Die Hochschule Bremerhaven — ehemalige Karlsburg, Auswandererhaus und Navigationsschule

Die Hoch­schu­le Bre­mer­ha­ven blickt auf eine lan­ge Geschich­te zurück. Nicht ohne Grund wird die Hoch­schu­le Bre­mer­ha­ven auch Hoch­schu­le am Meer genannt. Sie wur­de 1975 gegrün­det und ist her­vor­ge­gan­gen aus der Navi­ga­ti­ons­schu­le Geest­e­mün­de und dem Städ­ti­schen Technikum.

Noch heu­te ist in den ange­bo­te­nen Stu­di­en­gän­gen die mari­ti­me Ver­gan­gen­heit zu erken­nen. Ange­bo­te­ne Stu­di­en­gän­ge sind u.a. Crui­se Tou­rism Manage­ment, Mari­ti­me Tech­no­lo­gien, Schiffs­be­triebs­tech­nik, Wind­ener­gie­tech­nik und Transportwesen/ Logis­tik. Aber nicht nur die Aus­wahl der Stu­di­en­gän­ge ist etwas beson­de­res, auch der Cam­pus der Hoch­schu­le ist beein­dru­ckend. Geschickt sind his­to­ri­sche in mit neu­en Gebäu­den kom­bi­niert wor­den. An der Hin­ter­sei­te des Haus K sind noch Res­te der ehe­ma­li­gen Karls­burg zu sehen. Die Karls­burg war ein Ver­such der Schwe­den Ende des 17. Jahr­hun­derts an der Mün­dung der Gees­te in die Weser eine Fes­tung zu errich­ten. Durch die Grun­dung einer neu­en Fes­tungs- und Hafen­stadt woll­ten die Schwe­den einen Stütz­punkt an der Nord­see schaf­fen und gleich­zei­tig der Stadt Bre­men scha­den, wel­che sie vor­her mehr­mals erfolg­los ver­sucht hat­ten ein­zu­neh­men. Nach zwei geschei­ter­ten Grün­dungs­ver­su­chen reich­ten die finan­zi­el­len Mit­tel Schwe­dens nicht mehr aus. Spä­ter viel das Gebiet an Bre­men, wel­ches 1827 den Hafen Bre­mer­ha­ven grün­de­te. Anfang der 1830er Jah­re, also kurz nach der Grün­dung Bre­mer­ha­vens, ent­wi­ckel­te sich der Hafen zu einem bedeu­ten­den Über­see­ha­fen. Bre­mer­ha­ven war damals der größ­te Aus­wan­derer­ha­fen Euro­pas. Aus­wan­de­rer aus ganz Euro­pa müss­ten oft tage­lang auf das Aus­lau­fen ihrer Schif­fe war­ten. Schlaf­un­ter­künf­te wur­den zu Wucher­prei­sen ange­bo­ten. Um die chao­ti­sche Lage am Hafen zu ver­bes­sern, ließ der Kauf­mann Johann Georg Claus­sen 1849/50 eine 2.900m² gro­ße Her­ber­ge für die war­ten­den Aus­wan­de­rer errich­ten. Das Aus­wan­derer­haus bot bis zu 2.000 Men­schen eine Schalf­mög­lich­keit und bis zu 3.500 Men­schen konn­ten mit einer Mahl­zeit ver­sorgt wer­den. Es war eine bei­spiel­haf­te sozia­le Einrichtung.

1855 wur­de eine Bahn­stre­cke zwi­schen Bre­men und Bre­mer­ha­ven ein­ge­rich­tet. Aus­wan­de­rer muss­ten von da an nicht mehr tage­lang auf ihr Abfahrt war­ten und so geriet das Aus­wan­derer­haus in finan­zi­el­le Nöte, bis es 1864 geschlos­sen wur­de. Spä­ter wur­de das Gebäu­de von der Karls­burg-Braue­rei über­nom­men. Doch auch die­se kam in den 1970er Jah­ren in finan­zi­el­le Schwie­rig­kei­ten. Wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs wur­den außer­dem gro­ße Tei­le des his­to­ri­schen Aus­wan­derer­hau­ses stark beschä­digt. Die Über­res­te der ehe­ma­li­gen Carls­burg und des Aus­wan­derer­hau­ses wur­den 1985 in den Neu­bau der Hoch­schu­le Bre­mer­ha­ven inte­griert. Eine Bron­ze­ta­fel auf dem Cam­pus­ge­län­de erin­nert an die Geschich­te des Ortes, an dem die Hoch­schu­le erbaut wurde.

Der Arti­kel zur Hoch­schu­le in Bre­mer­ha­ven wur­de geschrie­ben von Ele­na Nunn. Sie ist Teil des Teams von GoE­u­ro, einer Meta-Rei­se­such­ma­schi­ne die es ermög­licht, Trans­port­an­ge­bo­te in ganz Euro­pa zu ver­glei­chen und zu kombinieren.

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