Einhaltung von Koran und Grundgesetz – Diener zweier Herren?

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Wer voll­stän­dig und zu 100 Pro­zent hin­ter dem Koran steht, kann nicht voll­stän­dig und zu 100 Pro­zent hin­ter dem Grund­ge­setz ste­hen.” Eine kla­re Posi­ti­on, die Bre­mer­ha­vens Bür­ger­meis­ter Micha­el Tei­ser bezieht.

Moschee in BremerhavenAls zwei­tes Bun­des­land nach Ham­burg hat nun auch Bre­men einen Staats­ver­trag mit Mus­li­men geschlos­sen. In dem Ver­trag sind die Rech­te und Pflich­ten von bei­den Ver­trags­part­nern gere­gelt, wie zum Bei­spiel der Bau von Mosche­en. Zukünf­tig sol­len Mus­li­me an isla­mi­schen Fei­er­ta­gen von der Arbeit oder der Schu­le frei­neh­men kön­nen.

Aus mei­ner Sicht wich­tigs­ter Punkt des Ver­tra­ges ist Ver­ein­ba­rung eines Bekennt­nis­ses zum Grund­ge­setz und zur Gleich­stel­lung von Mann und Frau. Gut, ich bin kein Jurist und kann zu den Beden­ken von Bür­ger­meis­ter Micha­el Tei­ser kei­ne Stel­lung bezie­hen. Gleich­wohl kann ich sei­ne Beden­ken nach­voll­zie­hen. Soll­te es so sein, dass der Koran nicht im Ein­klang mit dem Grund­ge­setz steht, dür­fen Mus­li­me dann über­haupt die deut­sche Staats­bür­ger­schaft bekom­men?

Ein Spre­cher der Isla­mi­schen Uni­on Bre­mer­ha­ven sieht den Ver­trag als ein “Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung” an. Ein Schritt, der aller­dings nahe­zu unbe­merkt von der Öffent­lich­keit getan wur­de. Also ein lei­ser, ein heim­li­cher Schritt? Oder war­um durf­te die Öffent­lich­keit bei der Ver­trags­aus­ar­bei­tung nicht mit­wir­ken? hat man befürch­tet, dass die Mehr­heit der Bür­ger des Bun­des­lan­des Bre­men viel­leicht kei­nen gestei­ger­ten Wert auf Mosche­en legen?

Grund­sätz­lich soll­ten die gro­ßen Reli­gio­nen sich annä­hern, mit­ein­an­der spre­chen um ein­an­der ken­nen­zu­ler­nen. Nur bedarf es dazu kei­nes Ver­tra­ges. Dazu bedarf es Neu­gier auf den ande­ren, auf die ande­re Reli­gi­on. Und dar­an fehlt es eben, an der Neu­gier. Ich habe noch nie eine Moschee von innen gese­hen. Zwar bin ich neu­gie­rig, aber die “Schwel­len­angst” hielt mich bis­her davon ab, eine Moschee zu betre­ten. Aller­dings habe ich auch noch nie einen Mos­lem in einer Kir­che gese­hen.

Unter­des­sen scheint die Online-Zei­tung “Tur­kish­Press” nicht sehr glück­lich mit dem neu­en Staats­ver­trag zu sein: ”Wird hier die Gesetz­ge­bung in einer neu­en Ver­pa­ckung den Mus­li­men als Son­der­sta­tus ser­viert und die Ver­bän­de machen aus­nahms­los mit, obwohl sie sich auch jetzt in der Gegen­wart Über­zeu­gungs­ar­beit leis­ten müs­sen, u.a. in der Frau-Mann Fra­ge? Es erweckt den Ein­druck, dass die isla­mi­schen Ver­bän­de in ihren Rech­ten wei­ter­hin beschnit­ten, statt­des­sen immer mehr in die Pflicht genom­men wer­den?” Nun denn, man kann es nicht allen recht machen. Hof­fen wir, dass die Chris­ten in der Tür­kei genau so gut behan­delt wer­den, wie die Mus­li­me in Bre­men und Bre­mer­ha­ven.

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