dem Gör­lit­zer Gebäu­de ein “Kauf­haus der Ober­lau­sitz” (KaDeO) werden.

Laut Säch­si­sche Zei­tung sol­len zunächst die Eta­gen saniert und danach am hin­te­ren Gebäu­de­teil ange­baut wer­den. Das Erd­ge­schoss sei für einen Lebens­mit­tel­markt vor­ge­se­hen. Fahr­stüh­le und Roll­trep­pen brin­gen die Kun­den und Besu­cher in das obers­te Geschoss, wo sie in einem Café und Restau­rant ver­wei­len kön­nen. Auf den Eta­gen wer­den sich Kun­den und Tou­ris­ten – auch aus Bres­lau oder Dres­den kom­mend — in ver­schie­de­nen Geschäf­ten mit hoch­wer­ti­gen inter­na­tio­na­len Mar­ken­pro­duk­ten ver­sor­gen können.

Nein, ein Aller­welts­kauf­haus soll es nicht wer­den, dann wür­den sich nicht genü­gend Kun­den aus Bres­lau oder Libe­rec oder Zit­tau auf den Weg nach Gör­litz machen. Doch auch der nicht so gut betuch­te Kun­de soll hier im “KaDeO” will­kom­men sein, um sei­nen täg­li­chen Haus­halts­be­darf einzukaufen.

Bleibt zu hof­fen, dass die Gör­lit­zer end­lich einen ernst­zu­neh­men­den Inves­tor gefun­den haben, der nicht nur dar­in denkt, mög­lichst gute Rosi­nen aus dem Invest­ment zu picken und der Stadt dann wie­der den Rücken zu kehren.

Aber abseits aller Pla­ne­rei steht jetzt erst mal die Fei­er zum 100-jäh­ri­gen Bestehen des Kauf­hau­ses an. Zunächst war als Ter­min der 30. Sep­tem­ber 2013 ein­ge­plant – genau 100 Jah­re nach der Erst­eröff­nung. Doch der über­ra­schen­de und plötz­li­che Ver­kauf des Kauf­hau­ses an Win­fried Stö­cker hat eine Ter­min­ver­schie­bung not­wen­dig gemacht. Die gro­ße Kauf­haus-Geburts­tags­par­ty steigt jetzt in der Advents­zeit und soll vom 13. – 15. Dezem­ber dau­ern. Wer dann nach Gör­litz kommt, kann die Kauf­haus­fei­er gleich mit einem Besuch auf dem Schle­si­schen Christ­kin­del­markt verbinden.

Am kom­men­den Mitt­woch, dem3. Okto­ber, wer­den die Ange­stell­ten der Thie­mann-Par­fü­me­rie ihre Kun­den in Kos­tü­me aus der Zeit um 1910 bedie­nen. Die Ver­kaufs­vi­tri­nen sol­len dann mit Aus­stel­lungs­ge­gen­stän­den aus den Anfangs­jah­ren des Kauf­hau­ses bestückt sein.
Quel­le und wei­te­re Infor­ma­tio­nen:
Pres­se­mit­tei­lun­gen der Bür­ger­initia­ti­ve Gör­lit­zer Kauf­haus 
vom 27.06.2013, 14.09.2013
Deich­SPIE­GEL vom 14.09.2012
alles-lausitz.de
derhandel.de

Ein romantisches Zeichen für die Ewigkeit

Am Gelän­der der Gör­lit­zer Alt­stadt­brü­cke, die Deutsch­land mit Polen ver­bin­det, sind sie uner­wünscht. Auch dem Bre­mer Amt für Stra­ßen und Ver­kehr sind die Schlös­ser an der Teer­hof­brü­cke ein Dorn im Auge. Sie wer­den — aus Sicher­heits­grün­den —  sofort ent­fernt. Und die Bre­mer­ha­ve­ner Behör­den fackel­ten eben­falls nicht lan­ge und knack­ten die Schlös­ser an der Alten Geestebrücke.

