Sanierungsarbeiten am Görlitzer Jugendstilkaufhaus

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Im September 2013 habe ich darüber geschrieben, dass der Lübecker Unternehmer Winfried Stöcker das denkmalgeschützte Görlitzer Jugendstilkaufhaus erworben hat, um es wieder als Kaufhaus zu nutzen. Am Dienstag berichtete die Sächsische Zeitung in ihrer Görlitzer Ausgabe über den Fortschritt der Arbeiten am Kaufhaus.

Jugendstilkaufhaus Görlitz

Bisher waren die Fenster des Kaufhauses verkleidet, um die Waren vor dem Tageslicht zu schützen. Die Görlitzer kennen ihr Kaufhaus eigentlich nur abgedunkelt und indirekt beleuchtet. Das soll jetzt aber anders werden. Der neue Investor Winfried Stöcker setzt auf Tageslicht.

Bauarbeiter haben die Fensterverkleidungen bereits entfernt und sind damit beschäftigt, das Haus zu entkernen. Alle Einbauten müssen demontiert werden: Regale, Lampen, Kabel, Heizkörper, Rohre. Unterstützt werden sie dabei von dem Hausmeister, der schon so lange hier beschäftigt ist, dass er eigentlich selbst zum Inventar gehört. Er betreute das Kaufhaus als es noch Karstadt hieß, und auch zu Hertie-Zeiten wollte niemand auf ihn verzichten. Der Mann kennt jedes Kabel und jeden Schalter.

Alles, was im früheren Warenhaus nicht mehr gebraucht wurde, landete irgendwann im Dachgeschoss. Der ganze Müll wurde entfernt. Und ein Stockwerk tiefer haben die Arbeiter die Trockenbauwände ausgebaut. Noch gibt es keine Pläne, wie die Raumaufteilung in Zukunft aussehen wird. Wahrscheinlich werden hier Büros eingerichtet.

Zur Zeit wird das denkmalgeschützte Gebäude digital vermessen, am Computer entstehen dann die Bauzeichnungen. Bis Ende Juni soll der Umbau- und Sanierungsantrag dem Görlitzer Bauaufsichtsamt zur Genehmigung vorliegen. Der Denkmalschutz ist aber bereits jetzt vor Ort und überwacht die Arbeiten. Natürlich ist es nicht immer einfach, den Urzustand wiederherzustellen. Das Haus ist mehr als 100 Jahre alt, viele Materialen gibt es heute nicht mehr.

Der Investor hat für die Sanierung des künftigen „Kaufhauses der Oberlausitz“ (KdO) etwa 20 Millionen Euro eingeplant. Die Hälfte der Summe soll in einen Anbau mit modernen Aufzügen und Rolltreppen fließen. Im Untergeschoss ist ein Lebensmittelmarkt geplant, unter der Glaskuppel ganz oben ein Café.
Quelle:
Sächsische Zeitung vom 18.02.2014

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2 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Schwiebert,

    was für eine schöne Seite, was für eine phantastische Meldung, daß jemand das Görlitzer Kaufhaus zur persönlichen Chefsache erklärt hat – das wärmt am frühen Morgen das Gemüt.

    Leider werden wir da in der überregionalen Presse kaum etwas drüber lesen, weil`s nix Modernes nicht ist und da können unsere hehren Archtikturkritiker nüscht mit anfangen.

    Aber ich weiß es nun zumindest… ;O)

    MFG

  2. Hallo Herr Mehls,

    wahrscheinlich habe Ihre Links bisher übersehen, das tut mir natürlich leid. Ich freue mich sehr, dass Sie meinen „DeichSPIEGEL“ oft und gerne besuchen und verlinken.
    Freundliche Grüße
    Hermann Schwiebert

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