Liebesschloss

Eigent­lich ist es ein schö­ner Brauch, sei­ne Lie­be durch ein Schloss zu bekun­den. Ein ver­schlos­se­nes Schloss sym­bo­li­siert ja irgend­wie wie ein Ring die Unend­lich­keit. Aber da spie­len eben nicht alle Kom­mu­nen mit. Sie befürch­ten, dass ein Schloss die unend­li­che Halt­bar­keit des Brü­cken­ge­län­ders verhindert.

Und dafür, dass die Schlös­ser wie­der abge­sä­belt wer­den (müs­sen),  gibt es abstru­se Begrün­dun­gen: Ein ver­ant­wort­li­cher Amts­lei­ter denkt an die Gesund­heit unse­rer Kin­der und glaubt, dass die Schlös­ser beim Über­stei­gen der Gelän­der hilf­reich sein könn­ten. Ein ande­rer hat den Alp­traum, dass die Brü­cken­ge­län­der ihre Trag­fä­hig­keit ver­lie­ren, wenn die Schlös­ser ros­ten und den teu­ren Kor­ro­si­ons­schutz an den Gelän­dern angrei­fen. Mei­ne Güte, unglaub­lich, was so ein Amts­lei­te­rIn alles beach­ten muss!

Wie froh war ich da, als ich am Sonn­tag das Sonn­tags­jour­nal auf­schlug: “End­lich Platz für Lie­bes­schlös­ser”, las ich da, die “Lloyd Brü­cke könn­te der Ren­ner für Roman­ti­ker wer­den.” Jetzt dür­fen die Lie­bes­schlös­ser in Bre­mer­ha­ven das Gelän­der der Lloyd-Brü­cke in die Zan­ge neh­men. Bereits 20 Schlös­ser hän­gen dort und war­ten auf wei­te­re Gesellschaft.

Wenigs­tens in Bre­mer­ha­ven sieht man in den Schlös­sern ein roman­ti­sches Zei­chen für die Ewig­keit. Hof­fen wir, dass die Schlös­ser mit zuneh­men­dem Gewicht nicht die Brü­cke zum Ein­stür­zen brin­gen: In Rom ver­bot 2007 der dama­li­ge Bür­ger­meis­ter die Lie­bes­schlös­ser vor­über­ge­hend, nach­dem eine Later­ne unter ihrer Last umge­knickt war.

Erste Studierende an der Hochschule Zittau/Görlitz

Noch haben die regu­lä­ren Lehr­ver­an­stal­tun­gen nicht begon­nen und doch sind schon die ers­ten neu­en Stu­die­ren­den an der Hoch­schu­le Zittau/Görlitz eingetroffen. 

Sie nut­zen das Ange­bot der Hoch­schu­le, Vor­be­rei­tungs­kur­se in Mathe­ma­tik — und in die­sem Jahr erst­mals in Elek­tro­tech­nik und Che­mie — zu absol­vie­ren. In die­sen Kur­sen wer­den Kennt­nis­se aus dem Gym­na­si­um auf­ge­frischt und gefes­tigt, so dass sie gut gerüs­tet in das ers­te Semes­ter ein­tre­ten können. 

Sie nut­zen die­se ers­ten Wochen in Zit­tau, ihre Woh­nung zu bezie­hen, sich am Stand­ort ein­zu­le­ben, die Umge­bung zu erkun­den und ers­te Freund­schaf­ten zu knüpfen. 

Trotz guter Bewer­ber­la­ge kön­nen wir noch Stu­den­ten auf­neh­men”, so Dr. Ste­fan Küh­ne, Dezer­nent der Aka­de­mi­schen Ver­wal­tung. “So gibt es zum Bei­spiel noch freie Stu­di­en­plät­ze in den Stu­di­en­gän­gen Che­mie, Ener­gie- und Umwelt­tech­nik, Betriebs­wirt­schaft, Mecha­tro­nik sowie Wirt­schaft und Spra­chen. Eine Anfra­ge in der Stu­di­en­be­ra­tung lohnt sich für die­je­ni­gen, die es sich also doch noch über­le­gen soll­ten, ein Stu­di­um auf­zu­neh­men oder die­je­ni­gen, die eine Ableh­nung von einer ande­ren Hoch­schu­le bekom­men haben. Bei Vor­la­ge eines Aus­bil­dungs­ver­tra­ges ist auch noch ein Stu­di­um in der Stu­di­en­form Koope­ra­ti­ves Stu­di­um mit inte­grier­ter Aus­bil­dung (KIA) möglich.” 

Ein per­sön­li­ches Bera­tungs­ge­spräch in der All­ge­mei­nen Stu­di­en­be­ra­tung lohnt sich allemal. 

Kon­takt: Diet­mar Röß­ler
Tel.: 03583 / 61 1500
E‑Mail: stud.info@hszg.de

Detail­lier­te Infor­ma­tio­nen gibt es auf der Home­page der Hoch­schu­le unter www.hszg.de.

Vor 40 Jahren wurde die erste Görlitzer Kaufhalle eröffnet.

Im Osten nann­te man sie Kauf­hal­le, im Wes­ten war es der Super­markt. In bei­den Fäl­len war es eine Bezeich­nung für einen Selbstbedienungsladen.

Kaufhalle Görlitz

Kauf­hal­len gab es über­wie­gend in Städ­ten. Auf dem Lan­de deck­te man sich in der Regel im Dorf­kon­sum mit den Din­gen des täg­li­chen Bedarfs ein. Das Sor­ti­ment der Kon­sum­lä­den war klei­ner als das der Kauf­hal­len. Preis­lich gese­hen spiel­te es kei­ne Rol­le, wo man ein­kauf­te, es gab kei­ne Preiskonkurrenz.

Kaufhalle Görlitz

Die ers­te Kauf­hal­le in Gör­litz wur­de 1973 in der Dres­de­ner Stra­ße eröff­net. Zwar kamen noch wei­te­re vier HO- und Kon­sum Kauf­hal­len hin­zu, aber die in der Dres­de­ner Stra­ße war und blieb die beliebteste.

Kaufhalle Görlitz

Auf­grund eines Ver­tra­ges mit dem pol­ni­schen Unter­neh­men Hor­tex gab es hier immer mal wie­der etwas Beson­de­res im Ange­bot. Edel­kon­ser­ven, Käse­sor­ten, Obst- und Gemü­se­sor­ten, Din­ge eben, die es in den ande­ren Geschäf­ten nicht gab.
Quel­le:
sz‑online.de vom 17.08.2013

Studienkolleg der Hochschule Zittau/Görlitz

Ein­stu­fungs­test für aus­län­di­sche Stu­di­en­be­wer­ber

Kürz­lich fand an der Hoch­schu­le Zittau/Görlitz der Ein­stu­fungs­test für die Auf­nah­me in das Stu­di­en­kol­leg der Hoch­schu­le statt. Für die Teil­nah­me am Test lagen mehr als 700 Bewer­bun­gen aus 25 Län­dern vor. 200 Bewer­ber aus 20 Län­dern reis­ten an und nah­men am Ein­stu­fungs­test teil. Die Test­teil­neh­mer kamen zum Bei­spiel aus Marok­ko, Polen, der Ukrai­ne, Viet­nam, Indo­ne­si­en und Mexiko. 

Im Stu­di­en­kol­leg der Hoch­schu­le berei­ten sich aus­län­di­sche Stu­di­en­be­wer­ber auf ein Stu­di­um an einer der fünf säch­si­schen Fach­hoch­schu­len vor. 

Auf­grund guter Test­ergeb­nis­se konn­ten für das kom­men­de Win­ter­se­mes­ter 80 Teil­neh­mer einen Platz für ihre Stu­di­en­vor­be­rei­tung am Stu­di­en­kol­leg erhal­ten. Sie wer­den am 16. Sep­tem­ber ihr Stu­di­um in Zit­tau beginnen.